Aichach    

Bürgermeisterkandidat gesucht

Aichach (roe) Aichachs CSU will 2020 einen neuen Anlauf unternehmen, den Chefsessel im Rathaus zurückzuerobern. "Wir sind bestrebt und bemüht, einen Bürgermeisterkandidaten oder eine Kandidatin zu finden", erklärte Helmut Beck, Zweiter Bürgermeister und Chef der CSU-Stadtratsfraktion, im Gespräch mit unserer Zeitung mit Verweis auf eine entsprechende gemeinsame Entscheidung von Fraktion und den Ortsverbänden in der Stadt und den Ortsteilen. Wer das sein könnte, sei noch völlig offen. Dass er selbst immer wieder als potenzieller Kandidat gehandelt wird, weiß Beck. Dazu wollte er sich aber nicht äußern.

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Klar: Auch bei der CSU schaut man in Richtung Klaus Habermann. Tritt der Amtsinhaber noch einmal an oder hört er nach vier Legislaturperioden auf? Eine Frage, die das Stadtoberhaupt bisher nicht beantworten möchte. Eine Entscheidung wolle er erst im nächsten Jahr treffen, erklärt er stets. Von ihr dürfte freilich auch das Personalkarussell bei der CSU beeinflusst werden.
Unabhängig davon ist die Union bereits dabei, "mit Leuten, die sich auch für Kommunalpolitik interessieren", ins Gespräch zu kommen. Stichwort: Kandidatenliste für den Stadtrat. Momentan zählt die CSU-Fraktion elf Stadträte sowie zwei Ortssprecher. "Mehr als einer" des Teams wird nach Auskunft Becks beim nächsten Mal altersbedingt nicht mehr mit von der Partie sein. Man sei bestrebt, entstehende Lücken aufzufüllen - gerne natürlich mit jungen Leuten. "Unser Ziel ist eine attraktive, gemischte Liste", umschreibt Beck den eigenen Anspruch. Dass es immer schwerer wird, Personal für das kommunalpolitische Ehrenamt zu akquirieren, weiß der Fraktionschef. Auch deshalb ist man bereits frühzeitig in Gespräche eingetreten. Einen Zeitplan gibt es aber noch nicht.
Durchaus zufrieden ist Helmut Beck mit der aktuellen Stimmung im Stadtrat. Es sei ein gutes Miteinander, "auch wenn wir in der Sache mal unterschiedlicher Meinung sind". Nach wie vor nicht verarbeitet hat der Verkehrsexperte das Vorgehen der Stadt bei den Planungen für die Obere Vorstadt. Freilich werde jetzt alles gut und neu, doch ob das auch verkehrstechnisch der Fall sei, das bezweifelt Beck. "Es hat zu keinem Zeitpunkt eine faire Alternativplanung gegeben", kritisiert der Fraktionschef, der bis heute davon überzeugt ist, dass sehr wohl ein Kreisverkehr möglich gewesen wäre, ohne die Parkplätze vor der Bäckerei Gulden opfern zu müssen.
Ergebnis einer Klausurtagung der Fraktion ist ein Antrag im Zusammenhang mit dem Gestaltungshandbuch für private Immobilienbesitzer. Der beschlossene, aber noch nicht umgesetzte Leitfaden war bekanntlich umstritten, die CSU hält ihn ohnehin für überflüssig und will deshalb noch einmal eine Beratung im Stadtrat erreichen - "mit dem Ziel, den alten Beschluss rückgängig zu machen". Jetzt seien schon drei Jahre vergangen, passiert sei nichts. Der notwendige Verwaltungsaufwand für solch ein Förderverfahren sei nicht gerechtfertigt "für das, was dann vielleicht herauskommt".
Diskussionsbedarf sieht die CSU-Fraktion auch bei der Kinderbetreuung. Praktisch jedes Jahr müssen angesichts des stetig wachsenden Bedarfs zusätzliche Gruppen geschaffen und vor allen Dingen untergebracht werden. Die Stadt müsse daher in vorausschauendere Planungen einsteigen, "um Notlösungen zu vermeiden und nicht immer mit dem Rücken an der Wand zu stehen". Genau beleuchten will man unter anderem die bisherige Containerlösung an der Holzgartenstraße und den Kindergarten an der Schulstraße. Vielleicht könne man dort etwas anbauen oder auf dem Grundstück ganz neu bauen.
Apropos Bauen: Zusätzliche Bauplätze in den Ortsteilen und sozialer Wohnungsbau seien zwei Problemfelder, mit denen sich die Stadt dringend intensiv auseinandersetzen müsse. Wobei Beck einräumt, dass sie nur schwer zu lösen sind. Um günstiges Bauland anbieten zu können, müssten die Flächen erst einmal in den Besitz der Stadt gelangen. Zumindest ein städtisches Grundstück an der Donauwörther Straße könnte man aber aus seiner Sicht für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung stellen und so zumindest ein kleines Zeichen setzen.
Ein weiterer Antrag der CSU beschäftigt sich mit der Kreuzung von Augsburger Straße und Maxstraße beziehungsweise Peter-und-Paul-Straße bei Ecknach (alter Obi). Zumal die Augsburger Straße neu asphaltiert wird, solle man prüfen, ob dort nicht auch ein Kreisverkehr sinnvoll wäre. Es gebe zunehmend Kritik von Verkehrsteilnehmern, die angesichts des massiven Verkehrsaufkommens auf der Augsburger Straße Probleme damit haben, die Kreuzung zu queren.


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Veröffentlicht am 20.08.2018 23:00 Uhr




 

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