Leichtathletik    

Dreikönigslauf: Johannes Hillebrand siegt mit Streckenrekord

Aichach - Besser hätte es der LC Aichach für seinen 34. Dreikönigslauf kaum treffen können: Mit 247 Sportlerinnen und Sportler, die ins Ziel kamen, wurde die zweithöchste Teilnehmerzahl aller Zeiten erreicht; Johannes Hillebrand (LG Stadtwerke München) stellte mit 26:14 Minuten einen neuer Streckenrekord auf der im vergangenen Jahr neu vermessenen 8,2-Kilometer-Strecke auf. Der Frauen-Wettbewerb mit der Münchner Siegerin Cathrin Möller (33:03) war spannend. Ebenso wie der Kampf um die Podestplätze - bei den Männern mit Pfaffenhofener Florian Pasztor auf Rang zwei (26:53) und dem Adelzhausener Benjamin Dillitz (27:37), bei den Frauen mit der Dachauerin Daniela Arthofer (34:27) und der Neusässer Profi-Mountainbikerin Antonia Daubermann (34:31)

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Dazu ein Wetter wie gemalt. Der LCA-Vizevorsitzende Helmut Baumann merkte nach dem Rennen ungläubig an: "Vor einen Jahr hatten wir draußen auf der Strecke minus zwölf Grad , heuer waren es plus 14." Dauerläufer Martin Bichlmeier erklärte sein rotes Antlitz nach dem Zieleinlauf verschmitzt mit "Sonnenbrand".
Und dennoch waren nicht alle zufrieden beim LC Aichach. "Den einen oder anderen Hobbyläufer mehr hätte ich mir bei diesen Bedingungen schon noch gerne gewünscht", merkte Vereinschef Josef Lechner kritisch an. Warum die nicht kamen, dazu hatte der ehemalige Spitzenläufer eine ganz eigene Theorie (siehe eigenen Bericht).
Den mehrfachen bayerischen Meister Hillebrand kümmerten solche Gedanken freilich nicht: Er hatte schon nach 150 Metern die Führung übernommen und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. "Eine sehr schöne Strecke. Mit dem langen Anstieg (jenseits der B 300/Red.) hätte ich allerdings nicht gerechnet", erzählte er im Ziel. Der 1,90-Mann aus Luttenwang (Landkreis Fürstenfeldbruck) unterbot die Zeit des Vorjahressiegers, des 13-fachen deutschen Meisters Sebastian Hallmann (27:39) um satte 1:25 Minuten, auch Pasztor und Dillitz blieben noch unter der Zeit; die Temperaturen spielten dabei sicherlich eine Rolle.
Pasztor zeigte sich bestens gelaunt, der 24-jährige Dillitz meinte bescheiden: "An meine beiden Vorbilder komme ich noch nicht ran." Das entscheidende Wörtchen war dabei "noch". Was auch der zehn Jahre ältere Pasztor bemerkt hatte: "Du wirst uns in den kommenden Jahren sicherlich jagen." Vierter wurde ein zufriedener Stadtlaufsieger Thomas Mittag (TSV Jetzendorf, 28:12): "Bei diesem Feld unter die Top Sechs zu kommen, ist schon gut." Eine Meinung, der sich der schnellste LCA-Mann Michael Harlacher (6./28:31) gerne anschloss.
Einen spannenden Dreikampf lieferten sich der Dasinger Hubert Beck, Andreas Kigele (LC Aichach) sowie der Fischacher Triathlet Christian Schiller um den letzten einstelligen Platz. Mittelstreckler Beck machte das Rennen in einem langen Schlussspurt (29:41) vor Kigele (29:49) und Schiller (29:50). Thomas Anneser wurde 18. (30:48).
Bei den Frauen war alles offen: Die Veranstaltungsmoderatorin Agnes Hartl, die wegen einer Verletzung nicht starten konnte, erwartete die Profi-Mountainbikerin Antonia Daubermann (ESV Neusäß), Cathrin Möller (LG Stadtwerke München) sowie die frühere Triathletin Daniela Arthofer (ASV Dachau) ganz vorne. So kam es denn auch: Möller verließ als Erste das Josef-Bestler-Stadion, die anderen beiden hielten Sichtkontakt. Die Vorentscheidung zugunsten der Münchnerin fiel an der langen Steigung.
Sehr stark präsentierte sich als Achte die Aichacher Jazzsängerin Martina Bolvary (Schwimm- und Triathlonverein Akia) mit 37:43 - 1:40 schneller als 2017 -, Karina Fitz-Helbig (LC Aichach) wurde wie im Vorjahr 13. (40:03). Brigitte Fischer (SV Handzell) verbesserte sich um gut eine Minute und vier Plätze auf Rang 16 (40:28). Die Thalhauserin Heidi Hagl (LC Aichach) wurde 18. (40:52). Ihre Vereinskameradin Kathrin Wörle traf enttäuscht erst nach 43:27 Minuten ein: "Bei mir ging gar nichts. Seit meiner Erkältung kriege ich keine Luft mehr." Die zwölfjährige Johanna Konrad (LG Aichach-Rehling) konnte hingegen zufrieden sein. Bei ihrer Premiere auf der langen Strecke wurde das große Talent 24. im Frauenfeld (43:06).
Spannung herrschte vor der Bekanntgabe der Mannschaftwertung. Zwar waren die Urban Runners Munich mit 34 Teammitgliedern angereist, Josef Lechner gab aber zu bedenken, dass die LG Stadtwerke München beide Sieger sowie zwei Medaillen ergattert hatte. Doch schlussendlich siegte die URM-Crew überlegen mit 2924 Zählern vor der TG Viktoria Augsburg (1815/10), der Forza SGM (1808/14) und dem Hillebrand-Team (1334/6). Der SV Handzell zeigte sich mit Rang fünf (1325/10) zufrieden. Die Fußballer des TSV Hollenbach (mit Fan Martina Mika) wurden guter Achter von 20 gemeldeten Teams (826/7).
Bei den Kindern hatten über 400 Meter Maxi Tauber (SpVgg Auerbach-Streitheim) und Finja Herzog (Team Herz-Engel) die Nase vorne. Das Schülerrennen über 1200 Meter entschieden Tamino Mittag (TSV Jetzendorf) und Liah-Soline Gerich (TSV Neuburg) für sich.
Unter den Zuschauern war auch Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann. Er war einer Einladung von Lechner gefolgt, wenn auch nur kurz, weil er den Gedenkgottesdienst für seinen Vater besuchen wollte. Lechner bedankte sich beim Stadtoberhaupt: "Er hat das schöne Wetter mitgebracht."

Von Horst Kramer
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Veröffentlicht am 07.01.2018 20:26 Uhr




 

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