Todtenweis    

Fäkalkeime in Todtenweiser Wasser sind definitiv raus

Todtenweis - Es war ein heikles Thema, das die Gemeinde Todtenweis intensiv beschäftigte: Wie berichtet, waren vor rund acht Wochen bei einer Routinebeprobung im Schulhaus Fäkalkeime im Trinkwasser entdeckt worden. Ein Abkochgebot für weite Teile der Gemeinde war die Folge. Mitte Juni wurde es aufgehoben. Doch die Angelegenheit wird die Kommune noch länger beschäftigen. Denn wer hat die Verkeimung verursacht? Es wurde Anzeige gegen unbekannt erstattet.


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Das Todtenweiser Trinkwasser kann wieder mit Appetit genossen werden. Foto: Stuart Hampton, pixabay


Die letzten Beprobungen erbrachten einwandfreie bakterielle Untersuchungsergebnisse, sowohl für den Ortsteil Sand wie auch den Ortskern. "Wir haben wieder feines und gutes Wasser", gab Bürgermeister Konrad Karl am Mittwochabend bekannt. Damit das so bleibe, werde weiterhin untersucht: "Erst heute früh war der Wasserwart bei mir im Haus und hat eine Probe gezogen." Es gehe um die dauerhafte Sicherheit. Im Gemeindeblatt und auf der Homepage werde akribisch erklärt, was es rund ums Wasser für Vorschriften gebe, so Carl. Beispielsweise seien vorhandene Brunnen auf Privatgelände anzeigepflichtig. Man müsse sie der Verwaltungsgemeinschaft Aindling melden. Fehlanschlüsse seien fatal. Auch seien die Hausanschlüsse regelmäßig von den Eigentümern zu pflegen, manche Teile solle man nach gewisser Zeit auswechseln. An Hauswasserbrunnen müsse gekennzeichnet werden, dass diese kein Trinkwasser lieferten.
Wie berichtet, stand schnell fest, dass das Problem von einem Privatmann verursacht worden sein muss. Hochbehälter und Wasserlieferant schieden aus, wurde ermittelt. Das Trinkwasser, das der Wasserversorger aus dem den Brunnen nachgeschalteten Hochbehälter ins Ortsnetz abgibt, war stets einwandfrei. Auch ein Rohrbruch oder ein anderweitiger Defekt seitens des Wasserversorgers konnten ausgeschlossen werden. Offenbar brodelt es nun in der dörflichen Gerüchteküche. "Es obliegt allein der Polizei, zu ermitteln, wer Schuld an der Verkeimung hat", betonte Carl. Es könne nicht angehen, dass "dumme Gerüchte" entstünden, nur weil irgendwo auf einem Hof Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts oder der Polizei gesehen wurden: "Da wird dann plötzlich jemand unter Generalverdacht gestellt, ohne dass es Beweise gibt." Carl sprach davon, jemandem sei nachgesagt worden, beim Bauen einen Hydranten angezapft oder eine Wasserleitung beschädigt zu haben: "Der Betroffene war bei mir und hat Fehlverhalten energisch dementiert", berichtete das Gemeindeoberhaupt. Die polizeilichen Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.
Mal beim Thema Gerüchte, sprach der Bürgermeister weitere an, die mit den Corona-Beschränkungen zu tun haben. "Wilde Denunziationen" seien da im Umlauf. So halte sich das Gerücht, vier Personen hätten sich zum Kartenspielen an der Fischerhütte bei den Sander Seen getroffen, die Polizei sei gekommen und nun würden Bußgelder fällig. Der See gehört der Gemeinde, der Fischereiverein hat ihn gepachtet, Konrad Carl ist dessen Vorsitzender. "Es werden hoch angesehene Bürger dumm angesprochen: Ha, warst da auch dabei?" Das sei "mehr als erniedrigend". Er habe nun eigenhändig "Ermittlungen angestellt" bei der Polizei und im Landratsamt. Ergebnis: "Einen derartigen Vorfall an der Fischerhütte hat es nie auch nur ansatzweise gegeben!" Wer sich "so einen Käse" einfallen lasse, solle sich "in Grund und Boden schämen", sagte der Bürgermeister. Kartenspieler an der Fischerhütte: Vorfall hat es nie gegeben

Von Monika Grunert Glas



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Veröffentlicht am 25.06.2020 15:15 Uhr



 
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