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"Perchhoven" feiert sich: 1200 Jahre Großberghofen

Großberghofen - Die Festwoche zur 1200-Jahr-Feier von Großberghofen begann am Sonntag mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Georg. Die ganze Dorfgemeinschaft feierte mit. Organisiert wird das Jubiläum von den ortsansässigen Vereinen und der Hutter-Heimatsammlung.

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Als vor etwa drei Jahren der Altomünsterer Historiker Prof. Wilhelm Liebhart bei der Forschung alter Urkunden eine Urkunde aus dem Jahre 818 entdeckte, in der der heutige Ort Großberghofen als "Perchhoven " genannt wurde, fiel eigentlich schon der Startschuss für das Jubiläum, sagte Bürgermeister Christian Blatt. Die Dorfgemeinschaft und alle Vereine waren überzeugt: Das 1200-jährige Bestehen muss groß gefeiert werden. Alle haben zusammengeholfen und in mühevoller Arbeit ein wunderschönes Programm auf die Beine gestellt. Darüber freute sich der Bürgermeister, selbst ein Großberghofener. Das gesamte Dorf hatte sich zum Jubiläum festlich herausgeputzt. Bürgermeister Blatt dankte allen, die mitgewirkt haben. Die Fähigkeit zum Miteinander zeichne das gute Gemeinwesen mit einem sehr regen Vereinsleben im Ort aus. Beim Festgottesdienst, den Pfarrer Marek Bula zelebrierte, war die Kirche voll, die Vereine waren mit ihren Fahnen vertreten. Pfarrer Bula stellte in seiner Predigt das Zusammenleben in der Dorfgemeinschaft als Garant für eine gute Zukunft in den Mittelpunkt.
Nach dem Gottesdienst marschierte der Festzug, an der Spitze die Blaskapelle Eisenhofen, zum Schützengarten, wo Vertreter des Gartenbauvereins und der Bürgermeister einen Birnbaum pflanzten. Er soll ein Zeichen der Erinnerung an das Jubiläum sein. Den Birnbaum - übrigens ein Symbol für Gemeinschaftssinn - hatte der Obst- und Gartenbauverein gespendet, Pfarrer Bula segnete die Pflanze. Zum Mittagessen versammelte sich die Dorfgemeinschaft im Garten und auf dem Vorplatz des Hutter-Heimatmuseums. Bürgermeister Christian Blatt hatte dort mit zwei Schlägen ein Bierfass angezapft. Sein Gruß galt den Ehrengästen, darunter Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath, der frühere Landtagsabgeordnete und Großberghofener Bürger Blasius Thätter, Kreisheimatpflegerin Brigitta Unger-Richter, Pfarrer Marek Bula und Altbürgermeister Michael Reindl.
Zur Eröffnung der Sonderausstellung "1200 Jahre Großberghofen" im Hutter-Heimatmuseum ging die Vorsitzende des Fördervereins Hutter-Heimatsammlung Hannelore Zeller etwas näher auf den geschichtsträchtigen Ort ein. Großberghofen habe über 1200 Jahre als ein Gemeindeteil Erdwegs seinen eigenen Charakter bewahrt. In der langen Geschichte haben viele Generationen den Ort, der bis zur Gebietsreform eine eigene Gemeinde war, geprägt. Schwierige Zeiten mussten überstanden werden, im Ort war das bäuerliche Leben vorherrschend, die Landwirte waren bis 1919 abhängig vom Adel und der Geistlichkeit. So gibt die Sonderausstellung Einblicke in die historische Entwicklung von Großberghofen.
Das bäuerliche Leben unter der Grundherrschaft wird dargestellt, die Entwicklung bis ins 19. Jahrhundert und die Veränderung des Dorflebens nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Aufnahme vieler Flüchtlinge, die hier eine zweite Heimat fanden. Auch die drei verheerenden Großbrände sind ein Thema der Ausstellung. Zu sehen ist auch das Duplikat der Urkunde, in der "Perchhoven" zum ersten Mal genannt wird. Gemeinsam in gute Zukunft

Von Franz Hofner
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Veröffentlicht am 15.10.2018 23:00 Uhr




 

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