Hollenbach    

Gemeinde oder Kirche?

Hollenbach - Die Kindertagesstätte St. Ulrich in Hollenbach steht unter kirchlicher Trägerschaft, Sachaufwandsträger ist die Gemeinde. Um die Verwaltung des Kindergartens kümmert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich der Hollenbacher Kirchenpfleger Alfons Huber, der sich in den Ruhestand verabschieden wird. Wer soll seine Aufgabe übernehmen? Diese Frage bereitete den Hollenbacher Gemeinderäten einiges Kopfzerbrechen. Sie haben in ihrer Sitzung am Donnerstagabend mit zwei Gegenstimmen entschieden: Die Verwaltung wird übertragen an das Zentrum Kindertageseinrichtungen des Bistums Augsburg.

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Dazu lag ein entsprechender Antrag der Katholischen Pfarrkirchenstiftung St. Peter und Paul, dem Träger der Kindertagesstätte, vor. Mit diesem zeigte sich das Gemeindegremium nun einverstanden.
Das Zentrum Kindertageseinrichtungen des Bistums Augsburg verwaltet etwa 90 Kindertagesstätten. Dieses Zentrum wurde 2011 gegründet und bietet Pfarreien sowie Kindertageseinrichtungen Unterstützungsleistungen bei der Betriebsführung an. Für diese Dienstleistung werden jährlich 5000 Euro fällig.
An der Rolle von Gemeinde und Pfarrei ändert die Entscheidung in Hollenbach nichts; die Trägerschaft bleibt wie bisher bei der Pfarrkirchenstiftung, Sachaufwandsträger ist weiterhin die Gemeinde. Das heißt, sämtliche Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten werden von der politischen Gemeinde durchgeführt und finanziert. Zudem übernimmt die Gemeinde jährlich einen bestimmten Prozentsatz der Kosten des verbleibenden Defizits. Bestandteil der Entscheidung, die Verwaltung nach Augsburg abzugeben, ist auch, dass sich Bürgermeister und die zwei Kindergartenreferentinnen Lucia Bradl und Therese Isele-Juraske verstärkt in der Einrichtung einbringen. Nach etwa zwei Jahren wollen die Gemeinderäte Bilanz ziehen über die Zusammenarbeit mit dem beauftragten Zentrum Kindertageseinrichtungen. Diesen Vorschlag hatte Zweiter Bürgermeister Michael Haas eingebracht.
Ganz leicht haben sich die Gemeinderatsmitglieder diese Entscheidung nicht gemacht. Während der Diskussion wurde mehrmals erwähnt, dass es zu dem Thema schon einige Treffen gegeben habe, sich die Räte Gedanken gemacht hätten.
Jährlich
Einen langen Wortbeitrag dazu lieferte Maria Hofreiter. Sie plädierte dafür, dass die Gemeinde die Trägerschaft des Kindergartens übernehmen solle. Vorteile wären ihr zufolge: kurze Wege, besserer Überblick, direkte Ansprechpartner; dass Hollenbach eine von vielen Einrichtungen unter dem Dach des Zentrums Kindertageseinrichtungen wird, gefalle ihr nicht, auch hinsichtlich des Personals. Wenn Alfons Huber die Verwaltung bisher ehrenamtlich geschafft habe, dann sei das auch von der Verwaltung im Rathaus zu stemmen. Man könne ja darüber nachdenken, eine zusätzliche Kraft einzustellen, schlug Hofreiter angesichts zunehmender Anforderungen und wachsender Einwohnerzahlen vor. Ähnlich argumentierte Therese Isele-Juraske, die meinte, nie sei es so günstig wie jetzt, die Trägerschaft der Kita zu übernehmen. Von diesen beiden Gemeinderätinnen kamen auch die Gegenstimmen.
Bürgermeister Xaver Ziegler fügte an, dass die Gemeinde nicht aufgrund eines Gemeinderatsbeschluss die Trägerschaft des Kinderhauses an sich nehmen könne, vielmehr müsse die Kirche die Trägerschaft abgeben (wollen).

Von Ines Speck Strom: Einstimmig entschieden sich die Gemeinderäte dafür, wieder an der Bündelausschreibung für die kommunale Strombeschaffung für die Jahre 2020 bis 2022 teilzunehmen. Sie wollen Öko-Strom ohne "Neuanlagen-Quote" beziehen. "Die Teilnahme rentiert sich allemal", warb Geschäftsleiter Richard Baur. Die Teilnahme an der Ausschreibung kostet 1200 Euro.

Walchshofener Straße: Vergeben wurden im nichtöffentlichen Teil der Sitzung die Kanalbauarbeiten an der Walchshofener Straße in Motzenhofen. Wie Bürgermeister Xaver Ziegler auf Nachfrage mitteilte, macht das 450 500 Euro aus; erledigen wird die Arbeiten die Firma Ritter und Deeg aus Kötz (Landkreis Günzburg). Die Arbeiten sollen laut Ziegler "im zeitigen Frühjahr" und in Absprache mit dem Landkreis beginnen, der die AIC 4 ausbauen wird.

Neujahrsempfang im Sommer, Bier statt Sekt: Eine Neuerung möchte 2018 Bürgermeister Xaver Ziegler "ausprobieren". Angesichts der Termindichte im Januar wird der Neujahrsempfang stattfinden, "wenn es warm ist und dann vielleicht mit einem Bierfasserl statt Sekt", meinte er augenzwinkernd.
So viel Harmonie: Die letzte Sitzung des Jahres kurz vor Weihnachten nutzte Ziegler, der sich ein Adventsgesteck samt Kerze vom Einwohnermeldeamt ausgeliehen hatte, um den Gemeinderat, die Verwaltung und alle übrigen Mitarbeiter zu loben. Fast sentimental meinte er, im Gemeinderat gehe es ihm im vierten Jahr wie in einer alten Ehe. "Ich bin sehr happy damit, wie es läuft", sagte er, und würdigte das Arbeitsklima im Kommunalparlament als sachorientiert, fair, schnell, schlagkräftig und demokratisch. Das Kompliment gab Michael Haas umgehend zurück, der besonders Zieglers "offene Art" herausstellte. (iko)


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Veröffentlicht am 15.12.2017 23:00 Uhr




 

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