Fußball    

Vorne drückt Aindling der Schuh

Aindling - "Platz zwei hat sich seit Mittwoch erledigt", sagt Aindlings Trainer Roland Bahl. Innerhalb von drei Tagen setzte es für den Südwest-Landesligisten zwei Niederlagen, erst am Sonntag in Mering (0:1), anschließend am Mittwoch im Nachholspiel in Olching (0:3). Doch auch wenn die Aufstiegsrelegation so langsam außer Reichweit rückt, schreibt Bahl die Saison noch nicht ab: "Wir wollen die Runde gut zu Ende spielen, ein gutes Gesicht zeigen."

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Deshalb möchte der 55-Jährige am Samstag (Anstoß 16 Uhr) im Heimspiel gegen den TSV Gilching eine Reaktion sehen. "Es ist wichtig, vor eigenem Publikum ein hohes Engagement an den Tag zu legen", so Bahl. Dabei wollte und konnte er seinen Mannen das Bemühen weder am Sonntag in Mering noch am Mittwoch in Olching absprechen. Aber speziell der Aufsteiger aus Oberbayern hatte am Mittwoch den größeren Siegeswillen an den Tag gelegt als die Rot-Weißen.
Nicht nur die Partien in Mering und Olching haben gezeigt, wo die Aindlinger der Schuh derzeit drückt. "Aus dem Spiel heraus schießen wir zu wenig Tore", weiß Bahl um das Problem. Aindlings Offensivkräfte fehlt es an Kaltschnäuzigkeit, Konsequenz und Konzentration vor dem gegnerischen Kasten - so wie am Mittwoch Daniel Ritzer. Er hätte mit seinem Anschlusstor zum 1:2 eine Viertelstunde vor Schluss die Partie wieder spannender gestalten können - der Ball strich aber am Tor vorbei. "So eine Chance muss man eben nutzen", lamentiert Bahl, "aber wir sind momentan zu harmlos."
Auch wenn Aindling (5./42 Punkte) tabellarisch keinen Druck verspürt, so erwartet Bahl doch ein engagiertes Auftreten, gerade vor heimischem Publikum. Am Samstag kann er mit dem in Olching absenten Verteidiger Wolfgang Klar wieder planen, auch Daniel Deppner (in Olching auf der Bank) könnte wieder in die Startelf rutschen. "Wir haben keine Geschenke zu verteilen", betont er. Drei Mal tritt der TSV in dieser Saison noch am Schüsselhauser Kreuz an, nach Gilching schauen noch die beiden Spitzenteams Türkspor Augsburg und Illertissen 2 am Lechrain vorbei. Gerade gegen die beiden Anwärter für die Bayernliga-Aufstiegsrunde können die Aindlinger unter Beweis stellen, dass sie schon auch zu den besseren Teams der Liga zählen. Dazu zählt Wolfgang Krebs, Trainer des TSV Gilching, die Aindlinger auf alle Fälle. "Sie sind heimstark und sie sind Favorit, auch wenn sie im Moment vielleicht nicht in Bestform sind", so Krebs. Für den neben Olching zweiten oberbayerischen Aufsteiger gilt es, am Wochenende Punkte im Kampf um den Klassenerhalt zu sammeln. Zwei Tage nach dem Gastspiel in Aindling geht es im Nachholspiel zum Vorletzten Kissing. Aktuell rangieren die Gilchinger auf dem ersten Relegationsplatz (14./30), sie trennt aber auch nur ein Zähler vom rettenden Ufer. Nach sieben Punkten aus den ersten drei Spielen 2017 setzte es für Gilching am vergangenen Samstag ausgerechnet gegen einen Mitkonkurrenten (Raisting) eine bittere 0:1-Heimniederlage. Um die Klasse auf direktem Weg zu halten, wird man in dieser Saison schon sehr nahe an die 40-Punkte-Marke herankommen müssen. Und falls das die Gilchinger nicht schaffen sollten, dann eben über die Zusatzrunde: "Wir sind Relegations-erprobt, auch davor haben wir keine Angst", betont der frühere Pipinsrieder Spielertrainer. Im Frühjahr 2016 schaffte Krebs mit seinen Mannen über die Relegation den Sprung in die Landesliga. Gilching wird vom Ex-Pipinsrieder Wolfgang Krebs trainiert

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 14.04.2017 23:00 Uhr




 

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