Dasing    

Tourismusverein für das Paartal

Dasing - Die Gemeinde Dasing ist einer Initiative beigetreten, die das Paartal touristisch und wirtschaftlich nach vorne bringen will. Die 23 Kommunen entlang des Flusses sollen sich dazu zu einem Verein zusammenschließen und gemeinsam einen Imagefilm finanzieren. Darüber wurde im Gemeinderat am Dienstag kontrovers diskutiert: Manchen waren die Ziele der Initiative nicht klar genug festgelegt und zu viele Fragen offen. Letztlich stimmten aber nur fünf Räte dagegen.


Die Paar ist laut Beschlussvorlage eines der wenigen naturnahen Fließgewässer in Südbayern und Lebensraum vieler gefährdeter und seltener Tier- und Pflanzenarten. Am Flusslauf liegen die Kulturlandschaften Hallertau, Schrobenhausener Spargelland, Wittelsbacher Land, Lech- und Donautal sowie der Ammersee. Es gibt zahlreiche historische Ortszentren, bedeutende Bauwerke und Denkmäler. Das soll ein Imagefilm herausarbeiten, der in Kurzform im Sommer kommenden Jahres vorliegen soll. Drehen wird ihn eine Firma, die unter anderem für den Bayerischen Rundfunk tätig ist.
Die Gemeinden sollen sich zu einem Verein (vorläufiger Name: Verein Paartal Tourismus) zusammenschließen und ein jährliches Budget von etwa 60 000 Euro aufbringen. Es würden für jede Kommune ein Grundbetrag von 500 Euro plus 30 Cent pro Einwohner anfallen; für Dasing also etwa 2000 Euro jährlich. Den Imagefilm könnten die Kommunen nach eigenen Vorstellungen einsetzen, etwa als Geschenk oder im Schulunterricht.
Bürgermeister Erich Nagl sagte, er favorisiere statt eines Vereins einen Zweckverband, in dem die Finanzmittel an den Bedarf angepasst werden könnten. Anne Glas wies darauf hin, es gebe bereits einen solchen Film vom Bund Naturschutz. Zudem gebe es auch schon einen Verein, den Erholungsgebiete-Verein Augsburg (EVA). Nagl entgegnete, der BN-Film beziehe sich nur auf Naturschutz, und der Tourismus-Verein werde einen Schritt weiter gehen als EVA. Glas waren die Informationen über die neue Initiative dennoch zu wenig konkret: "Wir kaufen die Katze im Sack."
Rudolf Kohler wollte wissen, ob sicher sei, dass alle 23 Kommunen dem Verein beitreten werden. Das sei daran abzulesen, antwortete Nagl, dass alle den gleichlautenden Beschlussvorschlag zu behandeln haben. Werner Ernestus gab zu bedenken, Vorteile von der Tourismus-Initiative hätten eher Städte und weniger die Dörfer. Dem Fraktionskollegen Johann Kügle war nicht einsichtig, warum die Initiative jährlich 60 000 Euro braucht..
Markus Waschka sah in dem Verein eine Konkurrenz zum Wittelsbacher-Land-Verein. Nagl machte dagegen geltend, der neue Verein könne helfen, Zuschüsse zu bekommen, und es gebe die Chance, dass Mitgliedsgemeinden zusammenarbeiten. Iris Neusiedl sagte, wenn etwas Neues beginne, sei das immer ein wenig schwammig. Man müsse sich eben bemühen, dass "etwas Gutes daraus wird". Andreas Wiesner meinte: "Wenn alle Kommunen so ein Theater vollführen wie wir, wird da nie etwas draus."
Glas schlug vor, die Gemeinde solle nur eine Absichtserklärung abgeben und genauere Informationen verlangen. Waschka wollte die Sache nach zwei Jahren wieder in den Gemeinderat bringen und dann klären, ob die Gemeinde dabei bleibt.
In der folgenden Abstimmung war dann aber doch eine klare Mehrheit von 14 Räten quer durch alle Fraktionen für die Beteiligung an dem Projekt.
Nagl fügte am Ende hinzu, der Kreis wolle derzeit auch eine "Ökomodellregion Paartal" gründen. Dabei solle es vor allem um ökologischen Landbau und eine ökologische Lebensmittelwirtschaft gehen, wofür es Entwicklungspotenzial gebe. Film über die Paar vom Ammersee in die Hallertau

Von Andreas Alt


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Veröffentlicht am 07.11.2018 23:00 Uhr




 

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