Augsburg    

Wohnen bei "Fritz & Jack": Inklusives Wohnprojekt im umgebauten Jakobsstift

Augsburg (mh) Als vor zwei Jahren das Jakobsstift geschlossen wurde, war die Empörung bei den Bewohnern und Angehörigen, aber auch in der Kommunalpolitik groß. Jetzt sind die umfangreichen Sanierungsarbeiten abgeschlossen und in dem ehemaligen Seniorenheim ist nun das Zentrum der Sozialverwaltung mit Schwerpunkt Wohnen untergebracht.

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"Der Weg zur neuen Nutzung war nicht einfach - auch weil der Abschied vom Seniorenheim im Jakobsstift schwergefallen ist. Wie sachlich darüber diskutiert worden ist, zeichnet unsere Stadtgesellschaft aus", erinnert sich OB Kurt Gribl an die Diskussionen, die im Sommer 2015 begannen, als die Stadt bekannt gab: Das Jakobsstift muss geschlossen werden. Grund war, dass das Gebäude für diese Nutzung nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben entsprach und für diesen Zweck auch nicht mehr sanierungsfähig war. Und so wurden die Bewohner auf andere Einrichtungen verteilt und das Jakobsstift schloss zum 1. September 2016.
Ziemlich genau zwei Jahre später haben nun OB Gribl und Sozialreferent Stefan Kiefer das historische Gebäude in der Augsburger Altstadt in seiner neuen Funktion eröffnet.
Mit dem neuen Nutzungskonzept ist im Jakobsstift am Mittleren Lech 5 erstmals ein ämterübergreifendes Dienstleistungszentrum des Sozialreferates zum Thema Wohnen entstanden. "Wir schaffen damit eine zentrale Anlaufstelle für Bürger, die geförderten Wohnraum brauchen oder deren Mietverhältnis in Gefahr ist", erklärt Kiefer.
Zur Anlaufstelle "Wohnen" gehören die Dienststellen Wohngeld und Armutsprävention, die Abteilung Wohnen sowie der Fachbereich Wohnen und Unterbringung. Er nutzt bereits seit seiner Gründung 2015 Räume im Jakobsstift. Als neue Einrichtung im Jakobsstift kommt das "Wohnbüro" hinzu. Es hat die Aufgabe, Menschen in prekären Wohnverhältnissen zu begleiten und zu beraten.
Wie OB Gribl betont, werde mit der Anlaufstelle Wohnen ein wichtiger Punkt aus der "Offensive Wohnen Augsburg" umgesetzt. Konkret geht es um den Bereich Wohnen in besonderen Lebenslagen.
Daneben sind im Jakobsstift noch weitere Dienststellen des Sozialreferates angesiedelt: Der Fachbereich Sozialplanung sowie die beim Sozialreferat angesiedelte Geschäftsstelle des Behindertenbeirates. Die 15 Monate dauernden Umbauarbeiten kosteten insgesamt 2,4 Millionen Euro.
Neben städtischen Einrichtungen kommen im Jakobsstift auch andere Partner unter, wie das Freiwilligenzentrum, das Interessierte berät und vermittelt, die sich bürgerschaftlich engagieren möchten. Beispielprojekte sind etwa die Sozialpaten und die Wohnraumanpassung für Senioren.
Auch die Tradition gemeinschaftlicher Wohnformen im Jakobsstift erhält neue Impulse. Die Senioreneinrichtungen im Betreuten Wohnen am Oberen Graben und in den Hofhäusern sowie das Projekt Gemeinschaftlich Wohnen für Senioren und Studenten am Oberen Graben werden fortgeführt. Neu hinzu kommt die inklusive Wohngruppe "Fritz und Jack" des Fritz-Felsenstein-Hauses.


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Veröffentlicht am 13.09.2018 23:00 Uhr




 

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