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Sieg am grünen Tisch für Aichacher Ringer

Aichach (mofi) In ihrem letzten Heimkampf der Saison in der Landesliga Süd bekamen die Aichacher Ringer mit der als Meister feststehenden Angerer "Zweiten" der Papierform nach ein mächtiges Hindernis vorgesetzt. Allerdings wich die Aufstellung der Staffel aus dem Berchtesgadener Land vom üblichen Muster ab. Auf der einen Seite nominierte Anger Ringer mit bisher wenigen Einsätzen, andererseits sprangen Mattenfüchse aus der 2. Liga ein, um den Sieg zu garantieren. Am Ende stand dann auch ein wenig überraschendes 20:15 für die Gäste auf der Anzeige.

MaxNoder

Die Aichacher, ohne den an der Schulter verletzten Tunahan Cedimoglu, fanden sich mit der Niederlage gegen den Ligaprimus ab und feierten mit ihm das anstehende Saisonende. Am nächsten Morgen gab es für die Angerer dann ein böses Erwachen, das aber nicht vom übermäßigen Alkoholkonsum herrührte. Weil sie drei statt der erlaubten zwei Ringer aus der 2. Liga eingesetzt hatten, wurde der Kampf im 66 kg klassische Stilart am grünen Tisch nachträglich für den TSV gewertet. Auf der gelb-rot-blauen Matte war der Aichacher Felix Boussad gegen Felix Baumgartner auf dem Kreuz gelandet. So wurde aus dem 15:20 ein 19:16 für die Aichacher, die damit den fünften Sieg hintereinander errangen.
Der SC Anger wird seine erste Mannschaft für die nächste Saison aus der neu strukturierten Bundesliga zurückziehen und dann nur noch eine Riege stellen. Diese kann, wenn die "Zweite" nach einem Entscheidungskampf mit Landesliga-Nord-Meister SC 04 Nürnberg aufsteigt, in der Bayernliga an den Start gehen.
Die Kämpfe im Einzelnen:
57 kg Griechisch-Römisch: Erst nach der Pause konnte der Aichacher Obaid Besmelabi gegen Milan Nyiri punkten, dafür aber gleich durch einen Ausheber mit großer Amplitude. Im späteren Bodenkampf erwischte der Afghane seinen Gegner am Kopf, was er nach 4:07 Minuten in einen Schultersieg umwandelte. Besmelabi bleibt damit im TSV-Dress unbesiegt.
130 kg Freistil: Tobias Mustafa verteidigte sich als Cedimoglus Stellvertreter stark gegen den Angerer Alexander Koch und ließ lediglich ein kleine Punktniederlage (0:2) zu.
61 kg Freistil: Julien Frey fand in Robert Molnar seinen Meister. Gegen die Durchdreher des Bundesligaringers wusste sich der Aichacher nicht zu verteidigen. Frey demonstrierte immerhin eine starke Brücke und verhinderte so, geschultert zu werden.
98 kg Griechisch-Römisch: Maximilian Noder schulterte Dennis Baumgartner im zweiten Anlauf nach einem Kopfzug, nachdem er den Angerer als aktiverer Ringer bereits schwer unter Druck gesetzt hatte.
66 kg Griechisch-Römisch: Für den TSV traf Felix Boussad auf seinen Namensvetter Felix Baumgartner. Baumgartner demonstrierte seine Bundesligaerfahrung mit einer schnellen technischen Überlegenheit. Letztlich war sein Sieg aber Makulatur
86 kg Freistil: Korbinian Lechner findet sich im Männerteam immer besser zurecht. Er warf zwei Schleudern an Leon Anfang, wovon die erste noch gekontert wurde. Später entkam Lechner aus der Bodenlage und holte weitere Punkte. Aber dann erwischte Anfang den Angerer im Hammerlock und legte ihn auf die Schultern.
66 kg Freistil: Der Augsburger Eugen Faas hätte seinen Kontrahenten Daniel Wimmer zwei Mal beinahe mit einem Kopfzug geschultert. Danach baute er als aktiverer Ringer seinen Vorsprung aus und schrammte knapp an einer technischen Überlegenheit vorbei.
86 kg Griechisch-Römisch: Mit zu wenig Masse für die Gewichtsklasse traf Erik Iftenie für Aichach auf den Teilnehmer der diesjährigen Kadetten-EM, Simon Öllinger. Iftenies zum Teil riskante Angriffe blieben erfolglos und konnten seine technische Unterlegenheit nicht verhindern.
75 kg Griechisch-Römisch: In einem relativ ausgeglichenem Kampf maß sich Florian Stöckelhuber mit dem Angerer Roman Koch. Stöckelhuber ist noch nicht wieder in Topform, ihm unterliefen vereinzelt Fehler bei der Ausführung der Griffe, was zu einer niedrigen Punktniederlage führte.
75 kg Freistil: Ein Déjà-vu der vergangenen Woche erlebte Moritz Oberhauser. Der Aichacher Weltergewichtler schulterte Maximilian Pöschl zu Anfang des Kampfes mit einem Achselwurf. Pöschl war verletzungsbedingt aber nicht voll einsatzfähig. Anger zieht seine erste Mannschaft zurück


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Veröffentlicht am 04.12.2016 19:39 Uhr




 

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