Obergriesbach    

Arbeitskreis für Schule

Obergriesbach – Obwohl Obergriesbach mit dem Bürgerentscheid zur Zukunft des Schulgebäudes turbulente Zeiten hinter sich hat, verlief die Bürgerversammlung am Freitag mit nur drei Wortmeldungen problemlos.

Bürgermeister Josef Schwegler hatte das Thema Schule in seinem Rechenschaftsbericht angesprochen. Der Gemeinderat habe sich nach ausführlicher Beratung mehrheitlich dazu durchgerungen, das Gebäude zu sanieren. Doch auch nach dem Bürgerentscheid liege ein besserer und günstigerer Vorschlag nicht vor. Von Veranstaltung zu Veranstaltung sei das Niveau gesunken, am Ende habe man sogar über seinen Tod gesprochen, erinnerte Schwegler. „Wie würde es Euch und Euren Familien gehen, wenn über Euren Tod gesprochen würde“, fragte er die rund 50 Besucher. Offen sei immer noch, wie es weitergehen soll. „Was ist ein Gemeinderatsbeschluss denn noch wert, wenn er hinterher einfach gekippt wird?“ Was solle nun mit dem Haus geschehen, wie soll mit dem Reparaturbedarf umgegangen werden, wie soll sich ein möglicher Arbeitskreis zusammensetzen – diese Fragen stellte der Bürgermeister in den Raum.

Stefan Wieke griff sie auf. Er schlug vor, einen Ausschuss zu gründen, der sich je zur Hälfte aus Gemeinderatsmitgliedern und Bürgern zusammensetzen soll. Dann müsste man zunächst einen Fahrplan erarbeiten und die Bürger im Entscheidungsprozess bei Infoveranstaltungen „mitnehmen“. „Man wird nie alle von einem Vorschlag überzeugen können“, so Wieke, „aber vielleicht eine Mehrheit.“

Sechs grobe Konzepte habe man schon erarbeitet, es gebe großes kreatives Potenzial. Die Ideen überreichte er in Schriftform an Schwegler. Der Gemeinderat wird sich jetzt mit dem weiteren Vorgehen befassen. Die Bürgerversammlung jedenfalls quittierte Wiekes Beitrag mit Applaus.

Die beiden anderen Wortmeldungen befassten sich mit Details zum Winterdienst und den ärgerlichen Hinterlassenschaften von Pferden auf den Straßen, die schlimmer seien als die immer angeführten Hundehaufen.

Zuvor hatte Schwegler seinen Jahresbericht abgeliefert. Ausführlich ging er auf den Haushalt der Gemeinde ein, dessen Einnahmen 2010 von denen des Vorjahres kaum abwichen. Auch in den Ausgaben gab es nur einen Posten, der sich signifikant vom Vorjahr abhebt: Fast 480 000 Euro investierte Obergriesbach in die Tilgung von Darlehen. Das ergab eine Pro-Kopf-Verschuldung von 14,05 Euro – ein ungewöhnlich niedriger Wert. Im Jahr 1997 hatte die Gemeinde mit 1346 Euro Schulden pro Einwohner schon ganz andere Zeiten erlebt.

In einigen Punkten las Bürgermeister Josef Schwegler den Einwohnern freundlich aber bestimmt die Leviten: Straßen seien keine Lagerplätze und dürften weder von Firmen noch von Landwirten verdreckt werden und Auflagen im Bebauungsplan seien dazu da, eingehalten zu werden.

Von Carina Lautenbacher



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Veröffentlicht am 17.04.2011 15:52 Uhr




 

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