Aichach    

Sturmlauf gegen Windräder

Oberwittelsbach - Noch gibt es keinen Genehmigungsantrag, die Bürger aber laufen bereits Sturm gegen die vier geplanten Windräder zwischen Oberwittelsbach und Untermauerbach. Sie fürchten um ihre Gesundheit und den Verlust von Wohnqualität. Dem erst vor wenigen Tagen gegründeten Verein "Schutz unserer Wittelsbacher Heimat" gelang es auf Anhieb, mindestens 150 Frauen und Männer zu mobilisieren, die den Kampf gegen die Windräder aufnehmen, oder zumindest unterstützen wollen. Am Sonntagabend sorgten sie beim Burghof in Oberwittelsbach für ein volles Haus.

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Sinn der Veranstaltung, so der Vorsitzende Dr. Christoph Bringmann, "ist es, Fakten zu liefern und mit Informationsdefiziten aufzuräumen". Dazu forderte er eine "sachliche und emotionsfreie" Diskussion, woran sich alle Besucher zum größten Teil hielten. Sie nahmen die Stadträte in die Pflicht, die mit einem Bebauungsplan die Aufstellung der Windräder verhindern sollen. Kritik gab es an der Bauleitplanung. Ortsteils-Stadtrat Dieter Heilgemeir stellte sich den Angriffen und klärte auf, dass "einzig das Landratsamt über die Genehmigung der Windräder entscheidet, sonst niemand." Er habe mit Bürgermeister Klaus Habermann gesprochen und ihn "dringend gebeten, Sachstandsberichte abzugeben und Bürgerversammlungen" abzuhalten. Beides habe ihm Habermann zugesagt. Heilgemeir versäumte es nicht, darauf hinzuweisen, dass er bereits 2006 gegen die Windräder gestimmt habe, als es um die Aufstellung des entsprechenden Teilflächennutzungsplans ging. "Insofern könnte ich es mir leicht machen", das wolle er aber nicht.
Bernd Huhnt, Vorsitzender der Bürgerinitiative Laimering, Rieden und Gallenbach, die gegen die Windräder im Blumenthaler Forst kämpfte, berichtete, dass er weggezogen sei, weil er die Windräder nicht mehr aushielt. "Jetzt geht es mir besser." Er forderte die Veranstalter auf, den Bund Naturschutz mit ins Boot zu holen. Nur so gebe es eine Erfolgsaussicht. Einer der Zuhörer meinte, die Windräder seien unrentabel, "weil es bei uns zu wenig Wind gibt". Was sich rentiere, seien allein die Fördermittel. "Das ist Subventionsbetrug, das ist Steuerbetrug", schimpfte ein älterer Herr und bekam tosenden Applaus.
"Wenn jemand einen Rotmilan sieht, bitte unbedingt fotografieren, das hilft uns im zweiten Schritt", postulierte eine Frau. "Unsere Heimat ist nicht nur der Ort hier, sondern auch das Gefühl", sagte Bringmann und erntete Beifall. "Gemeinsam sind wir stark", bat er die vielen Besucher um Unterstützung. Heute Abend tagt der Bauausschuss in Aichach. Die Ausschussmitglieder können sich möglicherweise schon mal auf zahlreiche Zuhörer vorbereiten, obwohl das Thema Windräder nicht auf der Tagesordnung steht. "Da gehen wir alle hin", kündigte eine Windradgegnerin lautstark an. "Wir sind für Windenergie, aber gegen solche Giganten vor unserer Haustür"

Von Alfred Haas
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Veröffentlicht am 04.12.2017 23:00 Uhr




 

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