Augsburg    

Raser nach Gesetzesreform härter bestraft

Augsburg - Zwei junge Männer haben sich gestern wegen des Vorwurfs, illegale Straßenrennen veranstaltet zu haben, vor dem Amtsgericht Augsburg verantworten müssen. Ihnen wurde vorgeworfen, zusammen mit einem dritten Angeklagten, im vergangenen Oktober mehrere Straßenrennen auf der B 17 veranstaltet zu haben. Der Dritte im Bunde hatte sich allerdings bereits im Vorfeld der Hauptverhandlung schuldig bekannt. Deswegen standen gestern nur die beiden 24- und 26-jährigen Augsburger vor Gericht.


Das Kuriose an diesem Fall ist, dass am 13. Oktober vergangenen Jahres der neue Paragraf 315d des Strafgesetzbuches in Kraft trat. Nur einen Tag später, am 14. Oktober, sollen die Straßenrennen stattgefunden haben. Vor der Gesetzesreform handelte es sich hierbei lediglich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldstrafe von höchstens 400 Euro und dem Entzug der Fahrerlaubnis von einem Monat geahndet wurde. Seit Inkrafttreten des Gesetzes sind Verabredungen zu illegalen Straßenrennen eine Straftat. Auch wenn niemand zu Schaden kommt, drohen Teilnehmern bis zu zwei Jahre Haft. Kommt es zu Sachschäden, Verletzten oder gar Toten drohen bis zu zehn Jahre Haft und lebenslanges Fahrverbot. Anlass für die Gesetzesreform waren einige Fälle von Autorennen in Großstädten, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden und in diversen Gerichten höchst unterschiedliche Urteile gefällt wurden. Von Patrick Bruckner


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Veröffentlicht am 15.07.2018 23:00 Uhr




 

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