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Boxen: WM-Kampf in Kühbach

Kühbach - Wo sonst normalerweise die Stöcke krachen, werden Anfang Dezember die Fäuste fliegen. Die Stockschützen-Halle des TSV Kühbach wird zu einer Box-Arena umfunktioniert. Am Samstag, 2. Dezember, ist die 2006 eröffnete Sportstätte sogar Schauplatz eines WM-Kampfs. Die Augsburger Profiboxerin Tina Rupprecht steigt in den Ring, um ihren WBC-Gürtel zu verteidigen.

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Seit über einem Jahrzehnt richten die TSV-Stockschützen zahlreiche Wettbewerbe aus, auch auf internationaler Ebene, aber eben bislang nur in ihrer Sportart. Doch diesmal ist die Größenordnung eine ganz andere. "Das wird für uns eine Herausforderung", sagt Anton Stadlmair, Chef der Kühbacher Stockschützen. Denn so voll wie die Halle am 2. Dezember werden wird, war sie bislang noch nie. 1000 Zuschauer sollen Platz finden in der Stockschützen-Arena - und diese Kapazität wird auch vonnöten sein, wenn man sich die Besucherzahlen der vergangenen Boxveranstaltungen in Königsbrunn von Haan Promotion (Augsburg) ansieht. "Ich gehe davon aus, dass wir die Halle füllen werden", sagt TSV-Vorsitzender Stefan Schneider, "es ist ja schließlich kein Bierzeltkampf, sondern es geht um die Weltmeisterschaft."
Der Kontakt zu den Box-Promotern Alexander und Sergej Haan kam über die Inchenhofener Ecke zustande: TSV-Fußballer Tobias Wieland ist der Freund von Tina Rupprecht. Der ehemalige TSV-Trainer Michael Wenczel, mit dem sich Schneider regelmäßig austauscht, ist mit den beiden befreundet. Auf der Suche nach einer geeigneten Wettkampfstätte - die Königsbrunner Eishalle ist in den Wintermonaten blockiert - kam die Idee auf Kühbach, ob der TSV Interesse hat, eine Veranstaltung dieser Größe auszurichten.
Denn neben dem WM-Kampf - Rupprecht kämpft gegen die Französin Anne Sophie Da Costa - finden an diesem Abend (ab 19 Uhr) noch weitere Fights statt. Vor Rupprecht steigt Roman Hardok in den Ring und kämpft um die deutsche Meisterschaft. "Das ist ein großes Juwel", hat sich Schneider erzählen lassen.
Doch der Abend steht ganz im Zeichen von Tina Rupprecht. Die 25-jährige Lehramtsstudentin ist zwar nur 1,53 Meter groß und boxt im Minimumgewicht (bis 47 Kilogramm), aber im Ring ist "Tiny Tina" ("winzige Tina"), so ihr Branchenname, schon eine ganz Große. Seit ihrem Profidebüt vor knapp vier Jahren hat sie alle ihre sechs Kämpfe, drei davon durch K.o., gewonnen.
Bei ihren beiden vorangegangenen Gefechten musste Tina Rupprecht schwer kämpfen und jeweils über die volle Distanz von zehn Runden gehen. Aber es hat sich gelohnt. Im Oktober 2016 gewann die Linksauslegerin in Königsbrunn ihren ersten WM-Titel, den WBC-Silbergürtel. Sie besiegte die bis dahin ungeschlagene Joana Pastrana nach Punkten, die Spanierin ist im Ranking in dieser Gewichtsklasse höher eingestuft als die Augsburgerin. Diesen Titel will sie nun am 2. Dezember in Kühbach verteidigen. Im Mai dieses Jahres folgte Rupprechts zweiter Streich. Wieder in Königsbrunn besiegte sie die Venezolanerin Luisana Bolívar hauchdünn nach Punkten und durfte sich hinterher den IBO-Gürtel "Intercontinental Championships" umschnallen. Aktuell bereitet sich Rupprecht mit ihrem Trainer und Manager Alexander Haan in Russland auf ihren WM-Kampf vor. Von ihren sechs Profikämpfen hat Rupprecht drei durch K.o. gewonnen

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 09.11.2017 23:00 Uhr




 

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