Sielenbach    

Nach Jahren ohne Aufschlag: Sielenbach erhöht die Kita-Gebühren um zehn Prozent

Tödtenried - Seit fünf Jahren sind in Sielenbach die Kindergartengebühren nicht mehr erhöht worden, die für die Kinderkrippe sogar seit acht Jahren nicht mehr. Der Gemeinderat beschloss deshalb nun bei seiner jüngsten Sitzung im Tödtenrieder Feuerwehrhaus, sie anzuheben - allerdings fällt die Erhöhung mit zehn Prozent moderat aus.


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Kindergarten und Kinderkrippe in Sielenbach: Der Gemeinde erhöhte die Gebühren für die Kindertagesstätten erstmals seit fünf beziehungsweise acht Jahren. Mit pauschal zehn Prozent fiel die Steigerung aber eher gering aus. Foto: Berndt Herrmann


Wobei die Gemeinderäte intensiv darüber diskutierten, welchen Umfang die Anhebung haben sollte - und ob man sie überhaupt vornehmen sollte. Von der Verwaltung lag ein Vorschlag auf dem Tisch, der vorsah, die Krippengebühren um pauschal 20 Euro anzuheben, die Kindergartengebühren sollten um Beträge zwischen 15 und 27,50 Euro steigen. In der Krippe hätten die Eltern damit - je nach Buchungszeit - zwischen 180 und 265 Euro zahlen müssen. Im Kindergarten hätte der Elteranteil nur zwischen 30 und 50 Euro in den höchsten Buchungsgruppen gelegen, weil es hier den staatlichen Zuschuss von 100 Euro gibt.
"Da wird gute Arbeit geleistet, die Kinder sind gut aufgehoben", lobte Bürgermeister Heinz Geiling die Arbeit in den Einrichtungen und hielt deshalb eine Anpassung nach so vielen Jahren für angemessen, über den Betrag wollte er aber gerne diskutierten. Auch Josef Stocker gehörte zu den Befürwortern einer Anhebung, schließlich "bleiben in keinem Bereich die Preise acht Jahre lang gleich. Horst Pappenberger argumentierte, dass Sielenbach bei den Gebühren im Vergleich zu anderen Gemeinden sowieso im unteren Bereich liege, zudem sei das Angebot stetig ausgeweitet worden. Auch Zweiter Bürgermeister Franz Moser plädierte für eine Erhöhung, er hätte die Beträge des Verwaltungsvorschlags übernommen, während die anderen Befürworter einer Erhöhung eher wollten, dass sie etwas niedriger ausfällt.
Florian Bichler und Benedikt Lechner gehörten dagegen zu den Gemeinderäten, die auf eine Erhöhung ganz verzichten oder sie zumindest noch verschieben wollten. In Zeiten steigender Preise und vielfältiger Belastungen durch die Corona-Pandemie hielten sie es für ein falsches Signal.
Mit vier Gegenstimmen wurde schließlich ein Kompromissvorschlag von Geiling angenommen: eine Anhebung um pauschal zehn Prozent, wobei auf gerade Euro-Beträge gerundet wird. Bei dem Verwaltungsvorschlag wären es bis zu 22 Prozent gewesen.
Wie in allen Kommunen sind auch in Sielenbach die Kosten für die Kinderbetreuung in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Pro Gruppe zahlt die Gemeinde jedes Jahr zwischen 40 000 und 50 000 Euro zu. Insofern ist die Erhöhung eher symbolisch, am "Defizit", wie es buchungstechnisch heißt, wird das kaum etwas ändern. Genauso klar ist, dass Sielenbach, wie anderen Gemeinden auch, eine gute Kinderbetreuung das wert ist.

Der Gemeinderat nahm die Jahresrechnung 2020 zur Kenntnis. Der Verwaltungshaushalt umfasste demnach ein Volumen von gut vier Millionen Euro, der Vermögenshaushalt knapp zwei Millionen Euro. Über- und außerplanmäßige Ausgaben in Höhe von 12 500 Euro wurden genehmigt.

Kein Mitteilungsblatt: Bürgermeister Heinz Geiling teilte mit, dass es im Sommer keine Ausgabe des gemeindlichen Mitteilungsblatts geben wird. Grund: Wegen Corona ist einfach nichts los.

Von Dr. Berndt Herrmann


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Veröffentlicht am 14.05.2021 14:21 Uhr