Fußball    

Aindling: Ein Punkt für die Moral

Aindling - Im Nachholspiel des TSV Aindling gegen Cosmos Aystetten am Dienstag schien sich die Geschichte aus dem Gundelfingen-Spiel (1:3) drei Tage zuvor zu wiederholen. Wieder führte der TSV gegen den starken Landesliga-Neuling zur Pause 1:0, geriet dann in Rückstand. Es drohte die elfte Pleite im 14. Spiel, ehe Joker Thomas Kubina in der Nachspielzeit noch das 2:2 köpfte. „Wir haben einen Punkt gewonnen“, jubelte Aindlings Trainer Thomas Wiesmüller nach dem Last-Minute-Ausgleich.

aindling-aystetten-3.10.17
Auf drei Positionen änderte Wiesmüller sein Team gegenüber dem Gundelfingen-Spiel: Für Adrian Müller (Bank) und David Englisch (Urlaub) rückten Matthias Steger und Moritz Buchhart neu ins Team, dazu gab es einen Torhütertausch. Erstmals seit dem 5. März (2:3 gegen Memmingen 2) stand Sven Wernberger wieder im TSV-Kasten. Der Wechsel hätte ohnehin bald angestanden, weil Florian Peischl ab November im Rahmen seines Studiums für drei Monate ins Ausland geht. Und Wernberger bekam gleich einiges zu tun. Erst klärte er im letzten Moment nach Wolfgang Klars zu kurz geratener Kopfballrückgabe vor Baris Kus (11.), kurz darauf per Reflex gegen Thomas Hanselka (15.). Aindlings erster gelungener Angriff sorgte gleich für Gefahr, aber Buchhart hatte nach Simon Knauers Vorarbeit das Visier zu hoch eingestellt (17.). Genauer Maß nahm dafür Knauer vom linken Strafraumeck. Sein Schlenzer flog zur Führung ins lange Eck (28.). Das 1:0 verlieh den Aindlingern nicht unbedingt Sicherheit. Wernberger musste erneut Kopf und Kragen riskieren bei einer zu kurz geratenen Kopfballrückgabe von Klar (30.). Nach der Pause nahm die Dominanz des Aufsteigers zu. Die Aystettener steckten auch die beiden kurzfristig vorgenommen Umstellungen prima weg. Denn für die Vertragsamateure Samet Kurt und Patrick Szilagyi erlosch das Spielrecht. Der Verein soll den Nachweis der Sozialabgaben zu spät (bis 1. Oktober) beim Bayerischen Fußballverband nicht eingereicht haben. Die erste zwingende Chance nach dem Seitenwechsel besaßen die Aindlinger. Knauer steckte den Ball herrlich durch für Steger, der Torhüter Alexander Bernhardt umkurvte, dann aber das Kunststück fertigbrachte, am mehr oder weniger leeren Kasten vorbeizuschießen (58). Was für eine Möglichkeit für die Lechrainer. Sofort wurden nicht nur beim Spielbetriebs-Vorsitzenden Josef Kigle Erinnerungen an das Gastspiel in Gundelfingen wach, als Englisch die Riesenchance zum 2:0 vergeben hatte, ehe Aindling kurz darauf auf die Verliererstraße geriet. Fast wäre Stegers Fehlschuss gleich bestraft worden, aber Thomas Hanselka verpasste aus kurzer Distanz haarscharf eine Hereingabe (61.). „Irgendwann scheppert es“, schwante Kigle Übles. Und seine Prophezeiung wäre denn auch beinahe eingetroffen, aber Wernberger drehte einen 20-m-Freistoß des eben eingewechselten Robert Markovic-Mandic gerade noch um den Pfosten (65.) – der Ausgleich lag in der Luft und wäre keinesfalls unverdient gewesen. Das 1:1 ließ auch nicht mehr allzu lange auf sich warten und war begünstigt durch einen Aindlinger Fehler. Wernbergers Abstoß kam wie ein Boomerang zurück. Hanselka blieb auf Höhe der Mittellinie in der Luft Sieger gegen Knauer, sein Kopfball flog über die zu hoch stehende Aindlinger Abwehr und Klar und wurde so zur Vorlage für Maximilian Drechsler, der sich diese Chance aus 14 Metern nicht entgehen ließ – 1:1 (74.). Und die „Cosmonauten“ wollten sich mit dem Remis keinesfalls begnügen, wollten den Sieg am Schüsselhauser Kreuz. Und wurden dafür belohnt, auch wenn die Aindlinger wieder einmal, wie schon so oft in dieser Saison, Pate standen. Anton Schöttls verunglückte Abwehr landete bei Maximilian Klotz, dessen Flanke der von Aindlings Abwehr total vergessene Drechsler zum 1:2 einköpfte (81.). Aindling taumelte der nächsten Pleite entgegen, raffte sich dann aber gegen die drohende elfte Saisonniederlage noch auf. Einen vernünftigen Angriff brachte der TSV noch über die linke Seite zustande. Stegers Maßflanke köpfte der eingewechselte Thomas Kubina zum 2:2 in die Maschen (90.+2). Es war ein Punkt für die Moral. Am Wochenende sind die Aindlinger spielfrei, ehe es dann zum „Killerspiel“ (Wiesmüller) zum Schlusslicht Bad Grönenbach geht. TSV Aindling: Wernberger – Schöttl, Klar, Hildmann, Raber (84. Kubina) – Wink, Mayr – Fischer, Buchhart (79. Jacobi), Steger – Knauer. SV Cosmos Aystetten: Bernhardt – Michl (78. Linder), Emre Kurt, Berisha, Klotz – Mijailovic – Lukic, Dogan – Kus (59. Markovic-Mandic) – Drechsler, Hanselka (90.+2 Dörr). Tore: 1:0 Knauer (28.), 1:1 Drechsler (74.), 1:2 Drechsler (81.), 2:2 Kubina (90.+2) – SR: Fober (Herrieden/Mfr.) – Z: 250 – Gelbe Karten: -/Berisha, Hanselka, Dogan.
Von Herbert Walther


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 04.10.2017 16:48 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief