Hilgertshausen    

Kommunalunternehmen soll Kläranlage erweitern

Hilgertshausen - Die Kläranlage von Hilgertshausen ist in die Jahre gekommen, so dass die Gemeinde eine Umrüstung und Erweiterung der Anlage an der Ilm plant. In einem zweiten Bauabschnitt soll dann der Ortsteil Tandern an die modernisierte Anlage angeschlossen werden.

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"Unser Ziel muss es sein, im Zusammenhang mit diesem Großprojekt eine nachhaltig wirtschaftliche Bauausführung unter Beteiligung von anerkannten Fachfirmen aus der Region zu erreichen, wobei die Einhaltung des Kostenrahmens sowie eine zeitnahe Fertigstellung des Bauwerks natürlich eine besondere Rolle spielt", betonte Bürgermeister Markus Hertlein vor dem Gemeinderat.
Dieses Ziel lasse sich nach entsprechenden Vorinformationen der Gemeinde am ehesten erreichen, wenn die Ausführung der Baumaßnahme auf ein Kommunalunternehmen übertragen werde. Diese Vorgehensweise sei in näherer Umgebung bereits in den letzten Jahren erfolgreich praktiziert worden. Hertlein erinnerte, dass in der Nachbargemeinde Gerolsbach oder zuletzt in der Gemeinde Sulzemoos eine Kläranlage ähnlicher Größenordnung über ein Kommunalunternehmen gebaut wurde. "Beide Gemeinden berichten von guten Erfahrungen wegen der größeren Flexibilität bei Vertragsausarbeitungen beziehungsweise allgemein größerer Gestaltungsfreiheit und nicht zuletzt durch Kostenersparnis, so Hertlein. So seien bei Ausschreibungen auch Bietergespräche mit Nachverhandlungen möglich. Man habe auch die Möglichkeit, Festpreisvereinbarungen zu treffen und die Auswahl der anbietenden Firmen regional zu begrenzen. "So konnte der Bürgermeister von Sulzemoos bei Gesprächen über seine Erfahrungen mit dem Kommunalunternehmen ein durchwegs positives Fazit ziehen", erklärte Hertlein den Ratsmitgliedern.
Einstimmig entschied sich der Gemeinderat für diesen Weg. Peter Schadl (CSU Tandern) begrüßte die Vorgehensweise allein schon deshalb, weil so keine europaweite Ausschreibung notwendig wird. Mit einer europaweiten Ausschreibung würde sich die Gemeinde nach den Worten Schadls einen Bärendienst erweisen. "Es glaubt doch wohl keiner, dass Firmen aus Osteuropa zu eventuell notwendigen Nachbesserungen nach Hilgertshausen kommen", so Schadl.
Die Verwaltung kann entlastet werden
Auch Martin Güll (SPD) nannte die Vorgehensweise mit einem Kommunalunternehmen den Schritt in die richtige Richtung. Christina Markert (WG Hilgertshausen-Tandern) gab zu verstehen, dass mit der beschlossenen Vorgehensweise auch die Verwaltung entlastet werden könne. Auch Hans Glas (Bürgerliste Tandern) sieht das so.
Über die sicher sehr hohen Kosten des Projekts, die in unterschiedlicher Form auf die Bürgerinnen und Bürger umzulegen sind, hat man zumindest in öffentlicher Sitzung kein Wort verloren.

Von Josef Ostermair


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Veröffentlicht am 12.10.2018 23:00 Uhr




 

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