Sielenbach    

Cidre, Sardinen und Bonbons

St. Fraimbault - Seit mittlerweile fast 30 Jahren finden jedes Jahr gegenseitige Besuchsfahrten zwischen Sielenbach und der französischen Partnergemeinde St. Fraimbault de Prières statt. Und obwohl die Bayern in Frankreich nun schon viel gesehen und erfahren haben, fiel der Kommentar der diesjährigen Reiseteilnehmer wieder zu hundert Prozent übereinstimmend aus: "Schön war's wieder in St. Fraimbault".


Tatsächlich hatten sich die französischen Gastgeber erneut große Mühe gemacht, um den Besuchern aus dem Ecknachtal ein interessantes und unterhaltsames Programm zu bieten. Dies war wahrlich keine einfache Aufgabe, waren doch Neulinge ebenso darunter wie "alte Hasen", die von Anfang an jedes Jahr an den Besuchsfahrten teilnahmen. Und auch vom Alter her - zehn bis 75 Jahre - war die bayerische Gruppe bunt gemischt. Dass dabei die Fahrtkosten insbesondere für die jungen Mitreisenden sehr niedrig gehalten werden konnten, ist maßgeblich einem Zuschuss des Deutsch-Französischen Jugendwerks zu verdanken.
Den Abend nach der Ankunft in St. Fraimbault verbrachten die Sielenbacher in ihren Gastfamilien, die übrigen Tage waren ausnahmslos von gemeinschaftlichen Veranstaltungen geprägt. Der Sonntag wurde im Anschluss an die zweisprachige Messe auf dem Sportgelände der französischen Gemeinde verbracht. Neben freudigem Wiedersehen, launiger Unterhaltung und gutem Essen wurde dort auch eine "Europäische Olympiade" mit gemischten deutsch-französischen Teams durchgeführt. Dabei gab es neben dem sportlichen Wettkampf viel zu lachen, beispielsweise wenn ein Geschicklichkeitsspiel mit Wasser mit pudelnassen Mitwirkenden endete.
Am Montag stand die Landwirtschaft im Mittelpunkt des Besuchsprogramms. Am Vormittag wurde ein Biohof besichtigt, der aus eigenen Äpfeln regionaltypischen Cidre herstellt, am Nachmittag besuchte die Gruppe einen großen Kooperationsbetrieb von sechs Landwirten.
Am Dienstag fuhren Bayern und Franzosen gemeinsam auf die Halbinsel Quiberon, wo sie in der Jugendherberge übernachteten. Bei den Führungen durch eine Sardinen- und eine Bonbonfabrik stand ebenfalls die Lebensmittelerzeugung inhaltlich im Vordergrund.
Doch auch für Sport (Kajakfahrt zu einer Insel), Kultur (Besichtigung des Dorfes Rochefort-en-Terre und der Stadt Quiberon), Natur (Wanderung entlang der "wilden Küste") und Vergnügen (Baden im Atlantik) blieb genügend Zeit.
So bestand bei der Abschiedsveranstaltung in St. Fraimbault am Donnerstagabend die einhellige Meinung, dass die gemeinsame Woche wieder einmal viel zu schnell vergangen war. In diesem Sinne trennten sich die bayerischen und französischen Freunde am Freitagmorgen mit dem Versprechen, sich im nächsten Jahr wiederzusehen.
Die Rückfahrt nach Sielenbach wurde durch einem mehrstündigen Aufenthalt in Paris bereichert. Neben einer Schiffstour auf der Seine zählte hierzu auch die obligatorische Busrundfahrt vom Place de la Concorde zum Arc de Triomphe, bei der alle Teilnehmer mit kräftiger Stimme das bekannte Lied "Champs-Elysées" von Joe Dassin mitsangen. Aber auch einige Gstanzl wurden bei der Heimreise zum Besten gegeben, in denen man die schönen Erlebnisse auf humorvolle Art Revue passieren ließ.

Von Michael Ritter


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Veröffentlicht am 18.09.2019 09:13 Uhr




 

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