Adelzhausen    

Mindestens 400 000 Euro Schaden

Ein schwerer Unfall ereignet sich, und auf der Gegenfahrbahn haben die Autofahrer nichts besseres zu tun, als zu gaffen. Am besten man macht noch ein tolles Foto oder kleines Filmchen mit der Handykamera, das kann man dann den Freunden zu Hause zeigen oder auf Facebook posten.


Das passiert nur selten? Leider nein, stellen Feuerwehrler, Polizeibeamte und Sanitäter immer wieder fest. Bei der Massenkarambolage auf der A 8 am Donnerstag (wir berichteten), wäre es wegen Gaffern beinahe zu zusätzlichen Unfällen gekommen.
Wie Peter Grießer vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord berichtet, hörte er, während Verletzte ärztlich versorgt wurden, immer wieder lautes Quietschen: von Autofahrern, die bremsen mussten, um nicht dem langsam vorausfahrenden Gaffer hinten drauf zu krachen. Grießer kennt das Problem, tun könne die Polizei dagegen aber nur wenig. "Die Beamten, die vor Ort sind, haben alle Hände voll zu tun, den Unfall aufzunehmen, mit den Beteiligten zu sprechen und die Ursachen zu klären", erklärt der Polizeibeamte. Ein derartiges Unfallgeschehen mit knapp 30 Fahrzeugen und 27 Verletzten binde alle verfügbaren Kräfte. Zudem reiche es nicht aus, sich nur das Nummernschild zu notieren. "Um die Gaffer zu belangen, muss man ihnen auch noch nachweisen, dass sie am Steuer saßen." Heißt: Die Beamten müssten auch noch Fotos machen. Den Schaden der Unfallserie beziffert Grießer vorsichtig geschätzt auf mindestens 400 000 Euro. Zum Zeitpunkt des Unglücks habe es leicht gehagelt und geregnet, bestätigt er. "Die Autofahrer hätten deshalb ihre Geschwindigkeit anpassen müssen", so der Beamte. Von Thomas Winter Erhalten Sie täglich aktuelle Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land im Print oder E-Paper der Aichacher Zeitung.


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Veröffentlicht am 04.08.2017 23:00 Uhr




 

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