Todtenweis    

Glasfaser kommt

Todtenweis – Bereits im Dezember stand die Breitbandversorgung für Sand und Todtenweis im Gemeinderat zur Diskussion. Damals hätte die Gemeinde rund 300 000 Euro in die Hand nehmen müssen, um an die schnelle Datenautobahn anschließen zu können. Nun wurde nochmal nachgebessert: Jetzt bleibt für die Gemeinde noch eine Deckungslücke von 212 000 Euro. Gegen drei Stimmen wurde am Mittwoch beschlossen, das Angebot von LEW-Telnet anzunehmen.

Bei Landweid soll die Glasfaserleitung über den Lech bis nach Todtenweis verlegt werden. In Sand und Todtenweis entstehen dann zwei so genannte aktive Dslams von denen aus die Daten über hochwertige Kupferkabel an die bestehenden Kabelverzweiger verteilt werden. Zwischen den beiden aktiven Komponenten in Sand und Todtenweis wird ebenfalls Glasfaser laufen, erklärte Matthias Ruppert von LEW-Telnet den Gemeinderäten. „Dann haben sie Bandbreiten wie in Hamburg, Berlin oder Frankfurt“.

Bis zu 50 MBit/s verspricht der Versorger in den Ortschaften. Im Gewerbegebiet werden es um die 25 MBit/s sein. Das sei aus der Planung bewusst ausgenommen gewesen, um nicht mit Förderbedingungen in Konflikt zu geraten, erklärte Bürgermeister Thomas Riß. Leerrohre seien allerdings schon verlegt und laut Telnet seien auch direkte Glasfaseranschlüsse möglich.

Zum Endkunden kommt das schnelle Internet über die Firma M-Net. Die Internet-Flatrate kostet 29,90 pro Monat, eine Doppel-Flatrate, die auch das Telefon einschließt, liegt bei 34,90 Euro. Dafür werden 25 MBit/s angeboten. Wer 50 MBit/s haben will, muss nochmal 9,90 Euro drauflegen. Die Einrichtungsgebühr liegt je nach Vertragslaufzeit zwischen knapp 100 und 50 Euro.

Für Bach ist keine Anbindung vorgesehen. Das Problem: Der Kabelverzweiger, der die 46 Einwohner versorgt, liegt in Pichel. Ruppert schätzte die Kosten für die schnelle Verbindung dort auf rund 100 000 Euro zusätzlich. Nicht mit in die Förderung geht auch die Lutz-Siedlung. Dort ist die bisherige Versorgung mit 2,5 bis drei MBit/s bereits zu gut.

In der Diskussion zeigte sich Franz-Xaver Färber davon überzeugt, dass auch die Nachbarn aus Aindling und Petersdorf auf den Zug aufspringen werden, wenn die Leitung schon mal bis Todtenweis gehe. „Kann man die dann nicht mitzahlen lassen?“, fragte auch Ludwig Grammer. Doch Ruppert und Langenmeier versuchten zu beruhigen – die Ortsteile der Nachbargemeinden seien weit verzweigt, eine Erschließung mit Glasfaser sei immens teuer und derzeit nicht angedacht. Bürgermeister Thomas Riß bemühte sich, das Augenmerk auf die eigene Gemeinde zu legen: „Jetzt bringen wir die Zukunft erst einmal nach Todtenweis“, drängte er auf eine Entscheidung. Dagegen wehrte sich vor allem Grammer – eine Abstimmung war auf der Tagesordnung nicht vorgesehen. Doch er wurde überstimmt. Der derzeitige Zustand sei unhaltbar, meinte Monika Haas, Ulrich Siegmund wollte die Investition in Relation zum neuen Radweg nach Thierhaupten sehen, der auch über 100 000 Euro gekostet habe: „Immerhin bekommen wir hier eine Datenautobahn“. Konrad Carl verglich die Erschließung mit Glasfaser gar mit der Elektrifizierung des Dorfes, und Günter Ivenz rechnete vor, dass das DSL umgerechnet auf 150 Euro pro Nase komme.

Gegen die Stimmen von Grammer, Färber und Tobias Baumeister, denen die Erschließung mit Glasfaser zu teuer war, wurde das Angebot der Telnet angenommen. Nun werden die Zuschussfragen geklärt und ein Kooperationsvertrag mit LEW-Telnet geschlossen. Ab dann läuft die Jahresfrist, innerhalb derer das schnelle DSL nach Todtenweis und Sand errichtet wird.



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Veröffentlicht am 03.03.2011 17:55 Uhr




 

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