Baar    

Einspruch gegen Windanlagen

Baar – Nur 30 Minuten benötigte der Baarer Gemeinderat am Donnerstagabend für den öffentlichen Teil seiner Sitzung. Während man sich recht schnell auf eine gemeinsame Stellungnahme zu der von Holzheim geplanten Fläche für Windräder einigte, gab es zum zweiten Tagesordnungspunkt doch mehr Diskussionsbedarf.

Gegen die siebte Änderung des Holzheimer Flächennutzungsplanes erhebt die Gemeinde Baar Einspruch. Das ursprünglich 19 Hektar große mögliche Gebiet für Windkraftanlagen wurde zwar um fünf Hektar verkleinert, jedoch nicht an der Baar zugewandten Seite, womit sich an der Grundsituation nichts geändert hat (wir berichteten). Einstimmig fiel das Votum aus, da Raumbedeutsamkeit, Sicht, Lärm und städtebauliche Entwicklung Baars behindert werden.

Die Firma eds-r, die sich auf Recycling von Elektronikschrott spezialisiert hat, will im Gewerbegebiet eine Halle anmieten. Dazu wird aufgrund der Betriebsart allerdings ein förmliches Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz benötigt. Wie Bauamtsleiter Stefan Wolf betonte, ist dies jedoch nur in einem Industriegebiet möglich, weshalb der künftige Mieter und der neue Besitzer der Halle die Umwandlung des Gewerbegebiets in ein Industriegebiet beantragt haben. Den Räten stellte sich die Frage nach den Auswirkungen, zumal das Baugebiet Wirtsäcker bereits bei der Erstellung des ursprünglichen Gewerbegebiets in Sachen Abstände, Schichtzeiten und Immissionen für Diskussionsstoff sorgte, wie Gottfried Denkel in Erinnerung rief.

Welche Grenzwerte bei einer Umwandlung unverändert beibehalten oder geändert werden müssen, könne sich erst im Laufe des Verfahrens herausstellen, so Stefan Wolf auf Nachfrage. Andererseits sei ein Aufstellungsbeschluss schon mal ein Signal, dass die Gemeinde grundsätzlich Interesse hat. Johanna Ruisinger forderte dagegen von vornherein Festlegungen, da „wir nicht wissen was andernfalls auf uns zukommt“.

Den von Sitzungsleiter und Zweitem Bürgermeister Florian Reiter (Gemeindechef Leonhard Kandler ist immer noch erkrankt) unterbreiteten Beschlussvorschlag nahmen die Räte ohne Gegensitmme an: der Antrag ist vorläufig zurückgestellt, bis dem Gremium konkretere Informationen vorliegen.

Unter Kenntnisnahmen informierte Florian Reiter, dass die Thematik Eislaufplatz und Einebnung der Fläche in der kommenden Woche in Angriff genommen und in der Woche nach Ostern abgeschlossen werden. Dem von der Stadt Aichach vorgetragenen Wunsch auf Plakatierung mit Hinweisen zur Bayernrundfahrt wurde entsprochen. Allerdings hakte Kunigunde Ruisinger nach und forderte Maßnahmen gegen wilde Plakatierung vor allem im Kreuzungsbereich der beiden Staatsstraßen.

Von Wilhelm Wagner



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Veröffentlicht am 15.04.2011 16:25 Uhr




 

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