Todtenweis    

Windrad? So nicht!

Todtenweis – Die Gemeinde Todtenweis sagt Nein zur Windenergie auf ihren Fluren. Dies allerdings nicht ganz freiwillig, denn das Landratsamt hatte massive Vorbehalte gegen die Todtenweiser Planungen für ein entsprechendes Sondergebiet. Die Konsequenz des Gemeinderates: „Dann lassen wir’s halt ganz.“

Von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt kam der Hinweis, der von den Todtenweisern ausgesuchte Standort für ein so genanntes „kleines“ Windrad (unter 100 Meter) im Wald sei „nicht geeignet“. Dort sei eine empfindliche Beeinträchtigung der dort lebenden Fledermaus-Population zu erwarten, zudem müsse in diesem Bereich mit starkem Vogelflug gerechnet werden. Kreisbaumeister Johannes Neumann wies darauf hin, dass man eigentlich zehn Prozent der Gemarkungsfläche für die Ausweisung eines Sondergebiets benötige – eine gesetzliche Vorgabe, die bereits bei Bürgermeister Thomas Riß auf wenig Gegenliebe stieß: „Zehn Prozent? Das sehe ich eigentlich nicht ein.“ Ähnlich sah’s der Gemeinderat, der das Sondergbiet kurzerhand einstimmig zu den Akten legte. „Dann eben nicht“, so der Tenor.

Begonnen hatte die Sitzung mit erfreulichen Nachrichten für die Gemeindekasse und die Kirchenverwaltung. Zwei weitere Grundstücke im neuen Sander Gewerbegebiet sind verkauft und die Firmen Glas Ettinger sowie Metallbau Schmidt wollen dort in absehbarer Zeit Betriebshallen errichten. Die entsprechenden Bauanträge wurden jeweils einstimmig durchgewunken. Der Kirchenverwaltung wurde ein zwölfprozentiger Zuschuss zur dringend notwendigen Innensanierung zugesagt. Am Chorboden hat sich ein großer Riß gebildet, der sich mittlerweile bereits in der Außenfassade zeigt – mit rund 244 000 Euro wird die Sanierung veranschlagt, etwa 30 000 davon wird die Gemeinde beisteuern.

Eine deutlich ausführlichere Debatte entspann sich um den Spielplatz in Sand. Nachdem Bürgermeister Thomas Riß zunächst daran erinnert hatte, dass seit der Errichtung des Platzes „praktisch nix mehr daran“ gemacht worden sei, zeigte er sich höchst unzufrieden mit dem Resultat seiner „vorgezogenen Bürgerbeteiligung“. Insgesamt 42 Familien habe er zu einer Besprechung schriftlich eingeladen – „außer einigen Gemeinderäten waren bei der Besprechung dann genau sechs Bürger anwesend.“ Das habe ihn schon „sehr enttäuscht“, bekannte Riß, der dennoch das im Zuge der damaligen Debatte vorgelegte Anliegen präsentierte. Demnach hätten sich die Anwesenden auf eine Art „Kletterschiff“ verständigt, dessen Anschaffung allerdings mit rund 12 000 Euro zu Buche schlage. Angesichts dieses Betrages wurde rund um den Ratstisch hörbar scharf die Luft eingesogen und vor allem Ludwig Grammer warb in der Folgezeit dafür, doch erst einmal ein ordentliches Konzept für den Platz aufzustellen. Prompt wurde er als ausgewiesener Fachmann mit eben diesem Konzept, das auch einen Bolzplatz für größere Kinder enthalten soll, beauftragt.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Anregungen aus der Bürgerversammlung“ wollten sich einige Räte mit der Frage „Seniorenbeauftragte/r oder nicht?“ befassen, doch dies lehnte Riß ab, weil sich dazu bei der Versammlung im Gasthaus Golling kein einziger Bürger zu Wort gemldet habe. „Das behandeln wir als gesonderten Punkt in einer unserer nächsten Sitzungen.“ Entschieden wurde hingegen über eine Beschwerde, was die Sicherheit des Schulwegs anbelangt. Mehrheitlich beschloss das Gremium, dass die angesprochenen neuralgischen Punkte durch den Bauausschuss in Augenschein genommen werden. Anschließend werden die Erkenntnisse dem Gemeinderat vorgelegt und dieser soll dann über eventuelle weitere Maßnahmen entscheiden.

Schließlich und endlich teilte der Bürgermeister auch noch mit, dass der Gemeinderat sich wieder am Faschingsfußballturnier beteiligen werde. Kapitän ist „unser Fußballfreak Michael Ostermair“ (Riß), der mit der Zusammenstellung des Teams beauftragt wurde. Der Bürgermeister selbst kann sich höchstens Kurzaufenthalte im Tor vorstellen, für das sein Stellvertreter Konrad Carl als klare Nummer eins vorgesehen ist.

Von Pat Lauer



Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 10.02.2011 17:24 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief