Sielenbach    

Energiefest im Sonnendorf - Alles rund um erneuerbare Energie in Sielenbach

Sielenbach - Einst machte Sielenbach als "Sonnendorf" Furore, doch längst gibt es dort mehr als Photovoltaikanlagen. Es gibt Windräder, Fernwärme und neue Speicher- und Einspeisemodelle. Weil sich immer mehr Menschen für diese Themen interessieren, wurde die Idee geboren, ein Energiefest zu feiern, wie Bürgermeister Heinz Geiling und Gemeinderat Florian Bichler berichten. Bichler ist als Geschäftsführer der Energiebauern ein wesentlicher Motor für das Fest - "aber es ist kein Energiebauernfest", stellt er klar.


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Der Blick von einem der Windräder auf Sielenbach. Im Ort wurde der Schwertransport mit den Masten mit Blasmusik empfangen, während sich andernorts häufig nur Protestbewegungen zusammenfinden. Foto: Robert Edler


Immer mehr Privatpersonen, aber auch Kommunen befassen sich mit Themen, die in Sielenbach schon lange Realität sind. Wie funktioniert ein Fernwärmenetz, wohin mit dem überschüssigen Strom einer Freiflächen-Photovoltaikanlage und was ist eigentlich ein Umspannwerk? Auf diese Fragen und mehr soll es in der Gemeinde am 17. Juli Antworten geben. Dazu ist ein Rundkurs mit fünf Stationen geplant, die den ganzen Tag über von Shuttlebussen angefahren werden. Eine Station sind die Windräder, deren technische Details die Energiebauern vor Ort erläutern werden. Außerdem kann der Solarpark in Raderstetten begutachtet werden. Dort ist übrigens auch ein Batteriespeicher geplant, der allerdings noch nicht fertig ist.
Trotzdem werden die Wissensdurstigen erfahren, dass der im Solarpark während der Sonnenscheindauer erzeugte Strom kurzzeitig gepuffert und anschließend nach und nach ins Stromnetz eingespeist werden kann. "Von wegen, Solarenergie funktioniert nur, wenn die Sonne scheint", sagt Heinz Geiling über diese Technik.
In Sielenbach wird aber nicht nur Strom, sondern mittels Biogas auch Wärme erzeugt. Josef Held wird an einer weiteren Station erklären, wie das genau funktioniert. Schließlich wird das Thema in immer mehr Gemeinden aktuell. Diese Kommunen werden sich auch für ein anderes Thema im Energiedorf interessieren: Wie ist es in der "Pioniergemeinde Sielenbach", wie Florian Bichler sie nennt, gelungen, immer die überwiegende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger im Boot zu haben, selbst bei den so häufig geschmähten Windrädern?
Man muss den Menschen die Technik näherbringen und sie umfassend informieren, erklärt Geiling. "Das ist der Schlüssel." Er will mit dem Energiefest dazu beitragen, die Akzeptanz für erneuerbare Energien auch außerhalb der Gemeindegrenzen zu fördern, zumal Wind- oder Solarparks und Strommasten, weil sie so oft weithin sichtbar sind, häufig in der Kritik stehen. "Nachahmung ist notwendiger denn je", flankiert Florian Bichler seinen Bürgermeister. Gerade Fernwärmekonzepte seien aktuell stark gefragt und politisch gewünscht. Das Thema erneuerbare Energie hat seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs ohnehin noch einmal deutlich an Brisanz gewonnen.

¦ Stattfinden soll das Energiefest am Sonntag, 17. Juli, von 10 bis 16 Uhr. Rund um das Rathaus wird es Informationen, etwa zu LED-Straßenbeleuchtung, geben. Die Vereine sorgen für ein Weißwurstfrühstück, Mittagstisch sowie Kaffee und Kuchen. Parkplätze werden ausgewiesen. Die einzelnen Stationen können mit dem Shuttle-Bus angesteuert werden, sind aber auch mit dem Fahrrad erreichbar. Teilweise können die Besucher sie auch mit dem eigenen Auto anfahren. Die Feuerwehr wird allerdings darauf achten, dass keine Wege zugeparkt werden. Shuttle-Bus fährt alle Stationen an

Von Carina Lautenbacher


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Veröffentlicht am 28.06.2022 17:16 Uhr