Inchenhofen    

Gesegnet im Regen

Inchenhofen - St. Leonhard thront über dem Lechrain und dem Donaumoos. Von Weitem sieht man die alte Wallfahrtskirche in Inchenhofen. Dorthin machten sich am gestrigen Sonntag zahlreiche Gläubige, Wallfahrer und weitere Interessierte auf, um einer der größten und ältesten Glaubensdemonstrationen Bayerns beizuwohnen: dem Leonhardiritt in Inchenhofen. Andachten und Beichtgelegenheiten waren dem Festumzug vorausgegangen, der um 13.30 startete. Pünktlich auf die Minute begann es zu regnen. Bis zuletzt ließ man sich davon nicht unterkriegen.

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Von etwa 4000 Besuchern - und wohl ebenso vielen Regenschirmen - sagte ein inzwischen halbwegs getrockneter Hans Schweizer nach dem Umzug. Er ist der Vorsitzende des Leonhardi-Komitees in Inchenhofen und heuer das 15. Mal Hauptorganisator des Leonhardiritts. Als einer der ersten ritt er dem Umzug voraus. Rund 200 Pferde zogen die 19 Festwagen und Kutschen in Richtung Marktplatz und dann dreimal um die Kirche herum. Während in den Kutschen Vertreter der hohen Geistlichkeit und Politik Platz fanden, beteiligten sich Dekan Stefan Gast und weitere Geistliche selbst zu Pferd am Umzug, der traditionell um den Todestag des Heiligen Leonhard stattfindet: den 6. November.
Als Schutzpatron der Gefangenen und des Viehs, insbesondere der Pferde ist ihm die Wallfahrtskirche in Inchenhofen geweiht, die seit Jahrhunderten die Identität der Leahader wesentlich prägt. Die Festwagen erzählen daher die Geschichte des Wallfahrtsortes und bilden wichtige Stationen im Leben des im Jahr 559 verstorbenen Leonhard von Noblat. Die Geschichten, die die Festwägen erzählen sollen, wurden gestern von Hermann Kollmansperger erklärt. Der ehemalige Schulleiter der Grundschule in Inchenhofen stand zusammen mit seiner Nachfolgerin Ursula Kaiser auf der Tribüne auf dem Marktplatz und begrüßte jedes Gespann. Später gesellten sich Landrat Klaus Metzger, Weihbischof Anton Losinger, Johannes Hintersberger als Vertreter der Bayerischen Staatsregierung und Dekan Stefan Gast zu ihnen. Auch Inchenhofens Bürgermeister Karl Metzger war zugegen. In einer Kutsche fuhr er allerdings überraschend in diesem Jahr nicht mit.
Dekan Stefan Gast nahm von der Tribüne aus die Segnung der vorbeiziehenden Pferde, Kutschen und Wagen vor. "Es ist so beeindruckend, was hier auf die Beine gestellt wird", meldete sich auch Johannes Hintersberger von der Tribüne aus zu Wort. Der Staatssekretär im Bayerischen Arbeits- und Sozialministerium vertrat Horst Seehofer als Oberhaupt des Freistaates, von dem er Grüße ausrichtete. "Ich finde es unglaublich, dass trotz des Regens so viele Leute kommen und hier bleiben", betonte Hintersberger, der sich ausdrücklich freute, zu Gast beim ältesten Leonhardiritt in Bayern zu sein.

Zwei Sonderseiten zum Leonhardiritt finden Sie auf den Seiten 20 und 21 der Ausgabe der Aichacher Zeitung vom 6. November 2017

Von Bastian Brummer


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Veröffentlicht am 05.11.2017 23:00 Uhr




 

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