Affing    

„Besser und billiger“

Anwalting – Gestern nachmittag stellte Josef Schmid, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Umgehungsstraße Anwalting -Gebenhofen (IGUSAG), das Ergebnis von drei Gutachten zu den verschiedenen Varianten der Trassen vor. Er ist sicher: „Die Westumfahrung von Mühlhausen ist mit so vielen Problemen behaftet, die schaffen wir nie!“ Statt der Nordumfahrung plus der Westumgehung bringe ein Ausbau der Straße von Derching über Frechholzhausen nach Affing deutliche Vorteile: 50 Prozent weniger Kosten, 50 Prozent weniger Landverbrauch und eine „deutlich höhere Verkehrsentlastung“.

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Die IGUSAG, die rund 120 Mitglieder hat, die pro Jahr 20 Euro Beitrag zahlen, bekommt laut Schmid viele Spenden. Nur dadurch sei es möglich, einen „Spitzenanwalt“ zu beschäftigen, der pro Stunde 300 Euro plus Mehrwertsteuer nehme. Drei Gutachten ließ man anfertigen, zum Variantenvergleich von Richard Obermeier, zu landschaftsplanerischen Belangen betreffend Westumfahrung von Karl Ecker und zur Umwelterheblichkeit der Ostumfahrung Affings auch von diesem Ingenieur. Ausgegeben hat man bereits zwischen zehn- und 20 000 Euro. Nun aber ist man bei der IGUSAG sicher, die beste Lösung für eine Entlastung der gesamten Gemeinde gefunden zu haben. Diese mache die Nordumfahrung überflüssig und verlaufe größtenteils auf einer bestehenden Gemeindeverbindungsstraße durch den Derchinger Forst.

Nur 4,5 Kilometer Straße müssten neu gebaut werden, rechneten Josef Schmid und IGUSAG-Schriftführer Konrad Ertl vor. Nord plus West hingegen bräuchte 8,5 Kilometer. Man müsse die 90-Grad-Kurve bei Derching begradigen (1,2 Kilometer Neubau), Frechholzhausen umfahren, am besten westlich (800 Meter) und dann noch Richtung Katzenthal 2,3 Kilometer neu bauen. Damit erreiche man, dass statt neun nur fünf Millionen Euro ausgegeben werden müssten und statt 17 Hektar nur 7 bis 7,5 Hektar Land verbraucht würden. Zudem tangiere man nicht die Flurbereinigungsbestrebungen von Augsburg und verteile den Verkehr in Augsburg um.

Laut IGUSAG-Gutachter beträfe deren Variante durch den Derchinger Forst keine relevanten Schutzgebiete. Das Landschaftsbild sei hauptsächlich von einer 380-Volt-Starkstromleitung geprägt. Der Affinger Bach, der gequert werden müsste, sei „minderwertiges Naturschutzgebiet“ und es sei kein Problem, ihn zu überbrücken.

Für besonders gewichtig hält man bei der IGUSAG das Ergebnis der naturschutzrechtlichen Prüfung der geplanten Westumfahrung Mühlhausens, für die im Sommer die Planfeststellung beginnen soll und die Affing erst mal vorzufinanzieren bereit ist. Schmid: „Da stehen einem die Haare zu Berge!“ Es handele sich nämlich um ein FFH-Gebiet, in dem zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere beheimatet seien. Entdeckt hat man unter anderem Libellen, den Kiebitz, Rebhühner, den Bienenfresser, Frösche und Fransenfledermäuse, kriechenden Sellerie, knollige Kratzdisteln und Edelkrebs. Insofern ist man froh, dass der Augsburger Stadtrat Erwin Gerblinger die eigentlich schon vom dortigen Stadtrat beschlossene Zustimmung zum Verlauf auf Augsburger Flur wieder in Frage gestellt hat. Man habe die drei Gutachten auch an OB Kurt Gribl und die Fraktionen geschickt und sei sicher: Den neuen Argumenten könne sich niemand verschließen. Die Mühlhausener Westumfahrung würde „eine erhebliche Beeinträchtigung der Schutzobjekte“ bedeuten, so Schmid. Die sei aber nur zulässig, wenn nachweislich keine zumutbare Alternative gegeben sei. Die sei aber mit ihrem Vorschlag da. Wenn das Straßenbauamt nun nicht einlenke und von seiner Aussage „Nordumfahrung oder gar nichts“ abgehe, dann habe man vor Gericht dank der drei Gutachten auf jeden Fall gute Karten für eine etwaige Klage gegen den künftigen Planfeststellungsbeschluss. Schmid erklärte auch, dass die Betreiberin des Campingplatzes Ludwigshof zwei Millionen Euro Entschädigung wolle und dieses Geld müsse man zu den Kosten von Nord/West noch hinzurechnen. Alles in allem seien das „unüberwindbare Hürden“. Nun warte man auf Reaktionen, man sei gesprächsbereit, um eine „gemeinsame Lösung für ganz Affing“ zu finden. Man gehe außerdem davon aus, dass das Straßenbauamt nun eine Feinuntersuchung der IGUSAG-Trassenvariante vornehmen lassen werde.

Von Monika Grunert



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Veröffentlicht am 27.01.2011 18:12 Uhr




 

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