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Kreisliga: Kühbach zum Schlüsselspiel im Abstiegskampf nach Berg im Gau

Aichach - Wer in Langenmosen 1:1 spielt, muss sich nicht grämen. Für den VfL Ecknach war das Unentschieden am Karsamstag aber zu wenig, um Platz eins in der Kreisliga Ost zu behaupten. Der FC Affing, der die nicht minder knifflige Problemstellung in Petersdorf mit 1:0 löste, eroberte aufgrund des besseren direkten Vergleichs (3:1/3:2) die Tabellenführung vor den punktgleichen Ecknachern (je 46). Dritter im Bunde der Aufstiegsaspiranten ist fünf Durchgänge vor Schluss mit nur einem Zähler weniger der SC Griesbeckerzell. Dem Aichacher Ortsteilderby zwischen VfL und SCG beim Finale am 20. Mai könnte entscheidende Bedeutung zukommen.

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Am Wochenende ist das Führungstrio mit Aufgaben in vertrauter Umgebung beschäftigt. Ecknach hat's der Papierform nach am schwersten gegen den SSV Alsmoos-Petersdorf (5./38), der über Ostern seine ohnehin nur kargen Aufstiegschancen mit zwei Niederlagen praktisch eingebüßt hat. Die Zeller, denen kaum einer diese Zähigkeit im Wettrennen um die besten Plätze zugetraut hat, sollten gegen den SV Münster (10./24) weniger Schwierigkeiten haben wie auch Affing gegen Nachzügler Straß.
Im tiefen Süden des Klassements muss der SV Thierhauptren (13./12) nach dem 1:3 gegen Berg im Gau bei zehn Punkten Rückstand auf Rang elf so ziemlich alle Hoffnung auf den Verbleib sausen lassen. Den dritten Absteiger werden der TSV Kühbach (12./19.), BSV Berg im Gau (11./22) und SV Münster (10./24) unter sich ausmachen. Allerdings ist auch der BC Aichach (9./25) noch nicht ganz aus dem Schneider, obwohl sich der mit sieben Punkten aus den letzten drei Partien deutlich im Aufwind befindet. Für Münster könnte es mithin aufgrund seines Restprogramms besonders kritisch werden; der SVM muss sich noch mit den drei Topteams auseinandersetzen.
Die kleinste Gemeinde im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen (1200 Einwohner) sieht am Sonntag die bedeutungsschwerste Begegnung im Abstiegskampf. Das Spiel in Berg im Gau (Hinrunde 3:3) sei "eines der wichtigsten in der ganzen Saison", sagt Kühbachs Spielertrainer Emanuel Miok und gibt als Devise für seine Mannschaft aus: "Wir wollen dort nicht nur nicht verlieren, wir wollen gewinnen." Nach den vier Auftaktpleiten hat Miok die folgenden vier Spiele gegen Pöttmes (4:0), in Berg im Gau und in Thierhaupten sowie gegen Aichach "im Kontext" gesehen. Aus diesem Viererpaket seien "sieben Punkte okay, neun gut und zwölf überragend". Dass eine Niederlage beim Burschen- und Sportverein die Aussichten auf ein Rettung auf ein Minimum reduzierte, davon will Miok nichts wissen. Der 32-Jährige nennt die nächsten drei Spiele "unseren Sauerstoff im sportlichen Überlebenskampf".
Für Berg im Gaus Co-Trainer Daniel Marx hingegen steht fest: "Wenn wir gewinnen, dann sind wir bei sechs Punkten Vorsprung und dem besseren direkten Vergleich durch." Marx kann sich am Sonntag ganz aufs Coachen an der Seitenlinie konzentrieren. In Thierhaupten sah er in der 58. Minute nach einem Handspiel auf der Torlinie "Rot", wurde für ein Spiel gesperrt. Der Überlegenheit des BSV konnte die Dezimierung aber nichts anhaben, obwohl Anil Zambak per Elfmeter auf 1:2 verkürzte.
Marx, der gleich neben dem Berg im Gauer Fußballplatz ein Haus gebaut hat, spielt seit 2004 für den BSV. Damals kam der Karlshulder von der "Zweiten" des FC Ingolstadt (BOL). Im Sommer wechselt der 31-Jährige zum stark abstiegsbedrohten A-Klassisten Ludwigsmoos. Auch Spielertrainer Marcel Kappelmaier wird gehen. Entweder als Trainer nach Pförring oder nur als Spieler nach Manching, wird gemunkelt. Mit Martin Finkenzeller steht der Nachfolger längst fest. Der Ex-Pipinsrieder kommt ligaunabhängig.
Marx freilich kann sich absolut nicht vorstellen, dass es mit dem einst etablierten Bezirksligisten (bis zur Ligenstrukturreform 2012) nach unten geht. Letztmals kümmerte "BiG" vor knapp zwanzig Jahren in der Kreisklasse. "Über den Kampf und die Kameradschaft werden wir es auch diesmal schaffen", ist er überzeugt. Und schließlich habe der BSV ja noch den bei Unterhaching und 1860 ausgebildeten Marcel Kappelmaier. Der 25-Jährige ist für Marx der "kompletteste Spieler der Liga. Ob als Innenverteidiger oder als Stürmer, er ist einfach überragend." Was Kappelmaier fehle, sei allein der Torriecher. Den hat dafür der Alsmoos-Petersdorfer Stefan Simonovic (25 Treffer), der zweite Topspieler der Oststaffel.
Emanuel Miok, der von der A-Klasse bis zur Bayernliga alle Ligen durch hat, aber noch nie in Berg im Gau gekickt hat, weiß natürlich von Kappelmaiers Klasse. Den Ebenhausener auszuschalten, sollte der im Angriff agieren, sei schon eine Herausforderung. Andererseits sei die Abwehr bei den Aufstiegen 2015 und 2016 immer der beste Kühbacher Mannschaftsteil gewesen. Beim TSV (28 Tore) hapert's eindeutig im Sturm. Nur Thierhaupten (24) und Straß (25) haben seltener getroffen. Wolfgang Schießl, der stets für 20 bis 25 Tore gut war, sei nach seinem Laufbahnende nicht zu kompensieren gewesen. Mioks Spielertrainerkollege Frank Lehrmann, der im Mittelfeld zu Hause ist, firmiert mit sechs Treffern als bester TSV-Torschütze. Dahinter folgt Blaz Horvat (fünf). Der Slowene war über Ostern auf Heimaturlaub. Sein Mitwirken sei "ungewiss", sagt Abwehrchef Miok.
Was den TSV in Berg im Gau erwartet, darüber ist sich Miok im Klaren: "Kein schönes Spiel, aber ein umkämpftes und hitziges. Darauf werden wir uns einstellen müssen."
Die Spiele der 22. Runde: Ecknach - Alsmoos-Petersdorf (Samstag, 16 Uhr), Thierhaupten - Aichach, Pöttmes - Langenmosen, Griesbeckerzell - Münster, Rehling - Rinnenthal, Berg im Gau - Kühbach, Affing - Straß (alle Sonntag, 15 Uhr). Für Marx ist Kappelmaier der "kompletteste Spieler" der Kreisliga

Von Heribert Oberhauser


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Veröffentlicht am 27.10.2017 03:33 Uhr




 

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