Altomünster    

Sozialer Wohnungsbau mit allen Bevölkerungsschichten

Altomünster - Es waren durchaus überraschende Botschaften, die Stefan Reith, einer der beiden Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Dachau (WLD) am Dienstagabend im Gepäck hatte, als er dem Marktgemeinderat Altomünster mögliche Kooperationsmodelle seiner Gesellschaft mit der Kommune präsentierte. Der Anlass: die Entwicklung des Neubaugebiets am Sandgrubenfeld, entlang einer neuen Straße, die auf den Namen "Am Klosteracker" hören soll. So hatte es das Gremium vor knapp drei Jahren beschlossen, so heißt nun auch das Projekt.


Das Areal ist mittlerweile vollständig im Besitz der Marktgemeinde. Der Kommune stellen sich zwei Fragen: Wie wird das Projekt realisiert? Wer wird dort dereinst wohnen? Reith bot dabei seine Hilfe an. Eine seiner Botschaften lautete: "Sozialer Wohnungsbau steht größeren Bevölkerungsgruppen offen, als man glaubt." Zudem empfahl für das Baugebiet eine "Durchmischung mit allen Gesellschaftsschichten".
Am Klosteracker sollen zwei Wohnblöcke auf einem Grundstück von rund 2700 Quadratmetern entstehen, mit Erdgeschoss, Obergeschoss und Dach. Die beiden Gebäudekörper sind parallel in West-Ost-Richtung angeordnet. Amtsleiter Christian Richter machte auf Nachfrage der AICHACHER ZEITUNG klar, dass es sich um "vorläufige erste Ideen" handelt.
Gleiches gilt für die Wohnungsaufteilung. Das nördliche Gebäude beherbergt nach jetzigem Stand 19 Wohnungen mit einer gesamten Wohnfläche von 823 Quadratmeter, das südliche Haus 16 Wohnungen mit zusammen 708 Quadratmetern.
Eine der Besonderheiten des Projekts: Von den insgesamt 35 Wohneinheiten sind 22 als Ein-Zimmer-Wohnungen mit einer Größe von 35 Quadratmetern vorgesehen. "Ein Bedarf an kleinen Wohnungen ist bei uns sicherlich vorhanden. Zum Beispiel, bei jungen Menschen, die nicht mehr bei ihren Eltern leben möchten, oder auch bei alleinstehenden Seniorinnen und Senioren," so Richter.
Unter anderem wegen der Größenordnung des Projekts hatte sich die Kommune (nach einem im Dezember nicht-öffentlich gefassten Ratsbeschluss) an die WLD gewandt. Geschäftsführer Reith legte Zahlen vor: Er schätzt das Gesamtinvestitionsvolumen auf 5,3 Millionen Euro - bei einem Grundstückswert von 1,3 Millionen Euro (Quadratmeterpreis laut Gutachter: 450 Euro) und Baukosten von rund 1,9 Millionen Euro für das Südgebäude sowie circa 2,1 Millionen Euro für den Nordkomplex.
Ein zweiter Grund für die Kooperation: Wenn eine Kommune ein größeres Bauvorhaben realisiert, muss sie in der Regel europaweit ausschreiben. Die WGL muss das nicht, weil sie eine private Firma ist. Doch da sich ihre Gesellschafter aus dem Landkreis sowie den 16 Gemeinden des Landkreises zusammensetzen - mit Ausnahme der Großen Kreisstadt, die über eine eigene Wohnungsbaugesellschaft verfügt - ist sie auch "Inhouse-fähig", wie Reith erklärte. Das bedeutet, dass die WLD mit den Kommunen tätig werden kann, ohne selber zuvor einen Ausschreibungsvergabeprozess durchlaufen zu müssen.

Von Horst Kramer


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Veröffentlicht am 23.01.2019 23:00 Uhr




 

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