Reitsport    

Die Mauer hat es in sich

Sedlbrunn - Mario Walter ritt gestern beim Großen Preis von Gut Sedlbrunn dem Sieg entgegen. Als letzter Starter des Zwölferfeldes im Stechen der Zwei-Sterne-Prüfung der Klasse S war der Württemberger von der Ostalb auf Lancerto schnell unterwegs und fehlerfrei - bis zum finalen Hindernis. An der Mauer patzte das Paar. Somit war die Bestzeit (33:55 Sekunden) im Stechen, das über sechs Hindernisse und sieben Sprünge führte, nichts mehr wert, Walter fiel auf Rang zehn zurück. Stattdessen triumphierte im hochkarätigsten Wettbewerb der Pöttmeser Pferdetage Andy Witzemann auf Prinz. Die beiden waren mit 34:13 19 Hundertstelsekunden schneller als der Jettinger Maximilian Weishaupt auf Ciacomina und kassierten dafür 900 der insgesamt 4280 Euro, mit denen der Große Preis dotiert war. Acht Reiter blieben im Stechen fehlerfrei.

weishaupt-ciacomina

Die Mauer hatte es in der schwierigsten Prüfung der zwei Turnierabschnitte auf Gut Sedl-brunn in sich. Im Grundparcours (elf Hindernisse, 14 Sprünge) des S**-Springens, für das 45 Paare gemeldet hatten, ritt die Straubingerin Teresa Jurk mit Waikadia als 15. Starterin geradewegs in die aus Pressspan bestehende Mauer hinein, die daraufhin in sich zusammenfiel und teilweise sogar zu Bruch ging. Parcoursbauer Helmut Raatz (Nürnberg) musste mit seinem Team alle Improvisationskünste abrufen, um das Hindernis wenigstens notdürftig wieder aufzustellen.
Es war zwar ausgesprochen ungemütlich während des Großen Preises angesichts des kalten Windes, der über die Landschaft um Pöttmes pfiff, aber immerhin trocken. Erst danach begann es zu regnen. Gutsherr Hans Schuster, der die Turniertage zusammen mit seiner ältesten Tochter Sophie veranstaltet und organisiert, wollte nicht klagen. "Wir haben Glück gehabt mit dem Wetter, am Samstag und Sonntag war's wunderbar", bilanzierte der 59-Jährige. Am Samstag in der Früh gab's für Schuster und seine Helfer eine Menge zu tun. Der Sandparcours musste von den Planen befreit werden, mit denen er nach Ostern wegen des Wintereinbruchs abgedeckt worden war. "Nur deshalb konnten wir das Turnier durchführen, andere in Bayern mussten am Wochenende absagen", unterstrich Schuster die Richtigkeit dieser Maßnahme.
Anders als am Ostermontag, als das Stechen des S*-Springens wegen Wind und Regen gestrichen werden musste, war der entscheidende Durchgang diesmal nicht gefährdet. Sophie Schuster verfolgte die Konkurrenz mit Wehmut. Die 22-Jährige wäre gerne dabei gewesen, aber ihr Toppferd Resina laboriert noch immer an einem Bluterguss an der Sehne. "Die Gesundheit des Pferdes geht vor", meinte Sophie Schuster, die hofft, die elfjährige Stute nach einer Ultraschalluntersuchung in Gessertshausen in der übernächsten Woche wieder satteln zu können. Sophie Schuster begnügte sich auf Waid Lady Gaga mit einem Sieg im L-Springen am Sonntag auf Gras.
Auch Sophies jüngerer Bruder Johannes, 19, hätte die Qualifikation gehabt, im S**-Springen zu starten. Der angehende Maschinenbaustudent bevorzugte aber die unmittelbar zuvor über die Bühne gehende S*-Prüfung für Junioren. So früh in der Saison wollte Johannes Schuster seinem Spitzenpferd Nemo ein Zwei-Sterne-Springen nicht zumuten. Parcoursbauer Raatz hatte dafür immerhin Hindernisse mit bis zu 1,50 Meter Höhe errichtet.
Im Junior-Springen machte Johannes Schuster sowohl auf Nemo als auch auf Qantas Airways ausgerechnet am pink-grauen Oxer, den Zeitnehmer Siegfried Grabmayer den "Sophie-Sprung" nannte, Fehler. Die Stangen und Ständer, die beim S**-Springen zu einer zweifachen (Steilsprung-)Kombination mutierten, hat Johannes' Schwester dereinst geschenkt bekommen. Johannes Schuster musste sich mit den Plätzen sechs und sieben bescheiden. Maria, 16, das dritte der fünf Schuster-Kinder, belegte am Sonntag im M*-Springen auf Chutney Rang acht.

Von Heribert Oberhauser
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Veröffentlicht am 12.05.2017 09:55 Uhr




 

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