Baar    

Anonym für die Windkraft?

Baar – Mit einer Ausstellung zu Energiewende und Windkraft läutete die „lokale Passung“ für Baar, Münster, Holzheim und Thierhaupten die nächste Stufe ihres Projektes ein. Nachdem sich die Bürger am Samstag umfassend über verschiedene technische Lösungen informieren konnten, steht nun die Befragung aller rund 4000 Haushalte an. Dazu werden die Einwohner in den vier Gemeinden in Kürze Post in Form eines Fragebogens erhalten.

<p>Anonym für  die Windkraft? </p>

Die Nutzung von Windkraft ist in Baar nach dem Bauantrag der Firma Uhl für vier Anlagen am Baarer Berg aktueller denn je. Bereits zuvor waren sich die Bürgermeister Leonhard Kandler (Baar), Franz Neher (Thierhaupten), Robert Ruttmann (Holzheim) und Gerhard Pfitzmeier (Münster) einig, dass man sich nach einer Eingliederung des gemeindefreien Gebietes Brand um ein interkommunales Windkraftgebiet bemühen will. Mittlerweile ist die Sache mit Brand zwar entschieden, das Windkraftprojekt aber noch keinen Schritt weiter. Zudem droht das Vorhaben der Firma Uhl, das trotz der Ablehnung durch den Gemeinderat noch nicht vom Tisch ist. Hilfe erhoffen sich die Baarer Räte vom Projekt „lokale Passung“, in dem die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und das in Augsburg ansässige Bifa-Umweltinstitut zusammenarbeiten. Die lokale Passung arbeitet neutral und will den Bürgern Möglichkeiten über verschiedene technische Lösungen wie Windkraft, Photovoltaik oder Steigerung der Energieeffizienz informieren.

Mit der Ausstellung am Samstag im Raum des Liederkranzes in der Baarer Mehrzweckhalle wurde zudem auf die in Kürze anstehende Befragung der Bevölkerung hingewiesen. Den 4000 Haushalten wird dazu ein Fragebogen mit Karte und 39 Fragen zugeschickt. Als Zeitaufwand für das Ausfüllen sollten 30 Minuten ausreichen. Noch im Juli soll die anonyme Befragung abgeschlossen sein und die Auswertung im September vorliegen.

Zu anderen Themen hat die lokale Passung bereits Befragungen in München und Bozen durchgeführt. Wie Prof. Dr. Bernhard Gill von der LMU mitteilte, sollen Energiesysteme mit privaten Haushalten zusammenpassen.

Das Projekt will Strukturen, Verbrauch und die Präferenzen der Einzelnen für Energiearten herausfinden. Mit den Städten München und Ulm sowie den Landkreisen Augsburg (Stromtrasse) und Aichach arbeitet man als Praxispartner zusammen. Ziel sei es, bei der Umsetzung der Energiewende zu unterstützen, wie Dr. Michael Schneider vom Bifa-Institut ausführte. Vor allem für Baar sei eine einvernehmliche Lösung in Sachen Windkraft erforderlich, nachdem das Dorf durch die Angelegenheit regelrecht gespalten ist.

Freilich könne die lokale Passung nur beraten und keinerlei Entscheidungen beeinflussen, schränkte Schneider ein. Diplom-Ingenieur Michael Schönemann erläuterte die Ausstellung mit Schwerpunkt Windkraft. Die Besucher konnten an Computern im Energieatlas Bayern Karten aufrufen und Standorte, Windradhöhen sowie deren Ansichten und Schattenwurf in Abhängigkeit von der Tageszeit simulieren.

An Plakaten waren sowohl eine Chronik zum Windpark Baar als auch die Grundlagen für Planung, Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung, Finanzierung und Rechte und Pflichten eines Investors abzulesen. Eindrucksvoll auch die Gegenüberstellung des Flächenverbrauchs für eine Kilowattstunde Strom, erzeugt durch Biomasse- (2657 Quadratmeter), Biogas- (782), Windkraft- (31) und Photovoltaikanlagen (29).

Der ebenfalls anwesende Thierhauptener Altbürgermeister Franz Neher monierte ein fehlendes Gesamtkonzept; vor allem die Rahmenbedingungen würden sich wie Wasserstandsmeldungen ständig ändern und damit keinerlei Planungssicherheit ergeben, kritisierte der Altbürgermeister.

<p>Anonym für  die Windkraft? </p>


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Veröffentlicht am 22.02.2015 22:03 Uhr




 

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