Weitere Gemeinden    

Museum erinnert an Glanzzeiten

Friedberg - An allen Ecken wird geräumt, geputzt, gesägt, gehämmert und arrangiert. Museumsleiterin Alice Arnold-Becker und ihr Team haben noch einiges zu tun, bis am 12. Mai das Museum im Wittelsbacher Schloss eröffnet werden kann. Mit viel Liebe zum Detail wird die Ausstellung arrangiert. Stadtgeschichte und Uhrmacherei sind ebenso Themen wie Archäologie, Fayencen und einheimische Künstler. Gedacht wird an Maler Fritz Schwimbeck und Grafiker Reinhart Heinsdorf, der einer der erfolgreichsten Münzgestalter der Bundesrepublik war. Auch sakraler Kunst widmet man sich - schließlich hat die Stadt drei Wallfahrtskirchen.

friedberg-museum-JörgAdamHansB

Etwa eineinhalb Stunden wird ein Rundgang durch den ersten Stock mit seinen sieben Abteilungen im Durchschnitt dauern, natürlich auch gern länger, freut sich Alice Arnold-Becker. Los geht es mit der Stadtgeschichte ab der Gründung im Jahr 1264 durch Herzog Ludwig II., genannt der Strenge, und König Konradin. Der Schwerpunkt liegt auf Friedbergs Glanzzeit als bayerische Grenzstadt.
Sodann erfährt man in fünf Räumen Wissenswertes über die Ära, als Friedberg als Uhrmacherstadt großen internationalen Ruhm erlangte. In Scharen zog es die Meister von Augsburg weg nach Friedberg; dort fanden sie bessere Bedingungen, erklärt die 43-jährige Museumschefin, und man merkt, wie sehr das Thema sie begeistert. Im 18. Jahrhundert lebten 70 bis 80 Uhrmacher in der Stadt, die lediglich 1800 Einwohner zählte.
Zur modernen, multimedialen Ausstattung gehören Audioguides. 45 Minuten läuft der Guide für Kinder, sie werden von Philipp Happacher, dem Uhrmacherlehrling, - im 18. Jahrhundert gab es wirklich einen Meister mit diesem Namen - durchs Museum begleitet und hören auch Geräusche und Musik, zum Beispiel orientalische Klänge bei der türkischen Uhr.
Den Text für Erwachsene hat Alice Arnold-Becker eingesprochen, er dauert genau eine Stunde. Den Audioguide gibt es in Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch. Man hofft via Romantische Straße auf viele Besucher aus dem Ausland. Im stärksten Jahr mit der Sonderschau Alraune kamen 19 000 Gäste. Besonders attraktiv wirken zahlreiche Mitmachstationen, an denen die Besucher auch zugreifen können statt nur zu gucken. Auf einem Touchscreen können sie zum Beispiel ihre eigene Adresse anklicken und sehen, ob es davon vielleicht alte Ansichten gibt. Es sollten alle Teile Friedbergs in die Darstellung der historischen Entwicklung einbezogen werden. Kindergruppen werden in einem museumspädagogischen Raum betreut, wo sie sogar basteln können.

Von Monika Grunert Glas
friedberg-museum-arnold-becker


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 19.04.2019 23:00 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief