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Bezirksliga-Nachdrehe: VfL hatte "richtig Bock"

Adelzhausen/Ecknach/Hollenbach - Es gibt nicht wenige, die prophezeihen dem BC Adelzhausen in der Bezirksliga Nord eine ganz schwere Saison. "Wenn wir in der Defensive so weitermachen, kriegen wir wirklich Probleme", beschleicht auch Abteilungsleiter Jürgen Dumbs nach dem 1:4 gegen den VfL Ecknach diese Ahnung und er ergänzt: "Wir können vorne gar nicht so viele Tore schießen, wie wir hinten reinkriegen."

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Am Potenzial seiner Mannschaft, die Klasse zu halten, zweifelt Dumbs kein Jota. Nur hat die jenes im Derby nicht annähernd abgerufen. "Es war unsere schlechteste Saisonleistung, wir haben alles vermissen lassen, was man braucht, um erfolgreich zu sein: Einsatz, Laufbereitschaft und Agressivität", bemängelt der 33-Jährige. Der VfL sei "cleverer und vor allem gedanklich schneller" gewesen.
Adelzhausen, das die Begegnung zu neunt beendete nach "Rot" für Elias Maurer (78.) und "Gelb-Rot" für Georg Götz (90.+2), bleibt in dieser Saison am Römerweg sieglos, nach dem 2:2 gegen den TSV Offingen gingen die folgenden drei Spiele verloren.
Den Ecknachern bescheinigten die Zuschauer nach der Pause eine "ganz starke Vorstellung". Von der besten Halbzeit nach dem Aufstieg wollte Spielertrainer Florian Fischer indes nichts wissen. Auf ein "gut" ließ er sich aber immerhin ein. Nachdem vor Wochenfrist das Heimspiel gegen Hollenbach ausgefallen war, hätte seine Mannschaft "richtig Bock" gehabt auf den Kick am Highway, stellte Fischer im Vorfeld fest. Entsprechend "giftig" sei sie an die Aufgabe herangegangen. "Die frühe Führung (Andreas Manhard in der 15. Minute/Red.) spielte uns in die Karten", räumte der Coach ein, "wenn wir Platz haben und mit unseren schnellen Spielern kombinieren können, wird's für den Gegner schwer."
Dazu konnten die Ecknacher Klasse nachlegen. Wer in der Bezirksliga Manfred Glas, Christoph Jung, Thomas Bernecker und Serhat Örnek auf der Bank hat, darf sich glücklich schätzen. Örnek setzte auch den Schlusspunkt, nachdem für den VfL zuvor zwei Mal Manhard und Elias Sultani getroffen hatten.
Am Römerweg feierte der Aufsteiger schon seinen dritten Auswärtssieg, dagegen ist er daheim noch ohne Erfolgserlebnis (ein Unentschieden, zwei Niederlagen). "Das habe aber auch nur mit den bisher wesentlich stärkeren Gegnern bei Heimspielen zu tun", macht Fischer deutlich. In diesem Stil geht es auch weiter. Am Sonntag kommt der Vierte Ehekirchen in den südlichen Aichacher Ortsteil. Mit der späten Anstoßzeit (17 Uhr) erfüllt der VfL einen Wunsch des FCE. Dessen Stürmer Simon Schmaus heiratet tags zuvor.
Auf den BC Adelzhausen wartet als Nächstes wieder ein Revierduell, am Samstag (16.30 Uhr) beim TSV Hollenbach. Zuvor müssen die Krebsbachtaler am Mittwoch (19.30 Uhr) das Nachholspiel bei Tabellenführer TSV Gersthofen über die Bühne bringen. Wie das vernünftig gehen soll, wusste gestern noch keiner. Denn nach dem 1:1 (1:0) am Sonntag gegen den SC Bubesheim hat sich die Verletztenmisere gravierend verschärft. Mit Alex Mayr, Werner Meyer, Tobias Schmid und Samuel Fischer haben die Rot-Weißen aus dem Spiel ein sämtlich an den Bändern im Sprunggelenk lädiertes Quartett zu beklagen. Diese Blessuren seien nur der überharten Gangart geschuldet, die die Bubesheimer nach einer Stunde an den Tag gelegt hätten, regt sich TSV-Fußballchef Bernhard Fischer auf. Am schlimmsten erwischte es in der Nachspielzeit den eingewechselten Ex-Kühbacher Alex Mayr. "Das Foul von Waldemar Schaab war Körperverletzung", wettert Fischer. Der Schiedsrichterbeobachter habe das Vergehen eindeutig als rote Karte bewertet, der Unparteiische Manuel Lösch (Kaisheim) zeigte aber nur "Gelb".
Das im Krankenhaus Aichach aufgenommene Röntgenbild zeigte wenigstens keinen Bruch, jetzt muss Alex Mayr zur Kernspin in die Röhre. Kevin Hauke sowie Jonas und Simon Ruisinger (nach Schultereckgelenkssprengung schon operiert) hatte Hollenbach schon vor dem Bubesheim-Spiel auf der Absentenliste stehen. "Wir haben ja keine Verletzten, die morgen wieder zurückkommen, bei den meisten wird's länger dauern", hadert Bernhard Fischer.

Von Heribert Oberhauser
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Veröffentlicht am 13.09.2017 22:07 Uhr




 

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