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Rad: Daniel Schrag fährt beim Prolog als Zweiter ins Nachwuchstrikot

Aichach - Mit seinen 15 Lenzen hat Daniel Schrag schon einige Etappenrennen auf dem Buckel. Aber noch keines, sagte der Aichacher Radrennfahrer am Montagmittag, sei so schwer gewesen wie heuer die Thüringer Friedensfahrt, die von Freitag bis Sonntag mit vier Teilabschnitten an den Schauplätzen Gotha, Weingarten und Friedrichsroda ausgetragen wurde. Angesichts des hochklassigen Feldes bei der U 17 seien Platz 19 in der Gesamt- und Rang fünf in der Nachwuchswertung (jüngerer Jahrgang) ein "super Ergebnis", bilanzierte Schrag ein sehr anstrengendes Wochenende. Der U 17-Gesamtsieg ging an Marco Brenner, seinen Vereinskollegen von der RSG Ansbach.

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Wie anspruchsvoll die Friedensfahrt war, unterstreicht die Tatsache, dass von 180 gestarteten Jungspunden nur 130 das Ziel erreichten. Das Feld rekrutierte sich aus 31 Mannschaften (mit bis zu sechs Fahrern), 15 davon kamen aus dem Ausland (von Belgien, Luxemburg, Österreich bis nach Ungarn).
Für den Prolog in Gotha - auf dem 800-m-Kurs ging es 20 Minuten rund mit Wertungen alle fünf Minuten - wurden die Jugendlichen in drei Gruppen à 60 Fahrer aufgeteilt. In jeder Gruppe galt es ein Trikot zu erobern (Gesamtführung, Berg, Sprint). Schrag gehörte zu den ersten 60, bei denen es neben dem Gesamtklassement auch um das Trikot des besten Nachwuchsfahrers ging. Als ausgezeichneter Zweiter seines Prologs durfte sich der Aichacher den pinkfarbenen Dress als Bester des jüngeren Jahrgangs überstreifen, nur Ole Theiler vom Team Nordrhein-Westfalen, den keiner auf der Rechnung hatte, legte eine längere Distanz zurück.
In Pink trat Daniel Schrag, der wie bei den vorausgegangenen Rundfahrten für das BMC Mittelfranken Förderteam Bayern in die Pedale trat, demnach am Samstagvormittag in Weingarten zum Bergzeitfahren über fünf Kilometer an. Die windanfällige Strecke verlangte den Youngstern alles ab. Der Neuntklässler am Deutschherren-Gymnasium fuhr eine klasse Zeit mit 8:16 Minuten, war auf identischem Kurs eine Minute schneller als vor Jahresfrist in der U 15-Konkurrenz, die er als Gesamtzweiter abgeschlossen hatte. Als 25. verlor Daniel Schrag allerdings das Nachwuchsleiberl an den Österreicher Lukas Grießer, der acht Sekunden schneller war. Im Klassement des jüngeren Jahrgangs fiel er auf Rang fünf zurück.
Die dritte Etappe am Samstagnachmittag firmierte als Rundstreckenrennen über 60 Kilometer (acht Runden à 7,5 Kilometer). Schrag gewann den Sprint des Hauptfeldes, wurde damit Neunter. Eine sechsköpfige Ausreißergruppe mit Marco Brenner an der Spitze hatte sich frühzeitig abgesetzt.
Vor der Schlussetappe in Friedrichsroda, einem weiteren Rundstreckenrennen über 60 Kilometer (fünf Mal zwölf Kilometer), hatte Daniel Schrag die Hoffnung auf den Sieg beim jüngeren Jahrgang noch nicht aufgegeben. Es war indes ein hehres Unterfangen, acht Sekunden auf Lukas Grießer wettzumachen. Daniel Schrag hatte zwei Pläne: Entweder gemeinsam mit dem bärenstarken Marco Brenner die Flucht antreten oder sämtliche Sprintwertungen (mit Zeitgutschriften) gewinnen.
Aber weder das eine noch das andere funktionierte. Im ersten Sprint wurde Schrag nur Vierter, und für einen Ausritt mit Brenner war das mit strapaziösen Anstiegen gespickte Rennen zu geschwind. Das Feld legte ein Höllentempo vor, weshalb am Ende ein Schnitt von 41 km/h herauskam. Zu allem Übel fiel Brenner mit einem Defekt zurück. Die letzte Etappe war die einzige, die der Augsburger nicht gewann. Brenner präsentierte sich in blendender Verfassung. Beim Bergzeitfahren sei sein Klubkamerad 20 Sekunden schneller gewesen als weiland der siebenfache Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin als U 17-Jugendlicher, würdigte Daniel Schrag Brenners Leistung.
Als 24. des finalen Abschnitts gelang es Daniel Schrag nicht mehr, sich im Gesamtklassement zu verbessern. Platz 19 in einer hochkarätigen Konkurrenz konnte sich aber wahrlich sehen lassen.
Am kommenden Wochenende geht's für den jungen Aichacher schon wieder nach Thüringen. In Magdala (Einzelzeitfahren am Samstag) und Töttelstädt (Rundstreckenbewerb am Sonntag) warten zwei Sichtungsrennen des Bundes Deutscher Radfahrer auf den 15-Jährigen. Im Bergzeitfahren eine Minute schneller als im vergangenen Jahr

Von Heribert Oberhauser


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Veröffentlicht am 15.05.2018 17:24 Uhr




 

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