Petersdorf    

Binders Premiere: Bürgerversammlung in Petersdorf

Petersdorf - Seine erste Bürgerversammlung ging für Petersdorfs Bürgermeister Dietrich Binder laut eigenen Angaben positiv vonstatten. Er räumte Nervosität im Vorfeld ein, habe aber im Nachhinein nur gute Rückmeldungen erhalten. Nach seinem rund zweistündigen Rechenschaftsbericht, in dem er mit vielen Bildern arbeitete, blieb es zunächst ruhig. "Traut sich keiner? Soll ich mich trauen?", leitete Binder daraufhin selbst die Diskussion zum Thema Wassergebühren ein.


Binder brachte die Zuhörer auf den neuesten finanziellen Stand: Der Schuldenstand der Gemeinde betrug zuletzt 153 000 Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung lag bei 91,82 Euro.
Das Thema Wasser nahm den größten Raum der Versammlung ein. Die Ringleitung ist fertiggestellt, für rund 80 000 Euro, ebenso die Sanierung des Brunnens 1 (524 000 Euro). Der Neubau des Brunnens in Alsmoos soll bis Februar über die Bühne gegangen sein, Kosten: circa 545 000 Euro. Was mit dem alten Brunnen in Hohenried passiert, ist noch offen. Eine Verfüllung würde rund 60 000 Euro kosten, weshalb die Gemeinde derzeit Alternativen prüft, etwa eine Nutzung durch den Sportverein oder landwirtschaftliche Betriebe. Der neue Hochbehälter wird voraussichtlich ab Ende 2019 gebaut (für rund 1,9 Millionen Euro).
Der Bürgermeister erklärte, warum die Anhebung der Wassergebühren unumgänglich war. In allen Gemeinden sei der Wasserpreis "ein politischer Preis" und auch eine "Prestigesache", doch rein rechtlich müssten die Kommunen kostendeckend kalkulieren. Zu unabdingbaren Sanierungen kämen höhere Auflagen, also "doppelte Investitionen", die zu stemmen seien. Dabei seien die neuesten Investition in Höhe von rund zwei Millionen Euro noch gar nicht einbezogen worden. Eine Prognose zum zukünftigen Wasserpreis abzugeben "traue ich mich aber nicht", antwortete Binder auf die Frage eines Zuhörers. Allerdings könne man bei einer verhältnismäßig geringen Gebühr bleiben, wenn die Investitionen auf mehrere Jahrzehnte umgelegt würden.
Die rund 35 Zuhörer hielten sich zunächst mit Anliegen zurück. "Man kann aus Fehlern lernen", machte Binder seinen Standpunkt klar und bat daher um das Vorbringen von Sorgen.
Ein Bürger machte darauf aufmerksam, dass durch die (erst kürzlich erweiterte) Siedlung am Schindelberg in Schönleiten viele landwirtschaftliche Fahrzeuge fahren, was "die Häuser wackeln" ließe und die Straße, die rein breitentechnisch nicht dafür ausgelegt sei, stark in Mitleidenschaft ziehen würde. Er regte an, den Verkehr für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen an dieser Stelle zu verbieten. "Ich in einer Zwickmühle", gab der Bürgermeister zur Antwort. Er könne den Unmut darüber verstehen, doch der Feldweg, der für die Fahrten in Frage käme, sei so zerfahren, dass das die Achsen der landwirtschaftlichen Maschinen beschädigen könne. Im Zuge der Feldwegesanierung, für die bereits 27 000 Euro investiert wurden, müsse man versuchen, eine bessere Alternative für die Landwirte zu schaffen.
Ein weiterer Herr aus der Zuhörerschar fragte an, ob der Schwerlastverkehr, der durch Alsmoos fahre, nicht über die Kreisstraße umgeleitet werden könne. Kämen sich zwei dieser großen Fahrzeuge entgegen, wichen sie auf den Gehweg aus, was diesem auf Dauer schade und eine Gefahr für die Fußgänger sei. "Das liegt nicht in der Hand der Gemeinde", erklärte Binder. Man könne dies allerdings beim Kreis anregen.
Centa Plöckl betonte die schwierige Situation des Kinderhauses, was den Mangel an geeigneten Räumlichkeiten angehe. Man könne nicht mehr zukunftsträchtig und den Kindern gerecht arbeiten. Der Bürgermeister bestätigte, dass man sich diesem Thema unbedingt stellen müsse und sich vor Ort ein Bild machen werde.

Von Nayra Weber


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Veröffentlicht am 08.03.2019 23:00 Uhr




 

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