Petersdorf    

Petersdorfs Schuldenstand verdoppelt sich

Petersdorf - Die Finanzlage Petersdorfs bleibt "äußerst angespannt", erklärte Kämmerin Georgia von Kobyletzki in ihrem Fazit zum Entwurf des Haushalts, der in der präsentierten Form vom Gemeinderat einstimmig beschlossen wurde. Seit 2017 ist das Thema Wasserversorgung eine Mammutaufgabe, nun steht mit dem Neubau eines Hochbehälters mit Drucksteigerungsanlage und Anschluss an das Versorgungsnetz die kostenintensivste Maßnahme dazu an. Was bereits im vergangenen Jahr befürchtet wurde, bewahrheitet sich in diesem: Petersdorf kann die Mindestzuführung zum Vermögenshaushalt nicht mehr leisten. Der Schuldenstand wird sich mehr als verdoppeln.


Zu Beginn des Jahres betrugen die Schulden noch 859.968 Euro, Ende 2021 werden sie sich auf voraussichtlich mehr als zwei Millionen Euro belaufen. Grund hierfür laut Kämmerin: Die Maßnahmen, die sich, unter anderem auch Pandemie-bedingt, verzögert haben, schlagen nun zu Buche. So wurde eine auf 987.000 Euro veranschlagte Kreditermächtigung bisher nicht in Anspruch genommen, die heuer zum Tragen kommen soll. Zudem ist eine weitere Kreditaufnahme in Höhe von 300.000 Euro vorgesehen. Nötig machen das vor allem Baumaßnahmen, die 77 Prozent der Ausgaben im Vermögenshaushalt ausmachen. Insbesondere die Pflichtaufgaben zur Sicherung der Wasserversorgung stellen laut von Kobyletzki mangels ausreichend vorhandener Rücklagen "eine immense finanzielle Herausforderung" dar. So stehen für den Neubau des Hochbehälters samt Anschluss heuer 900.000 Euro und im kommenden Jahr knapp 2,23 Millionen Euro im Etat bereit. Als strukturschwache Kommune, sogenannter "Raum mit besonderem Handlungsbedarf", gibt es für den Hochbehälter-Neubau zwar eine Förderung, die wird aber voraussichtlich gerade einmal 16 Prozent der geschätzten Kosten decken. Es fallen darüber hinaus heuer insgesamt 554.000 Euro für die Leitungserneuerung (Kanalbau und Wasserversorgung) und weitere 65 000 Euro für die Erneuerung der Eichenstraße an.
Das Thema Wasserversorgung schlägt auch in den Folgejahren massiv zu Buche: Neben dem Hochbehälter stehen 2022 der Rückbau des stillgelegten Brunnens in Hohenried und die Erneuerung der Kanalleitung in Axtbunn sowie in 2023 die Erneuerung der Wasserleitung in der Schrannenstraße und die Neuerrichtung von Rückhaltebecken an. Die Kanalleitung in Hohenried soll 2024 folgen.
Hinzu kommen in diesem Jahr weitere einmalige Mehrkosten, die dazu führen, dass die gesetzlich geforderte Mindestzuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt (zur Kredittilgung) nicht geleistet werden kann - und im kommenden Jahr voraussichtlich ebenfalls nicht. Zum Ausgleich des nicht gedeckten Ausgabebedarfs im Verwaltungshaushalt von 93 950 Euro ist heuer sogar eine Zuführung vom Vermögenshaushalt erforderlich, prognostizierte die Verwalterin der Finanzen. Dieser wird durch eine Rücklagenentnahme finanziert. Insgesamt schrumpft die Rücklage 2021 voraussichtlich von knapp 500.000 Euro auf 119.000 Euro.

Von Nayra Weber



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Veröffentlicht am 20.04.2021 17:12 Uhr