Volleyball    

Als Spielgemeinschaft in die Bezirksliga?

Aichach/Inchenhofen - In der Vergangenheit haben sich die Volleyballerinnen aus Inchenhofen und Aichach stets heiße Duelle in der Bezirksklasse geliefert. "Das waren schon immer umkämpfte Geschichten", erinnert sich Roland Wanka, Abteilungsleiter und Trainer der Inchenhofener Frauen. Diese Derbys könnten nun wohl bald der Historie angehören: Denn im Frauenbereich planen der TSV Aichach und TSV Inchenhofen eine Spielgemeinschaft. "Die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr hoch", erklärt Aichachs Trainer Stefan Böck. Geplant ist, dass man aus beiden Vereinen mit drei Teams in einer Spielgemeinschaft die kommende Saison bestreitet (eines in der Bezirksliga, eines in der Bezirksklasse und eines in der Kreisliga). Der Zusammenschluss ist allerdings noch nicht ganz fix, wenngleich Spielerinnen beider Klubs positiv darauf reagierten.


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Wird aus zwei Bezirksklassen-Teams eine Bezirksliga-Mannschaft? Sehr wahrscheinlich gehen die Volleyballerinnen des TSV Aichach und des TSV Inchenhofen eine Spielgemeinschaft ein. Fotos: Kerpf


Seit der Bayerische VolleyballVerband (BVV) Ende März die Saison nicht nur abgebrochen, sondern auch eine Auf- und Abstiegsregelung getroffen hat - unter anderem erhalten Mannschaften, die zum Zeitpunkt des Abbruchs nicht auf einem Aufstiegsplatz standen, rechnerisch aber eine Platzierung erreichen könnten, die zum Aufstieg berechtigen, das Aufstiegsrecht für die höhere Spielklasse -, wurde in Aichach und Inchenhofen zuletzt fleißig diskutiert. Denn für beide Klubs trifft dieser Aspekt zu. Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs belegten Inchenhofen und Aichach die Plätze drei und vier in der Bezirksklasse Nord. Und da die beiden Lokalrivalen gegenüber dem Zweitplatzierten Gersthofen zwei beziehungsweise vier Spiele weniger absolviert haben, erhielten beide das Aufstiegsrecht für die Bezirksliga. Ursprünglich bis zum 30. April (inzwischen wurde der Termin bis 1. Juni verlängert) mussten die Vereine beim Spielwart ihren Aufstiegsverzicht erklären.
In beiden Lagern war die Entscheidungsfindung nicht einfach, weil die jeweiligen Kader nicht allzu groß sind. Inchenhofen hätte den Aufstieg in Schwabens höchste Spielklasse angenommen und wäre auch weiter als TSV firmiert - allerdings hätte Wankas Aufgebot eine personelle Auffrischung benötigt. "Unsere Tendenz ging zum Verzicht hin", sagt Böck aus Aichacher Sicht, "mit nur acht Leuten braucht man nicht in die Bezirksliga aufzusteigen, um dann dort mit Ach und Krach zu verlieren."
So hat der frühere Friedberger Bayernligaspieler Böck, der in der kommenden Saison für die Inchenhofener Männer spielt, die Initiative ergriffen und bei Wanka vorgefühlt. Beim Inchenhofener Volleyballchef fand er Gehör, wenn auch nicht sofort. "Es ist gut, manche Dinge länger zu diskutieren, um dann auch hinter der Entscheidung zu stehen", sagt Wanka. Das hat der 56-Jährige mit seinem Team auch reichlich gemacht, der Idee steht er auch positiv gegenüber. "Das ist der bessere Weg", ist nicht nur Wanka überzeugt. "Als gemeinsame Gruppe könnten wir mehr profitieren", fügt Böck hinzu. Zumal der Zulauf im Frauen-Volleyball im Nachwuchsbereich nicht mehr so stark sei, wie er einmal war, weiß der 29-Jährige.
Eine Spielgemeinschaft, findet Böck, sei die "bestmögliche Lösung". Somit müssten sich Inchenhofen und Aichach künftig viel weniger Gedanken über personelle Engpässe machen. Auf Verletzungen oder wenn, wie im Frauensport üblich, die Familienplanung im Vordergrund steht, könnte besser reagiert werden. Auch was die spielerische Qualität beträfe, lägen beide Klubs dicht zusammen. "Die Leistungen sind doch sehr ähnlich", sagt Böck. Wanka sieht nicht nur aufgrund der Quantität - der Kader soll in etwa 14 Spielerinnen umfassen -, sondern auch wegen der Qualität gute Chancen, in der Bezirksliga zu bestehen. "Das ist schon ein großer Vorteil, wenn man an einem Spieltag durchtauschen kann", macht Wanka deutlich. In der Bezirksklasse habe man sich dank der vorhandenen Qualität auch mit einer knapperen Besetzung noch behauptet, in der Bezirksliga gehe das jedoch nicht mehr.

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 26.04.2020 16:34 Uhr