Reitsport    

Reiten: Viel Klasse in Pöttmes

Pöttmes - "Die Nächte sind kurz", sagt Hans Schuster schmunzelnd. Der Gutsbesitzer hat derzeit mit der Organisation der Herbsttour alle Hände voll zu tun. An den kommenden drei Wochenenden steht vor den Toren von Pöttmes wieder der Reitsport im Mittelpunkt. Und Schuster hat erneut hochkarätige Veranstaltungen nach Gut Sedlbrunn geholt.


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Der vor drei Jahren fertiggestellte Sandplatz auf Gut Sedlbrunn ist am Wochenende Schauplatz hochkarätiger Springturniere. Vor den Toren Pöttmes' wird das süddeutsche Pony- und Jugendchampionat ausgetragen. Foto: Andrea Hammerl


Von Freitag bis Sonntag wird das süddeutsche Pony- und Jugendchampionat im Springreiten und der Dressur ausgetragen. Eine Woche später stehen nationale Wettbewerbe auf dem Programm, und fürs erste Oktober-Wochenende ist das CSI** geplant, ein hochkarätiges Reitturnier von internationalem Format, bei dem es um Weltranglistenpunkte geht.
Schon im Frühjahr 2015 wurde an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden auf Gut Sedlbrunn um Turniersiege geritten. "Drei Wochenenden hintereinander sind für alle Beteiligten zu viel. Das geht an die Substanz", sagt Schuster. Für 2016 wird das Programm etwas abgespeckt. Im April und September wird es jeweils nur noch zwei Turnierwochenenden geben.
Inzwischen sind die Vorbereitungen so gut wie abgeschlossen, ab heute beziehen Reiter und Pferde Quartier. "Die Hotels in der Region sind ausgebucht", weiß Schuster. Die Pferde finden Platz in den Stallzelten auf Gut Sedlbrunn. Und diesmal lässt die aktuelle Wetterlage nicht befürchten, dass die Unterkünfte der Vierbeiner Schaden nehmen wie noch vor Ostern. Damals hatte das Orkantief "Niklas" Schuster und seinen rund 25-köpfigen Helferstab ganz schön auf Trab gehalten. Doch diesmal wird das Wetter mitspielen, auch wenn's vielleicht mal den einen oder anderen Regenschauer geben soll. "Dann muss jetzt nur noch der Parcours gebaut, die Blumen aufgestellt und die Küche angeheizt werden - und dann kann's losgehen", so der 57-Jährige.
Für den richtigen Aufbau der Hindernisse lässt Schuster wieder den schon über 70 Jahre alten Marinus Vos einfliegen. Der holländische Parcoursbauer hat ein Gespür dafür, wie der Kurs für Großpferde und Ponys zu setzen ist. "Da sind die Distanzen zwischen den Hindernissen anders, das ist dann schon ein ganz anderer Sport", weiß Schuster. Auf diesem Gebiet, so Schuster, verstünde es der "alte Hase" Vos, die Schwierigkeiten in den insgesamt drei Umläufen (zwei Qualifikationen sowie Finale) leicht zu steigern. "Da geht es nicht nur um die Preisgelder, sondern auch um die Ausbildung", so Schuster. Denn bei der Ponyklasse (Hindernisse zwischen 1,25 und 1,30 m) sind die Starter höchstens 16 Jahre alt.
In dieser Kategorie reitet auch Tochter Maria, das mittlere der fünf Schuster-Kinder, mit. Am vergangenen Wochenende wurde die 14-Jährige bei der deutschen Ponymeisterschaft im pfälzischen Zeiskam 20., verpasste das Finale nur knapp. Im zweiten Qualifikationsdurchgang war sie bis zum vorletzten Hindernis "überragend" (Schuster) unterwegs, ehe Spotlieght One diese Hürde erst im zweiten Anlauf nehmen wollte und Maria somit Strafpunkte wegen Zeitüberschreitung erhielt. "Da bricht man dann als Vater zusammen", bekennt Schuster. Der 16-jährige Wallach hat schon die beiden älteren Geschwister Marias, Sophie (21) und Johannes (18), "durch die Schlachten getragen", (Schuster). Sophie und Johannes starten am Wochenende beim U 21-Championat (Hindernisse 1,40 bis 1,45 m).
Am Freitag und Samstag finden sowohl beim Pony- wie auch beim Jugendchampionat die beiden Qualifikationsdurchgänge statt. Durch ein Punktesystem werden in beiden Altersklassen die jeweils 20 Reiter für das Finale am Sonntag ermittelt. Beim Ponywettbewerb gehen 50, bei den bis 21-Jährigen 30 Teilnehmer an den Start. Insgesamt rechnet Schuster am ersten Turnierwochenende mit rund 750 Starts. Bei nationalen und regionalen Wettbewerben ist diese Zahl wesentlich höher. Aber am ersten Wochenende ist auf dem Rasen- und dem seit drei Jahren bestehenden Sandplatz dafür mehr Klasse als Masse zu bestaunen.

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 17.09.2015 12:00 Uhr