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Weitere Katzenwelpen beschlagnahmt

Dachau - Nur zwei Wochen nach der jüngsten gemeinsamen Aktion von Tierschutzverein Dachau, Veterinäramt und Polizei wurden zwei weitere Katzenwelpen der gleichen Verkäuferin beschlagnahmt. Die Frau hat tatsächlich trotz der laufenden Ermittlungen erneut Katzen auf Ebay-Kleinanzeigen zum Verkauf angeboten.


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Sehen auf den ersten Blick ganz nett aus, sind jedoch schwer krank: Wieder wurden Katzenwelpen beschlagnahmt, die eine Dachauerin auf Ebay-Kleinanzeigen angeboten hatte.


Zuletzt waren die Katzen auf einem Parkplatz verkauft worden - noch dazu mitten in der Nacht, so dass man sich schon fragt, wer sich unter solchen Bedingungen ein Haustier zulegt - jetzt offerierte die Dachauerin, die Tiere zu ihren neuen Besitzern nach Hause zu bringen. In ihrem Inserat bot sie zwar an, dass Interessierte die Tiere besichtigen können, doch war das offenbar nur vorgeschoben. Den verdeckt operierenden Tierschützern jedenfalls wollte sie die Tiere bringen - gegen zusätzliches Spritgeld. Immerhin sahen diesmal die Katzenkinder, abgesehen von einer Verletzung und Flohbefall, äußerlich recht passabel aus. Geschulten Augen jedoch entging nicht, wie das Landratsamt Dachau mitteilt, dass die Welpen darüberhinaus krank wirkten. Den ersten Eindruck bestätigte der später durchgeführte Test: Die Katzen leiden an Giardien und Parvovirose. Parvovirose wird auch "Katzenseuche" genannt und ist eine hochansteckende, lebensbedrohliche Infektionskrankheit, bei der die Todesrate bis zu 75 Prozent beträgt. Die Ansteckung erfolgt durch direkten aber auch indirekten Kontakt über Gegenstände oder Kleidung. Die Infektion führt sehr schnell zu massiven Krankheitssymptomen wie hohem Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall. Besonders bei Katzenwelpen ist die Sterblichkeit trotz Behandlung in der Tierklinik sehr hoch. Parvoviren können in der Umgebung monatelang überleben, herkömmliche Desinfektionsmittel sind bei ihnen leider wirkungslos. Auch geimpfte Tiere können daran erkranken; bei diesen ist der Krankheitsverlauf aber milder. Parvoviren sind für den Menschen nicht ansteckend. Anders sieht es mit den Darmparasiten Giardien aus (Zoonose).
Da relativ sicher ist, dass die verantwortungslose Vermehrerin zwischenzeitlich wieder Katzenwelpen verkauft hat, bittet das Landratsamt die Käufer dringend darum, die Tiere umgehend einem Tierarzt vorzustellen. Die Inkubationszeit bei Katzenseuche beträgt ungefähr zwei Wochen. Es gibt einen Schnelltest, der über eine Kotprobe erfolgt. Je eher die erkrankten Tiere behandelt werden, umso größer ist die Chance, dass sie überleben.
Genereller ergeht der Appell an Katzenbesitzer, die sich ein "Zweittier" zulegen möchten oder Tierfreunde, die neu ihr Leben mit einer Katze bereichern möchten: Auf keinen Fall sollte man von derart dubiosen Verkäufern ein Tier kaufen und diese damit noch zum Weitermachen ermuntern. mg



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Veröffentlicht am 20.07.2020 16:08 Uhr



 
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