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Biotop schwer beschädigt

Kleinberghofen - Naturschutzwächter Michael Keller konnte es nicht fassen, was er zwei Tage vor Christi Himmelfahrt bei einer Kontrolle der seit vielen Jahren von ihm gepflegten Blindwiesen südöstlich von Kleinberghofen sah: Auf dieser dem Landkreis gehörenden Nasswiese waren fast alle Blütenpflanzen stark verwelkt und verformt, darunter auch besonders geschützte oder gefährdete Arten wie das Breitblättrige Knabenkraut - eine seltene Orchideenart -, Sumpfdotterblume oder Großer Wiesenknopf.


In einer Pressemitteilung schreibt Wolfgang Reichelt, Medienbeauftragter des Dachauer Landratsamts, dass man davon ausgehe, dass hier ohne Genehmigung flächig von einem Unbekannten Herbizide ausgebracht wurden. Frische Traktorspuren seien ebenso ein "eindeutiger Hinweis" darauf.
Bei der Wiese handelt es sich um eine regional bedeutsame Nasswiese mit Quellsumpf. Durch die Pestizide sei dieser besondere Lebensraum nun nachhaltig und erheblich geschädigt worden. Durch die Schädigung des Großen-Wiesenknopf-Bestands habe der hier vorkommende Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, eine stark gefährdete und streng geschützte FFH-Schmetterlingsart, seine Futterpflanze und damit seine Lebensgrundlage verloren.
Das Landratsamt habe Anzeige bei der Polizei erstattet, teilte Reichelt mit. Wer Beobachtungen über ein Befahren oder Bearbeiten der Fläche in der Woche vor Christi Himmelfahrt gemacht hat oder Hinweise zur Aufklärung geben kann, wendet sich ans Landratsamt Dachau (Telefon 08131/74-474 oder -201) oder die Polizeiinspektion Dachau (Telefon 08131/561-0).



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Veröffentlicht am 27.05.2020 17:08 Uhr



 
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