Reitsport    

Gold Tour Finale auf Gut Sedlbrunn: Ziegler siegt nach beherztem Ritt im Stechen

Gut Sedlbrunn - Zur Siegerehrung gab es eine Halbe Bier für den Sieger. Turnierleiterin Sophie Schuster reichte Maximilian Ziegler vom RV Augsburg West das Glas, und DSP Askoto, der eben noch nervös auf die Musik reagiert hatte, spielte brav mit und ließ seinen Reiter einen kräftigen Schluck nehmen.


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Auf Platz acht landete Josephine Sorensen aus Irland auf Savanna 30 und war so beste Nichtdeutsche.


Die mit 24 000 Euro dotierte Springprüfung im Gold Tour Finale bildete den krönenden Abschluss des viertägigen internationalen Turniers mit 18 Springprüfungen auf Gut Sedlbrunn. 41 Teilnehmer, darunter neben 30 Deutschen fünf Schweizer, drei Österreicher, zwei Iren und ein Tscheche, versuchten sich am "trickigen Parcours", wie Parcourschef Marinus Vos (Niederlande) den Grundkurs über zwölf Hindernisse mit 15 Sprüngen bezeichnete.
Schwierig war der Parcours mit den bis zu 1,45 Meter hohen Hindernissen aufgrund der Vielzahl an Hoch-Weit-Sprüngen. "Die vielen Oxer ziehen viel Kraft", erklärte Turnierleiterin Sophie Schuster, warum etlichen Pferden gegen Ende des 440 Meter langen Parcours die Puste auszugehen schien. Fehler häuften sich jedenfalls in der zweiten Hälfte. So erwischte es auch Mitfavoriten wie Felix Haßmann, der mit Horse Gym's Quali Quanti noch an den letzten beiden Hindernissen acht Fehlerpunkte kassierte. Auch die Zeitvorgabe von 76 Sekunden war sportlich.
Sechs Reiter, alle aus Deutschland, qualifizierten sich mit Nullfehlerritten für das Stechen. Mit acht Teilnehmern hatte Vos eigentlich gerechnet, meinte aber, das Zwischenergebnis läge im Rahmen, schließlich hatte es zwei weitere Null-Fehler-Ritte gegeben, die Reiterinnen verpassten das Stechen nur knapp aufgrund von Zeitfehlern.
Das Finale führte über sieben Hindernisse mit acht Sprüngen, verlangte Ross und Reiter enge Wendungen ab, erlaubte aber auch Tempo zwischendurch. Das nutzte Maximilian Ziegler mit einem beherzten Ritt, der ihm mit anderthalb Sekunden Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Rüdiger Renner auf Celano 12 den Sieg brachte. Weitere Null-Fehler-Runden gelangen auch Marcel Marschall auf Fenia an Klapscheut, Thomas Holz auf Adilot und Kirsten Schweiger aus Ingolstadt auf Coriander 16, die mit 52,9 Sekunden einen sehr vorsichtigen Ritt hinlegte und dabei die erlaubte Zeit von 55 Sekunden nahezu ausreizte.
Die Lokalmatadoren blieben diesmal im Mittelfeld. Johannes Schuster auf Chutney 5 belegte in der Silver Tour mit Sprüngen bis 1,30 Meter trotz eines fehlerfreien Ritts aufgrund der Zeit einen guten zwölften Platz im mehr als 50 Reiter starken Feld. Zufrieden mit dem siebten Platz im Punktespringen zeigte sich Sophie Schuster in der Bronze Tour über Hindernisse von 1,25 Meter. "Ich bin mit meinem Nachwuchspferd angetreten, weil mein Hauptpferd verletzt ist", erklärte sie, "für Lorelli 2 war es das erste Mal und ich finde, sie hat es gut gemacht." Am Sonntag reichte es mit vier Fehlerpunkten knapp nicht für die Platzierung (13.).
Glück mit dem Wetter hatte Familie Schuster als Veranstalter. Nach besten Bedingungen an den ersten Wettkampftagen sah es am Sonntag alles andere als gut aus, doch zwischendurch kam immer wieder die Sonne heraus, die Wettkämpfe wurden nicht beeinträchtigt.

Von Andrea Hammerl

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Die Hoch- und Weitsprünge im Gold Tour Finale mit Hindernissen bis 1,45 Meter stellten Pferd und Reiter vor hohe Anforderungen.


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Als Mitfavorit ist Felix Haßmann, Mitglied des B-Kaders der deutschen Springreiter, gestartet. Aber aufgrund zweier Abwürfe an den beiden letzten Hindernissen verpasste er das Stechen.



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Veröffentlicht am 06.10.2015 12:00 Uhr