Stockschützen    

Eisstock: Nach Final-Krimi fünfter deutscher Titel für Kühbacher Damen

Kühbach (ei) Am Samstagnachmittag Punkt 17 Uhr war es soweit. Buchstäblich mit dem letzten Schuss sicherte Regina Gilg dem TSV Kühbach den fünften deutschen Meistertitel im Mannschaftsspiel der Damen und sorgte zugleich für eine erfolgreiche Titelverteidigung. Mit diesem Titelgewinn krönten die Kühbacher Eisstockschüzinnen Veronika Filgertshofer, Regina Gilg, Franziska Schwertfirm, Lisa Seitz und Marianne Weigl ihre Spitzenleistungen nicht nur in der entscheidenden Endrunde, sondern auch bei den vorentscheidenden Vor- und Rückrunden der Bundesliga.


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Veronika Filgertshofer ist mit den Kühbacher Stockschützinnen auf Titelkurs. Nach der Bundesligavorrunde in der heimischen Arena steht der TSV auf Platz eins. Archivfoto: Kamhuber


Schon nach den imponierenden Auftritten in der Bundesliga war klar, dass die Kühbacherinnen bei der "Deutschen" mit einer großen Favoritenbürde an den Start gehen würden. Diese Einschätzung vertraten auch DESV-Damenwartin Beate Purucker und Kadertrainer Rupert Geigl, für die Kühbachs Damen momentan zu den stärksten Vereinsmannschaften Europas zählen.
Dass diese Feststellung nicht von ungefähr kommt, untermauerten die Kühbacherinnen bereits in der DM-Qualifikationsrunde. Es war in der Tat eine bemerkenswerte Galavorstellung, die der TSV Kühbach an beiden Spieltagen in der Peitinger Eis-Arena bot.
Obwohl in der ersten Partie mit dem TSV Massing gleich ein Spitzenspiel auf dem Programm stand, zeigte das Quintett nicht die Spur von Nervosität und gewann 16:6. Einen überraschenden Ausgang nahm die zweite Begegnung. Eine treffsichere Nürnberger Mannschaft lieferte einen offenen Schlagabtausch und entführte mit 16:12 beide Zähler.
Doch die Niederlage hinterließ keine Spuren. Schon im nächsten Spiel bekam die Frankfurter Eintracht beim 27:3 die Kühbacher Spielstärke zu spüren, und als der TSV dann auch noch Mitfavorit Engelsberg (16:8) sowie Krefeld (18:6) sicher bezwang, beendete er ersten Spieltag als Tabellenzweiter hinter Nürnberg.
Im Eröffnungsspiel des Samstags legte der TSV furios los. Südwestvertreter Glashütte musste mit 0:32 chancenlos die Segel streichen, genauso wie anschließend Friedrichshall mit dem gleichen Ergebnis. Zu diesem Zeitpunkt zeigten alle vier TSV-Akteure Eisstocksport vom Feinsten, bei dem vor allem die imponierende Trefferquote im Angriffsspiel ins Auge stach. Dass mit der geschlossenen Mannschaftsleistung aber nicht nur die vermeintlichen Außenseiterteams sicher beherrscht wurden, zeigte die 19:3 Partie gegen den Bundesligazweiten Neunburg vorm Wald. Mit drei Kantersiegen gegen Soest (44:0), Langenargen (25:5) und Berlin (29:3) wurden vorzeitig die Weichen für den ersten Quali-Platz gestellt, den auch eine vermeidbare 10:16-Niederlage gegen Mehring nicht verhindern konnte.
In der Finalrunde, die im "Page-playdown" Modus über die Runden ging, standen die Halbfinalbegegnungen Kühbach gegen Mehring und Massing gegen Neunburg vorm Wald zur Entscheidung. Während Massing knapp die Oberhand behielt, spielte Kühbach wie entfesselt auf, fertigte Mehring mit 32:0 ab und zog direkt ins Finale ein.
Da Mehring gegen Massing einen klaren 21:3 Sieg landete, kam es im Finale zum "ewigen" Klassiker TSV Kühbach gegen den SV Mehring. Anders als im Halbfinale, entwickelte sich eine dramatische Begegnung, die Hitchcock- Krimi in nichts nachstand. Beide Seiten brillierten mit tollem Angriffsspiel, bei dem die Oberbayern bis zur zehnten Kehre mit 21:12 führten. Ein vergebener Nachschuss in der zehnten sowie eine zu kurze Mass in der elften Kehre brachten Kühbach bei eigenem Nachschuss in der letzten nochmals auf 12:18 heran.
Diese Chance nutzten die Kühbacherinnen eiskalt aus. Veronika Filgertshofer, die in der gesamten Finalrunde keinen Fehlschub verzeichnete, schuf mit ihrem Treffer die Voraussetzung zum nicht mehr geglaubten Kühbacher 23:21-Sieg, den Regina Gilg aber erst mit der letzten Aktion der Meisterschaft sicherstellte.
Tabelle Damen nach Finalspielen: 1. TSV Kühbach, 2. SV Mehring, 3. TSV Massing 08, 4. 1. FC Neunburg vorm Wald, 5. ESV Nürnberg, 6. Friedrichshaller SV, 7. EC Krefeld, 8. SR Soest, 9. Eintracht Frankfurt, 10. LEV Berlin, 11. TuS Engelsberg, 12. ESC Langenargen, 13. ESC Glashütte.
Bei den Herren siegte Lokalmatador TSV Peiting durch einen 25:19 Erfolg über den EC Gerabach.
Tabelle Herren nach Finalspielen: 1. TSV Peiting, 2. EC Gerabach, 3. EC Saßbach, 4. FC Penzing, 5. EC Passau-Neustift, 6. EC Lampoding, 7. TSV Neuenstadt, 8. ESC Stuttgart-Vaihingen, 9. EC Blau-Weiß March, 10. EC Krefeld, 11. RSV Büblingshausen, 12. Eintracht Frankfurt, 13. In der letzten Kehre nutzt Kühbach eiskalt seine Chance


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Veröffentlicht am 30.01.2018 12:00 Uhr