Schiltberg    

Flächen für Hochwasserschutz

Schiltberg - Ausführlich beschäftigte sich das Schiltberger Kommunalparlament am Donnerstag mit dem Hochwasserschutz. Bekanntlich war die Weilachtalgemeinde zuletzt in den Jahren 2013 und 2019 besonders stark von Wasserfluten betroffen. "In jedem Ortsteil haben wir Hochwasserprobleme", sagte Bürgermeister Fabian Streit. Nunmehr sollen zu den bereits getroffenen Schutzvorkehrungen weitere Maßnahmen in Angriff genommen werden.


schiltberg-höfarter
Die Gemeinde Schiltberg strebt weitere Hochwasserschutzmaßnahmen unter ökologischen Gesichtspunkten unter anderem im Bereich des Höfarter Baches an. Foto: Xaver Ostermayr


"Das ist für mich ein ganz wichtiger Tagesordnungspunkt", sagte Fabian Streit zur weiteren Vorgehensweise in Bezug auf den Hochwasserschutz. Landschaftsarchitekt Hans Brugger zeigte mögliche Maßnahmen am Höfarter Bach zwischen Allenberg und Höfarten sowie am Forstgraben zwischen Ruppertszell und Schiltberg auf, um "Wasser zurückzuhalten".
Letztendlich geht es um Maßnahmen zum naturnahen Ausbau mit reduziertem Rückhalteeffekt von Gewässern dritter Ordnung (kleinere Gewässer). Der Höfarter Bach fließt von Allenberg nach Höfarten durch landwirtschaftliche Flächen mit ökologischer Bedeutung, erklärte Diplom-Ingenieur Brugger. Er hatte den entsprechenden Flächennutzungsplan sowie den Gewässerentwicklungsplan, den die Gemeinde bereits 2003 erstellen ließ, mit ins Schiltberger Rathaus gebracht. Vor allem sollen laut Brugger eine Rückhaltung in der Fläche, eine Laufverlängerung des Gewässers (Bachschlingen) sowie eine Drosselung am bestehenden Straßendurchlass als mögliche Maßnahmen ins Auge gefasst werden. Dafür wird Fläche benötigt, erläuterte Brugger die Schutzmaßnahmen. Er schlug vor, sich mit den Fachbehörden zu unterhalten und zu prüfen, ob nötige Flächen im gesamten Wasserlaufbereich zur Verfügung stehen. Allerdings ist der "Spielbereich" durch den Radweg teilweise eingeengt. "Der Radweg kann auch kurzzeitig überflutet werden", meinte Michael Schmidberger.
Tobias Wenhardt wollte wissen, ob es Pauschalen gibt, was die benötigten Flächen anbelangt. "Desto breiter, desto besser", antwortete Hans Brugger. Für Albert Wagner ist es wichtig, "dass die Eigentümer von vornherein einbezogen werden". "Dann ist das Verständnis und die Bereitschaft eher vorhanden." Tobias Wenhardt interessierte, ob Nachbewertungen für die zuletzt durchgeführten Hochwasserschutzmaßnahmen angestellt wurden. Bürgermeister Fabian Streit teilte mit, dass das Rückhaltebecken in Allenberg "viel gebracht hat".
Auch im Bereich des Forstgrabens - das Wasser fließt hier aus Richtung Ruppertszell nach Schiltberg - sind verschiedene Schutzmaßnahmen im Rahmen einer ökologischen Durchgängigkeit möglich. Mit der Situation sollte man sich befassen, meinte der Landschaftsarchitekt. Bürgermeister Streit verwies bei dieser Gelegenheit auch darauf, wie wichtig es unter anderem sei, dass alle Gräben "sauber gehalten" werden. Man beschäftige sich mit allen Ortsteilen bezüglich Hochwasserschutz, versicherte das Gemeindeoberhaupt. Nunmehr sollen als Erstes mit den Fachbehörden unverbindliche Gespräche geführt werden. Sodann wird man im Weilachtal die nächsten Schritte angehen.
Weiterer Bericht folgt.

Von Xaver Ostermayr


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.


Veröffentlicht am 19.06.2020 16:36 Uhr



 
Drucken Speichern Senden Leserbrief