Aichach    

B 300: Der Weg ist frei

Aichach - Es war so etwas wie eine symbolische Verspätung: Die bayerische Verkehrsministern Ilse Aigner und ihr Kollege im Bund, Andreas Scheuer, kamen zur Verkehrsfreigabe der B 300 zwischen Aichach und Dasing zu spät. Ursache war ein Stau in Oberbayern - wegen eines Unfalls. Genau die, Unfälle, soll es nach dem fast 28 Millionen teuren "Infrastruktur-Upgrade" (Scheuer) auf der B 300 nun nicht mehr geben.

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Entsprechend zufrieden waren denn auch die etwa 200 Bürger, die zur Eröffnung an der Auffahrt beim Gewerbegebiet Acht300 gekommen waren, sowie die Politiker aus Bund, Land und den Kommunen, die sich ein Stelldichein gaben. Neben den beiden Ministern waren auch Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz und die Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko, Johannes Hintersberger, Bernd Kränzle (alle CSU), Dr. Simone Strohmayr (SPD) und Johann Häusler (FW) anwesend. Dazu die Kommunalpolitik mit Landrat Dr. Klaus Metzger und den Bürgermeistern aus Aichach, Dasing und Kühbach, Klaus Habermann, Erich Nagl und Hans Lotterschmid, sowie vielen Kreis-, Stadt- und Gemeinderäten.
Einer, der gestern oft erwähnt und für seinen Einsatz bei dem Projekt viel gelobt wurde, fehlte allerdings: der frühere Bundesbauminister und Bundestagsvizepräsident Eduard Oswald (CSU), der in einer Art privaten Großen Koalition zusammen mit Klaus Habermann vielleicht am meisten zur Realisierung des Ausbaus beigetragen hat.
Letztendlich geht die Geschichte des Großprojekts bis ins Jahr 1997 zurück, vor allem aber seit 2004 wurde intensiv an der Beseitigung eines der schlimmsten Unfallschwerpunkte im Landkreis Aichach-Friedberg gearbeitet. Spätestens damals war klar, dass die Straße auf der vielleicht wichtigsten Nord-Süd-Verbindung in Bayern dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen war.
26 000 Fahrzeuge fahren jeden Tag zwischen Dasing und Aichach, der Durchschnitt auf bayerischen Bundesstraßen liege bei 10 000, wie Scheuer in seiner Rede erinnerte. Der Ausbau sei deshalb "sinnvoll, notwendig und unbestritten". Was seine bayerische Kollegin Ilse Aigner, wie alle Redner, nur unterstreichen konnte. Sie war es auch, die die Rolle der Stadt Aichach noch einmal hervorhob, die über ihre üblichen Verpflichtungen hinaus in finanzielle Vorleistung gegangen war und damit den Ausbau der Anschlussstelle Aichach-West ermöglicht hatte.
Die war wiederum der Einstieg in den gesamten Ausbau. Habermann wiederum weitete in seinem Grußwort den Blickwinkel auf die allgemeine gesellschaftliche und politische Situation aus: Die lange und schwierige Geschichte des Ausbaus zeige, dass Politik komplizierter sei als jene meinen, die immer nur laut schreien und glaubten, alles auf Stammtischniveau herabziehen zu müssen. Auch Landrat Metzger setze einen Kontrapunkt zum allgemeinen Genörgel und der Unzufriedenheit, indem er darauf hinwies, dass die Baumaßnahme im angepeilten Zeitrahmen und - im Großen und Ganzen - auch im Kostenrahmen geblieben war.
Das war auch ein indirektes (oder auch direktes) Lob für den stellvertretender Leiter des Staatlichen Bauamtes Augsburg, Stefan Scheckinger, und den für den Landkreis Aichach-Friedberg zuständigen Abteilungsleiter Christoph Eichstaedt.
Sie hatten sich für die Verkehrsfreigabe auch etwas anderes ausgedacht als das übliche symbolische Durchschneiden eines Bandes: Stattdessen wurden, zu den Klängen der Nationalhymne und der Bayernhymne, schwarz-rot-goldene und weiße-blaue Luftballons in den Himmel geschickt - während unten das erste Auto auf der nun komplett vierspurigen B 300 durch die Unterführung fuhr: ein weißer Citroen. Mehr Bilder zur B 300-Eröffnung Mehr Bilder zur B 300-Eröffnung

Von Bastian Brummer und Dr. Berndt Herrmann
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Veröffentlicht am 21.09.2018 23:00 Uhr




 

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