Aichach    

Audioguide führt durchs Museum

Aichach (mg) Stolz präsentierte jetzt der Leiter des Aichacher Stadtmuseums, Christoph Lang, die neueste Errungenschaft: Audioguides. Die kleinen Geräte sind mit unterhaltsamen Hintergrundinformationen zu einzelnen Ausstellungsstücken besprochen. Diese Beiträge erarbeiteten Abiturienten des Aichacher Deutschherren-Gymnasiums im Rahmen ihres P-Seminars bei Jürgen Schäfer.

audioguide3

Bürgermeister Klaus Habermann betonte bei der Vorstellung die Bedeutung, die das Aichacher Stadtmuseum mittlerweile erreicht habe. Auf 1000 Quadratmetern Fläche würden herausragende Exponate gezeigt, die auch Besucher von weiter her anlockten. Zwischen 3000 und 4000 Gäste verzeichnet das Museum an der Schulstraße pro Jahr.
Im vergangenen Jahr wurde die Idee, den Besuchern Audioguides zur Verfügung zu stellen, mit Erläuterungen zu den Wittelsbachern getestet. "Wir hatten fünf Geräte, und diese waren sehr gefragt", berichtete Christoph Lang. Weitere sieben wurden gekauft und es entstand die Idee, die Guides in Kooperation mit dem Gymnasium - auch wenn das eigentlich in Trägerschaft des Landkreises steht, so werden doch gute Beziehungen zur Stadt gepflegt - zu besprechen. Direktor Gerhard Haunschild dankte Habermann für die Unterstützung, die das Gymnasium stets durch die Stadt erfährt, und erinnerte an die gewachsene Verbindung zwischen Schule und Museum: So waren es die Lehrer Gottfried Hecht und Franz Friedl, die zu den Gründungsvätern gehörten. "Dieser Audioguide ist etwas ganz Besonderes. Den hat kein anderes Museum", lobte der Schulleiter, der sich über seine engagierten Abiturienten freut.
Jürgen Schäfer, Lehrer am Deutschherren-Gymnasium, erklärte das Audioguide-Projekt. Im sogenannten Projekt-Seminar beschäftigen sich Abiturienten zum einen mit Berufs- und Studienorientierung, zum anderen immer mit einem speziellen Vorhaben. Bei Jürgen Schäfer war das der Audioguide. "Ziel dieser eineinhalbjährigen Seminare ist es, die Schüler vertraut zu machen mit Organisationsformen der Wirtschaft mittels branchenübergreifender Projekte." Die Jugendlichen könnten so Erfahrungen in Teamarbeit und Management sammeln und lernen, ein Ziel zu entwickeln und auf dieses hinzuarbeiten.
Es entwickelten sich 38 Beiträge, von denen keiner dem anderen gleicht. Drei davon wurden bei der Vorstellung den Gästen vorgespielt. Die meisten der zwölf Abiturienten nahmen zwei Hintergrundberichte auf, andere sogar noch mehr: Kathrin Gail fand so großen Gefallen an der Aufgabe, dass sie gleich neun erarbeitete. In "Die Noderin" beispielsweise unterhält sie sich im Dialekt mit ihrer Großmutter darüber, wie das früher war, als die Schneiderin noch ins Haus kam und etwa eine Hochzeitsausstattung nähte.
Christoph Lang war von der Authentizität außerordentlich angetan. Dank der Guides erfahren die Museumsbesucher auch, wie es früher in einer Bauernfamilie zuging: "Auf dem Hof hatte nur einer das Sagen: der Bauer. Frauen sterben, kein Verderben. Vieh verrecken, großer Schrecken", heißt es bei Maximilian Glas. Sebina Weich lässt den Veitbauern zu Wort kommen, der stolz ist auf seine neue Haustür: "Schee is wor'n, gell. Damit ma scho glei sieht, dass mir zu de Bessern g'hörn."
Die Museumsbesucher können sich die Audioguides, die wie kleine Handys aussehen, leicht zu bedienen sind und ohne Kopfhörer auskommen, an der Kasse kostenlos ausleihen. Dazu bekommen sie einen Folder, der die Routen durchs Museum erläutert. Man kann wählen zwischen Informationen zu den Wittelsbachern und den Beiträgen der Schüler. Diese beginnen mit Wissenswertem, das Leo Grabmayr zur Grabplatte von Hans Wintermayr herausgefunden hat, die im Treppenhaus steht, und enden mit Erklärungen zu bäuerlichen Transportmitteln im Dachgeschoss. Als die Noderin noch ins Haus kam
audioguide5


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 18.05.2016 03:33 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief