Altomünster    

Der Zug heißt Altomünster

Altomünster - Seit dem gestrigen Fahrplanwechsel können die Fahrgäste des Linienasts S-Bahn 2 erstmals mit elektrisch betriebenen S-Bahnen fahren. Zur Feier des Tages gab es eine Sonderfahrt der S-Bahn München von Dachau nach Altomünster. Zur anschließenden offiziellen Inbetriebnahme trafen sich Joachim Herrmann, der bayerische Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr, Landrat Stefan Löwl und Klaus-Dieter Josel, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für Bayern. Hunderte Besucher ließen sich das Jahrhundertereignis nicht entgehen.

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Der Bahnsteig am Bahnhof Altomünster war gedrängt voll. Auch die Einladung der Bahn, am ersten Betriebstag den neuen Zug kostenlos zu testen, wurde begeistert angenommen. Nur gesteckt volle Züge trafen in der Marktgemeinde ein. Bürgermeister Anton Kerle bezeichnete die Entscheidung der Bahn für die Elektrifizierung als sehr gute Lösung. Er ist überzeugt, dass die Fahrgäste das verbesserte Angebot rege nutzen werden.
Innenminister Joachim Herrmann sagte, das lange Warten habe sich gelohnt, die Inbetriebnahme der neuen Bahn sei ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. An den Kosten in Höhe von 68 Millionen Euro beteiligt sich der Freistaat Bayern immerhin mit 50 Millionen Euro. Damit sei ein wichtiger Punkt des Bahnknoten- München-Konzepts der Staatsregierung umgesetzt. Für den Landkreis konnte ein Riesenfortschritt erreicht werden. Nun sei es auch wichtig, dass im kommenden Jahr Fortschritte bei der Realisierung der zweiten S-BahnStammstrecke erreicht würden, sonst könne das Netz im Raum München nicht weiter ausgebaut werden. In Bayern gebe es keinen Mangel an Fahrgästen. Der Marktgemeinde und dem Landkreis gratuliert der Innenminister zur neuen, modernisierten S-Bahn-Linie, die auch seiner Erwartung nach gut genutzt werden wird.
Landrat Stefan Löwl wertete die Inbetriebnahme als großen Tag für den Landkreis. Im kommenden Jahr werde der Kreis einen neuen Nahverkehrsplan erarbeiten. Für den bevölkerungsmäßig stärksten Wachstumskreis in Bayern habe der öffentliche Personennahverkehr eine starke Bedeutung. Einerseits sei die Bahnstrecke der ehemaligen Linie A jetzt vollständig in das Münchner Schnellbahnnetz eingebunden, andererseits stellten die Leistungsverbesserungen einen Meilenstein zur Verbesserung des gesamten öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) dar.
Für die Deutsche Bahn sagte der bayerische Konzernbevollmächtigte Klaus-Dieter Josel, in nur siebeneinhalb Monaten sei die komplette, 30 Kilometer lange Strecke elektrifiziert worden. Damit habe man eine große Herausforderung gemeistert. Die Züge könnten jetzt schneller und zur Hauptverkehrszeit sogar halbstündlich fahren. Die Fahrgäste könnten stufenfrei die Bahnsteige erreichen und in die S-Bahn einsteigen. Sein Dank galt den Fahrgästen und Anwohnern, die sich in der Bauphase mit Schienenersatzverkehr und zeitweilig gesperrten Straßen sowie den Unannehmlichkeiten des Baubetriebs arrangieren mussten. Dank galt auch den Mitarbeitern der Bahn und ihrer Auftragsfirmen für ihre Arbeit unter enormem Zeitdruck. Seit Ende April mussten fast 600 Oberleitungsmasten für 30 Kilometer Fahrdraht aufgestellt und neun Bahnhöfe umgebaut werden. Die Bahnhöfe Erdweg und Schwabhausen sind als neue zweigleisige Kreuzungsbahnhöfe ausgebaut worden. Weichen und Signale werden zukünftig mit Hilfe von zwei elektronischen Stellwerken in Kleinberghofen und Schwabhausen aus der Betriebszentrale in München gesteuert. Die Anpassung von 31 Bahnübergängen war Voraussetzung dafür, dass die Züge auf der kurvenreichen Strecke größtenteils 80 Kilometer pro Stunde fahren können.
Der Geschäftsleiter der S-Bahn München, Bernhard Weisser, freute sich, dass dank der Bestellung der bayerischen Eisenbahngesellschaft das Fahrplanangebot deutlich verbessert werden kann. Auf dem neuen Streckenast kann man stündlich umsteigefrei von und nach München bis zum Ostbahnhof fahren.
Bevor Dachaus Altlandrat Hansjörg Christmann einen Zug auf den Namen "Markt Altomünster" taufte, indem er ihn mit Schampus anspritzte, erteilten die beiden Seelsorger, Pater Michael und Pfarrer Winfried Stahl, der neuen Bahnlinie den ökumenischen Segen. Die Altomünsterer Musikanten umrahmten die Feier am Bahnhof und führten den Zug der Ehrengäste zum Kapplerbräusaal an.

Von Franz Hofner
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Veröffentlicht am 14.12.2014 18:06 Uhr




 

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