Schiltberg    

Schiltberg trauert um Fabian Streit - Bürgermeister verstirbt mit 54 Jahren

In Schiltberg und darüber hinaus herrscht tiefe Bestürzung und große Trauer: Bürgermeister Fabian Streit ist tot. Er verstarb am 23. Dezember nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von nur 54 Jahren in einem Augsburger Krankenhaus.


Fabian Streit
foto.text/Richard Kienberger

Geschockt und fassungslos: So reagierten alle, als sie die Nachricht vom Tod von Fabian Streit erhielten. Die Nachricht verbreitete sich am Vormittag des Heiligabends wie ein Lauffeuer. Der beliebte und bürgernahe Schiltberger Rathauschef wurde am 6. Dezember ins Krankenhaus eingeliefert. Dort verstarb er trotz aller ärztlichen Bemühungen. Vielen hatte er noch zum bevorstehenden Jahreswechsel „gute Gesundheit“ gewünscht, die ihm selber nicht mehr vergönnt war.
Der gebürtige Oberbernbacher Fabian Streit wohnte seit 28 Jahren in Rapperzell. Im Vorjahr ging der zweifache Familienvater unter der CDU/Freie Wählergemeinschaft/Parteilose Wählergemeinschaft Schiltberg ins Rennen um das Amt des Bürgermeisters in der Weilachtalgemeinde mit ihren knapp zweitausend Einwohnern. „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel richtig setzen“,  lautete damals die Devise des Bürgermeisterkandidaten Streit. Sein Lebenswerk – seine Firma – würde er im Falle des Wahlsiegs für seine Herzensaufgabe als Gemeine-Oberhaupt aufgeben, sagte er seinerzeit. 
Streit entschied die Wahl für sich. Der Rapperzeller war vor seiner Bürgermeisterzeit über 25 Jahre lang selbstständig. Er betrieb ein Fußbodengeschäft samt Natursteinverlegung. Fabian Streit war ein Teamplayer. Das „Ich“ war ihm nicht wichtig, sondern das „Wir“. Für ihn galt stets: fair miteinander umgehen, gemeinsam handeln. „Es wird in meiner Amtszeit keine parteipolitischen Entscheidungen geben. Wir packen das miteinander an, und alle sollen an einem Strang ziehen“, sagte Streit in der konstituierenden Sitzung des neuen Gremium im Mai des Vorjahres. 
Zugleich teilte er seinerzeit seine Vorstellungen mit: „Wir wollen Schiltberg modern machen, aber bei den Wurzeln bleiben.“ Leider konnte er seine Planungen nicht mehr zu Ende führen. Fabian Streit hatte als Bürgermeister mit viel Elan und Sachverstand damit begonnen, die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers Josef Schreier fortzusetzen. 
Die Weiterentwicklung der Infrastruktur lag dem Rapperzeller am Herzen, aber auch beispielsweise der Hochwasserschutz und die Erschließung neuer Baugebiete. Eine gute Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft, mit den Vereinen, mit der Kirche und mit den Institutionen, war ihm wichtig. Es freute ihn immer wieder, wenn im Weilachtal gemeinsam etwas geschaffen wurde. Und diese Freude behielt er nicht für sich, er teilte diese mit den Bürgerinnen und Bürgern.
 Fabian Streit war stellvertretender Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Kühbach, in der Schiltberg Mitglied ist. Er stand mit Kühbachs Bürgermeister Karl-Heinz Kerscher in täglichem beruflichen wie privaten Austausch. Die beiden verband nicht nur die Zusammenarbeit im Rathaus, sondern auch persönliche Freundschaft. 
Ferner fungierte Streit als stellvertretender Vorsitzender des Schulverbands Kühbach. Im Zweckverband zur Wasserversorgung der Magnusgruppe hatte er das Amt des zweiten stellvertretenden Vorsitzenden inne und zudem war er Verbandsrat im Zweckverband zur Wasserversorgung der Weilachgruppe.
Vor seiner Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister war Streit 20 Jahre lang Mitglied des Gemeinderates und sechs Jahre davon Dritter Bürgermeister. Er liebte seine Heimat – wie er selbst sagte -, er war mit Leib und Seele ein Bürger der Gemeinde Schiltberg. Der 20-minütige Dokumentarfilm „Darum leben wir so gern in der Gemeinde Schiltberg“ aus dem Jahr 2018 von Fabian Streit und Franz Bölicke fand großen Anklang. Das Ende einer jeden Urlaubsreise mündete stets in einer kleinen Rundfahrt durch die Kommune, ehe die eigene Hofeinfahrt in Rapperzell angesteuert wurde, wie er einmal sagte. 
Anfang 2019 wurde ihm für seine 18-jährige Amtszeit als Gemeinderat die Bürgermedaille in Silber der Gemeinde Schiltberg verliehen. Viele kannten ihn auch aus seiner Zeit als Fußballspieler und -trainer. Und: Fabian Streit war vor allem ein Familienmensch. Er hinterlässt Ehefrau Doris, Sohn Kevin und Sohn Robin mit Ehefrau Melissa.
Der Termin für die Beerdigung steht noch nicht fest.



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Veröffentlicht am 26.12.2021 10:08 Uhr