Schiltberg    

Schiltberger verabschieden "ihren Bürgermeister"

Schiltberg - Riesenapplaus für Bürgermeister Josef Schreier: Es war seine letzte Bürgerversammlung als Bürgermeister, und er kann als Gemeindechef auf eine überaus positive Bilanz der vergangenen 20 Jahre verweisen. Bekanntlich steht er bei den Kommunalwahlen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung. 95 Bürgerinnen und Bürger kamen am Donnerstag zum Igelwirt ins Bürgerhaus und konnten viele Informationen mit nach Hause nehmen. Seitens der Anwesenden gab es nur eine Wortmeldung.


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Dritter Bürgermeister Fabian Streit (rechts) dankte im Namen der gesamten Gemeinde Bürgermeister Josef Schreier für das in den vergangenen 20 Jahren Geleistete. Foto: Xaver Ostermayr


Josef Schreier wartete mit statistischen Zahlen und einem Rückblick auf das Geleistete auf und beleuchtete auch die zukünftigen Vorhaben. Die finanzielle Situation der Weilachtalgemeinde ist geordnet. Insgesamt hat Schiltberg Schulden in Höhe von 960 000 Euro. Bei der Pro-Kopf-Verschuldung liegt man mit 493 Euro trotz erheblicher Investitionen - in den vergangenen zehn Jahren waren das rund 10,3 Millionen Euro - deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Josef zählte auf, was er zusammen mit dem Gemeinderat in jüngster Vergangenheit alles bewerkstelligt hat. Dabei ging er im Wesentlichen auf Folgendes ein: Der Neubau von Rat- und Feuerwehrhaus kostete 1,7 Millionen Euro. "Mit dem Abschluss dieser Maßnahme haben wir mit Turnhalle, Gemeindeverwaltung, Feuerwehrhaus und dem Bürgerhaus ein Ortszentrum geschaffen", so Schreier. Weiter ging es auf seiner Liste mit der Anschaffung eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF 10, Kosten: 396 000 Euro) und dem Abschluss der Erschließungsmaßnahmen im Baugebiet Schiltberg-Nord. "Wir konnten allen Gemeindebürgern einen Bauplatz geben, die die Vergaberichtlinien erfüllten", freute sich der Bürgermeister. Außerdem wurde das Kinderhaus baulich erweitert, die Außenfläche vergrößert und die Ausstattung verbessert (Kosten: 420 000 Euro), nach einem Umbau können die ehemaligen Gemeindeverwaltungsräume von den Kindergartenkindern als Küche und Essensraum genutzt werden. Den Kindergarten besuchen derzeit 63 Kinder, es gibt zwölf Krippenkinder und neun werden in der Maxigruppe betreut. Zur Trägerschaft des Kindergartens sagte der Bürgermeister: "Wir sind sehr froh und dankbar, dass die Kirchenstiftung Schiltberg die Trägerschaft für das Kinderhaus übernommen hat und die Diözese Augsburg die Verwaltungsarbeiten erledigt."
Für rund 100 000 Euro wurden Umbauarbeiten an der Grundschule mit derzeit 88 Schülern zur Schaffung eines neuen Klassenzimmers durchgeführt, weiter standen auf Schreiers Liste die Übernahme der Verwaltung des Ruppertszeller Friedhofes sowie Änderungen von Bebauungsplänen.
Und wie sehen die Planungen in Schiltberg aus? Im Zuge der durch die Landkreise Aichach-Friedberg und Dachau geplanten Straßenausbaumaßnahme von Höfarten nach Tandern wird ein Geh- und Radweg errichtet. Die Gemeinde Schiltberg hat sich mit Kosten in Höhe von 125 000 Euro zu beteiligen. Anschließend soll der Neubau eines Geh- und Radweges entlang der Kreisstraße von Höfarten nach Wollomoos umgesetzt werden. Auch hier hat sich die Weilachtalgemeinde an den Baukosten zu beteiligen. "Dass ein Geh- und Radweg von Schiltberg nach Ruppertszell genauso wichtig ist, wurde nicht vergessen. Bisher hat es hierzu keinen finanziellen Spielraum gegeben, weil es sich um eine reine Gemeindeverbindungsstraße handelt und dadurch auch die Gemeinde der Baulastträger sein muss. Ich werde aber auch diese Maßnahme dem Gemeinderat noch für die Haushaltsberatungen bezüglich des Finanzplanes für die nächsten Jahre vorschlagen", so der Bürgermeister.
Noch in diesem Jahr wird in Ruppertszell ein neues Leichenhaus errichtet. Von vier Interessenten gab es Nachfragen nach Gewerbegrundstücken. Nachdem im Gewerbegebiet Schiltberg-Nord alle Plätze verkauft wurden, teilte die Kommune den Interessenten mit, dass die Gemeinde bereit sei, sofort in die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes einzusteigen, wenn von Antragstellern entsprechende Flächen erworben oder eingetauscht werden und diese die Erschließungsmaßnahmen durchführen.
Im Dezember gab der Rat grünes Licht für die Aufstellung eines Bebauungsplans für ein kleines Wohnbaugebiet in Gundertshausen. An der Ostseite der Grundschule soll ein Anbau verwirklicht werden, da zusätzliche Räumlichkeiten benötigt werden. Der Brandschutz soll mit der Anschaffung von neuen Feuerwehrfahrzeugen für die Wehren aus Allenberg und Ruppertszell weiter verbessert werden. Ende Januar wird eine neue Schlauchpflegeanlage für die vier gemeindlichen Wehren installiert. In Gundertshausen soll die Abwasserbeseitigung auf Vordermann gebracht werden und in Rapperzell wird das Kanalnetz mittels Videobefahrung überprüft. In Gundertshausen soll zudem ein Gehweg errichtet werden und ein Kinderspielplatz entstehen.
Die Gemeindeverbindungsstraße von Wundersdorf nach Junkenhofen wird eine Deckenverstärkung erhalten. Geplant ist auch, in Ruppertszell mittels eines Oberflächenwasserkanals den Mischwasserkanal zu entlasten.

Von Xaver Ostermayr



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Veröffentlicht am 10.01.2020 17:37 Uhr



 
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