Aichach    

Unfallfahrer lässt Verletzte im Straßengraben zurück: Gericht verurteilt ihn zu Bewährungsstrafe und Geldzahlung

Aichach - Den 16. November 2014 werden ein 49-jähriger Konditor aus dem Landkreis und eine Familie aus Laimering nicht mehr vergessen: Kurz vor 4 Uhr nachts erfasste der Mann die damals 21 und 25 Jahre alten Schwestern mit seinem VW Golf und fuhr einfach weiter. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Sabine Igloffstein verurteilte ihn wegen Fahrerflucht zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten, außerdem muss er insgesamt 27 000 Euro an die beiden Mädchen zahlen.


Der Unfall ereignete sich kurz vor dem Ortsbeginn von Laimering. Die beiden Mädchen waren bei einer Party in Nördlingen, bei der Rückfahrt baten sie den Busfahrer, sie außerhalb des Ortes aussteigen zu lassen, weil sie einen Feldweg als Abkürzung nutzen wollten. Der Golf-Fahrer war auf dem Rückweg von einem Konzert und fuhr von Laimering in Richtung B 300, sah den Bus und auch, dass Personen ausstiegen. Dann habe er nur noch einen Aufprall wahrgenommen und einen "Blackout" gehabt. Er sei heimgefahren und ins Bett gegangen, sagte er gestern aus.
Die Mädchen blieben schwerverletzt im Straßengraben liegen. Das eine erlitt unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma, einen Oberschenkelbruch, einen offenen Unterarmbruch und weitere Verletzungen, die andere junge Frau einen Unterschenkelbruch, einen Becken- und einen Halswirbelbruch. Beide verbrachten lange Zeit im Krankenhaus und bei Reha-Maßnahmen, leiden noch heute unter den Folgen und waren psychisch nicht in der Lage, an der Verhandlung teilzunehmen.
Der Fahrer gab an, in einer schwierigen Lebenssituation gewesen zu sein und nach dem Unfall einen "Blackout" gehabt zu haben.
Von Dr. Berndt Herrmann


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Veröffentlicht am 09.04.2016 00:00 Uhr




 

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