Schiltberg    

Wanderverein in voller Blüte

Ruppertszell - Die Wanderfreunde Ruppertszell feiern ein Jubiläum: Im 51. Vereinsjahr findet am Samstag und Sonntag, 15. und 16. Juni, die 50. Waldwanderung im Holzland statt.

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Der Verein zählt zu den Aktivposten im Holzländer Dorfleben. Und: Vorsitzender Siegfried Märtl und sein Stellvertreter Johann Polzmacher üben ihr Amt jetzt seit 36 Jahren aus.
Als bei den Wanderfreunden die Gründungsversammlung über die Bühne ging, wagte wohl niemand daran zu glauben, dass der Verein auch nach 51 Jahren noch in voller Blüte steht. Der Verein ist angesichts seiner Präsenz bei vielen Wanderveranstaltungen und als vorbildlicher Ausrichter einer solchen Veranstaltung weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt.
Ende 1968 hob man in der damaligen Gastwirtschaft Schreier den Wanderverein aus der Taufe. Jakob Strobl wurde zum Vorsitzenden und Josef Kreitmair zu seinem Stellvertreter gewählt. Als Vorsitzende folgten die beiden heutigen Ehrenmitglieder Josef Kreitmair und Peter Daurer sowie Siegfried Märtl.
106 Mitglieder zählt der Verein. Sie wohnen nicht nur in der ehemals selbstständigen Gemeinde Ruppertszell mit seinen rund 310 Einwohnern, sondern einige kommen aus Schiltberg, Oberbernbach, Rehling, Tegernbach oder Vohburg. Der Ruppertszeller Verein ist Mitglied im Deutschen Volkssportverband (DVV), der wiederum dem Internationalen Volkssportverband angehört.
Anfang der 1970er Jahre erbauten viele Freiwillige in Handarbeit mit Pickel und Schaufel einen fast sechs Kilometer langen Pfad durch die hügelige Waldlandschaft. Jakob Strobl und Josef Furtmair waren die Initiatoren. Nahe der Kirche befindet sich der Einstieg in den Wanderweg, der sich im Nordwesten und Norden des Holzlandortes befindet. Der Weg schlängelt sich an den Hügeln entlang in Richtung des Weilers Birglbach, durchstreift den Steinbergwald in Richtung Weilach-Sattelberg und führt über die Einöde Thalhof zurück nach Wundersdorf und Ruppertszell.
"Früher gab es in unserem Landkreis viele Wandervereine", erinnert sich der ehemalige langjährige Vorsitzende Peter Daurer. Von ihnen sind im Landkreis Aichach-Friedberg nur noch vier übrig geblieben: in Inchenhofen, Aindling, Mühlhausen und Ruppertszell.
Viele Wanderer finden Jahr für Jahr den Weg ins Holzland und sind stets vollauf begeistert von der herrlichen Route und der perfekten Organisation bei den Wandertagen. Immerhin um die 1000 Wanderer kommen jährlich an den beiden Wandertagen. Mit dieser Zahl ist man zufrieden, wenngleich vor ein paar Jahrzehnten die Beteiligung ungleich höher war: "Da hatten wir schon mal 8000 Wanderer", erinnert sich Peter Daurer. Dennoch, die "Outdooraktivität Wandern" liegt (wieder) im Trend. Eine Umfrage des Deutschen Wandersportverbandes ergab, dass sich 83 Prozent der Wanderer nach einer Wanderung glücklich und zufrieden fühlen. Zudem hat das Wandern in der freien Natur auch einen geselligen und sozialen Charakter.
Rund 50 Helfer sind an den Wandertagen im Einsatz, davon einige seit Jahrzehnten. Für viele Mitglieder der Wanderfreunde ist es eine Selbstverständlichkeit, mit anzupacken. Ob auf der Strecke, in der Küche oder "hinter der Bühne". Auch die jungen Leute sind eifrig dabei. "Es geht nur miteinander. Ein Verein funktioniert wie ein Uhrwerk", lautet das Credo des Vorsitzenden Siegfried Märtl.
Auch Schiltbergs Bürgermeister Josef Schreier ist vom Wanderverein "begeistert". "Der Wanderverein ist einer der aktivsten Vereine bei uns in der Gemeinde", lobt er.
Neben den schönen Pfaden rund um Ruppertszell schätzen die Wanderer Jahr für Jahr die gute und günstige Küche der Ruppertszeller.
Die Wanderfreunde wandern allerdings nicht nur bei rund 30 Wanderveranstaltungen in der näheren und weiteren Umgebung, jährlich steht ein Ramadama um Ruppertszell, Metzenried und Kemnat im Terminkalender.
Jede Menge Inventar haben sich die Wanderfreunde zugelegt, das im Ruppertszeller Vereinsheim untergebracht ist: Vom Zelt, über Tischgarnituren bis hin zum Geschirr. Die Vereine, Organisationen oder auch Privatpersonen profitieren davon. Denn Veranstaltungen wie das Pfarrfest wären andernfalls kaum zu stemmen.

Die Startzeiten für die Strecken von sechs und zehn Kilometer sind an beiden Tagen, 15. und 16. Juni, von 6 bis 12 Uhr ab dem Vereinsheim. Wandern liegt voll im Trend

Von Xaver Ostermayr


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Veröffentlicht am 10.06.2019 23:00 Uhr




 

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