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S-Bahn an der A 8?

Dachau - Mit Anträgen der CSU-Fraktion im Kreistag zur "Stärkung der Infrastruktur und Mobilität und der Prüfung eines neuen S-Bahn Korridors an der A 8" sowie von Kreisrat Roderich Zauscher (Bündnis 90/Die Grünen) zur Untersuchung der Machbarkeit einer neuen S-Bahnlinie von München-Ostbahnhof zur Eschenrieder Spange (Nordring) und entlang der A 8 bis Dasing befasste sich der Dachauer Kreisausschuss in seiner letzten Sitzung.


Eingangs wurde von der Verwaltung festgestellt, dass der Landkreis als Aufgabenträger für den allgemeinen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), vorrangig für Bus- und Bedarfsverkehr keine Entscheidung über eine neue S-Bahnlinie treffen kann, er aber eine solche beim Staat anregen könne. Landrat Stefan Löwl betonte, dass durch vielerlei Aktivitäten einiges in Bewegung geraten sei. So habe der Freistaat Bayern Ende des vergangenen Jahres an eine Projektgemeinschaft einen Auftrag vergeben für die Untersuchungen im Rahmen des Programms "Bahnausbau Region München". Im Januar wurde das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie bekannt, die Landeshauptstadt, Freistaat und BMW AG in Auftrag gegeben hatten, nach dem der Nordring in München dafür grundsätzlich als verkehrlich sinnvoll erachtet wird.
In einem ersten Schritt sollen Pendelzüge eingerichtet werden, die das neue BMW-Forschungs- und Innovationszentrum anbinden sollen. Das wäre jedoch nur ein Anfang, an dem sich dann ein kompletter Ausbau des Nordrings mit einem Anschluss von Karlsfeld und Dachau anschließen würde. Durch die Machbarkeitsstudien des Freistaates sei sichergestellt, dass die in den Anträgen angeführten Untersuchungen durchgeführt werden.
Dies gelte auch für eine mögliche Neubaustrecke München - Odelzhausen - Dasing entlang der A 8.
Zur Verbesserung der Erschließung der Metropolregion mit der S-Bahn müssten nun die verkehrliche Wirkung sowie Angebotskonzepte und Infrastrukturbedarf geprüft werden.
Gespräche hinsichtlich der Trassensicherung seien schon geführt worden. Landrat Stefan Löwl informierte die Kreisräte, dass am 15. März ein Gespräch mit dem Bundesverkehrsminister ansteht - zur Verbesserung der Bahnproblematik im Großraum Berlin -, zu dem die Landräte der Münchner Umland-Landkreise zusammen mit dem Münchner Oberbürgermeister eingeladen sind.
CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Offenbeck betonte, dass es notwendig sei, das Thema mit Nachdruck anzugehen. Auch auf die Möglichkeit neuer Technologien wies er hin.
Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann betonte, dass der Nordring nicht nur Karlsfeld, sondern auch Dachau erschließen solle. Auf die Verkehrspolitiker müsse mehr Einfluss genommen werden, die Bahn dürfe nicht immer nur die Gewinnmaximierung in den Vordergrund stellen. Freie-Wähler-Sprecher Michael Reindl begrüßte es nachdrücklich, dass es durch den Nord-, aber auch Südring-Bahn-Ausbau verkehrliche Verbesserungen für den Zuzugs-Landkreis geben soll. Eine Machbarkeitsstudie dafür soll baldmöglichst dem Kreistag vorgestellt werden.
Einstimmig sprach sich der Kreisausschuss dafür aus, dass nach Vorliegen der Studien die Ergebnisse, die für den Landkreis unmittelbar relevant sind, dem Kreisausschuss vorgestellt werden sollen. Bezüglich weiterer Technologien zur Bewältigung der Verkehrsproblematik im Großraum München ist auch ein Antrag der CSU-Stadtratsfraktion von München interessant. Darin geht es um eine Schwebebahn (siehe eigener Bericht). S-Bahn bis Dasing?

Von Franz Hofner


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Veröffentlicht am 07.03.2019 12:00 Uhr