Aichach    

Kino ohne Kinder? Diskussion um Einladung für Kindergärten

Aichach - Dürfen die Kinder der städtischen Kindergärten in Aichach auf Einladung von Stadtrat und Gastronom Erol Duman kostenlos ins Kino, oder nehmen die Angebote von Firmen eventuell überhand? Diese Frage sorgte am Montagabend für dicke Luft im Stadtrat, als sich Duman und Bürgermeister Klaus Habermann in die Wolle bekamen. Am Ende stand eine eher unorthodoxe Abstimmung über "einen Antrag, dessen Inhalt keiner richtig kennt" (Habermann), der aber mit 24:7 Stimmen abgelehnt wurde. Für den Kino-Besuch schaut es in der geplanten Form deshalb nicht gut aus.

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Erol Duman hat schon in den vergangenen beiden Jahren die Kindergartenkinder aus den städtischen Einrichtungen sowie aus der Edith-Stein-Schule und der Heilpädagogischen Tagesstätte in Obergriesbach ins Kino eingeladen. Begonnen hat die Aktion, weil Duman damals einen Gutschein für einen ganzen Kinosaal gewonnen hat. Den wollte er weitergeben und dachte sich deshalb die Kinder-Aktion aus. Angesichts der vielen Anmeldungen stellte die Kinobetreiberfamilie Rusch weitere Säle zur Verfügung. Im ersten Jahr kamen 488 Kinder, im zweiten Jahr rund 300 Kinder. Nun flatterte die erneute Einladung aus dem Kino bei der Stadt ins Haus, doch die lehnte ab. Wenige Tage vor der Stadtratssitzung erfuhr Duman davon und wollte deshalb am Montag die Gründe wissen und die Zustimmung des Stadtrats für sein Vorhaben.
"Spenden sind schwierig und unterliegen bestimmten juristischen Bedingungen", erklärte Hauptamtsleiterin Aurelija Igel. Deshalb werden sie in allen Kommunen auch einmal jährlich in öffentlicher Sitzung abgesegnet. Unter anderem müssen sie politisch neutral sein. Ob das ein Engagement eines Stadtrats ausschließt, wurde am Montag nicht erörtert. Unklar sei im konkreten Fall außerdem, wer den Flyer auslegt, wer den Film aussucht und ob die Aktion auf Duman oder das Kino zurückzuführen sei. "Wir werden von Anfragen von Kinderzirkussen, Kindertheatern und anderen Werbeanfragen in der jüngsten Vergangenheit überschüttet", so Igel. Deshalb wurde laut Bürgermeister Klaus Habermann ein Arbeitskreis mit den Leiterinnen der Kindergärten ins Leben gerufen, der sich damit befasst, welche Aktionen sinnvoll und erwünscht sind und welche nicht. Die daraus resultierenden Leitlinien seien aber noch nicht entwickelt.

Von Carina Lautenbacher


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Veröffentlicht am 15.05.2018 23:00 Uhr




 

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