Petersdorf    

Wasser in Petersdorf muss (noch) teurer werden

Petersdorf - Bei der Wasserversorgung zahlt die Gemeinde Petersdorf regelmäßig drauf, im vergangenen Jahr entstand ein Minus von knapp 83 000 Euro, wie die Bilanz zeigt, die der Gemeinderat am Montagabend vorliegen hatte. Per Gesetz sollen Kommunen bei der Wasserversorgung allerdings kostendeckend vorgehen, weshalb der Petersdorfer Wasserpreis bereits 2015 erhöht werden musste. Nun ist es wieder so weit. Ab 1. November müssen die Petersdorfer eine Grundgebühr von 96 Euro und einen Kubikmeterpreis von 1,54 Euro zahlen.

Damit steigt die Grundgebühr um 24 Euro jährlich. Der Wasserpreis erhöht sich um 52 Cent pro Kubikmeter, das ist eine Steigerung um 50 Prozent - und nach der Lage der Dinge erst der Anfang.
Dass die Wasserversorgung teurer werden muss, darüber war man sich schnell einig. In den vergangenen acht Jahren liefen laut Bürgermeister Dietrich Binder Verluste in Höhe von insgesamt rund einer halbe Million Euro an. "Die Gemeinde Petersdorf hat Wasser bisher praktisch subventioniert zum Nutzen der Bürger", erklärte das Gemeindeoberhaupt. Auch in den Nachbargemeinden werde wassertechnisch nicht kostendeckend gewirtschaftet, das Thema werde tabuisiert und sei "ein bisschen ein Politikum", keiner wollte bisher drastisch erhöhen.
Dem Beschluss des Gemeinderates vorangegangen war eine lange Diskussion, wie man künftig die Bürger annähernd kostendeckend mit Wasser versorgen könne. Eine wichtige Frage bei der neuen Preiskalkulation war, ob man die Defizite aus der Vergangenheit wenigstens in Teilen in die Rechnung einbezieht, und ob nur die Grundgebühr, nur der Wasserpreis oder beide angehoben werden sollen.
Letztlich entschied man sich für eine "einjährige Testphase" (Dr. Andreas Lamminger, Gemeinsam Pro Petersdorf) mit einer ersten Erhöhung, dann könne aufgrund von aktuellen Zahlen zu Investitionen neu entschieden und für Großabnehmer womöglich eine Deckelung eingeführt werden.
Viele mögliche Varianten wurden in der Gemeinderatssitzung von Kämmerin Georgia von Kobyletzki auf Wunsch von Ratsmitgliedern durchkalkuliert. Will man die Kosten zu 95 Prozent decken, müsste jährlich ein durchschnittlicher Wert in Höhe von rund 65.000 Euro zusätzlich erwirtschaftet werden, zeigte eine Berechnung der Unterdeckung der vergangenen vier Jahre (seit 2015 insgesamt 275.000 Euro). Der Gemeinderat beschloss, zunächst nur ein Viertel davon in die Berechnung für die neuen Preise einzukalkulieren, rund 16 300 Euro. Auf dieser Grundlage entschied man sich dazu, die Grundgebühr von derzeit 72 Euro auf 96 Euro (bis zehn Kubikmeter) anzuheben. Dagegen stimmten Bernd Reinthaler, Birgit Zierer, Peter Brandner und Markus Ehm. Der Wasserpreis steigt von 1,02 Euro auf 1,54 Euro pro Kubikmeter (Gegenstimmen von Reinthaler und Ehm).

Von Nayra Weber


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Veröffentlicht am 05.02.2019 22:00 Uhr




 

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